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Anna-Lena Grönefeld stand im April 2006 auf Platz 14 der Weltrangliste © getty

Deutschlands Nummer eins kassiert beim Fed-Cup-Duell mit Tschechiens Nummer zwei eine Pleite. Grönefeld überrascht gegen Safarova.

Brünn - Ein Sieg im Eiltempo und ein verpatztes Debüt: Nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle darf die deutsche Fed-Cup-Mannschaft weiter auf den ersten Halbfinal-Einzug nach 15 Jahren hoffen.

Das Quartett von Teamchefin Barbara Rittner geht am Sonntag mit einem 1:1 in den entscheidenden zweiten Tag des Erstrunden-Spiels der Tennis-Weltgruppe in Tschechien.

"Ich bin zufrieden mit dem Zwischenstand. Es ist weiterhin alles offen. Viel wird am Sonntag von der Tagesform abhängen. Aber wir wollen unbedingt ins Halbfinale und wollen unseren Teamgeist in die Waagschale werfen", sagte Rittner.

Zunächst hatte Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) durch ein 6:2, 6:2 gegen die in der Weltrangliste um 20 Plätze besser positionierte Lucie Safarova überrascht und für einen perfekten Auftakt gesorgt.

Zu viel, zu emotional

Im Anschluss hielt dann allerdings Andrea Petkovic dem großen Druck bei ihrem Einzel-Debüt als deutsche Nummer eins nicht stand. Die Darmstädterin unterlag Linkshänderin Petra Kvitova mit 4:6, 4:6.

"Ich wollte einfach zu viel, war zu emotional. Ich werde jetzt versuchen, das in Gesprächen mit Barbara zu verarbeiten und abzuhaken", erklärte Petkovic.

Zwei frühe Breaks

Die Weltranglisten-49. ist die große Hoffnungsträgerin, nachdem Spitzenspielerin Sabine Lisicki ihre Teilnahme abgesagt hatte. Der Berlinerin passte der Termin nicht in ihren Turnierplan.

Doch Petkovic offenbarte vor allen Dingen beim Aufschlag ungewohnte Schwächen. Nach zwei frühen Breaks lag sie im zweiten Satz schnell mit 0:4 zurück und konnte ihre Nervosität im gesamten Match nie wirklich ablegen.

Entscheidet das Doppel?

Am Sonntag um 12 Uhr gehen zunächst Petkovic und die Weltranglisten-46. Safarova auf den Platz, ehe Grönefeld (66.) und Kvitova (68.) das vierte Einzel bestreiten.

Für das abschließende Doppel auf dem schnellen Hallenboden hatte Rittner am Freitag Kristina Barrois/Tatjana Malek (Stuttgart/Bad Saulgau) nominiert, die gegen Lucie Hradecka/Kveta Peschke spielen sollen.

Die Besetzungen können aber kurzfristig noch geändert werden. Beim wichtigen Sieg gegen die Schweiz (3:2) im vergangenen Jahr hatte das Duo Grönefeld/Malek den entscheidenden Punkt geholt.

Gala von Grönefeld

Mit einer Galavorstellung hatte Grönefeld vor rund 2500 Zuschauern im Exhibition Center die Halbfinal-Hoffnungen genährt. "Eigentlich hatte ich mit einem engeren Match gerechnet, aber dann lief es einfach super. Einer der Schlüssel war mein guter Aufschlag", sagte die 24-jährige Grönefeld.

Bereits ihren ersten Matchball verwandelte die Rechtshänderin nach nur 52 Minuten. In dem recht einseitigen Match auf dem schnellen Hallenbelag entnervte Grönefeld ihre Gegnerin immer wieder mit platzierten Grundschlägen und feierte den 15. Sieg in ihrer 24. Fed-Cup-Partie.

Anfang Februar hatte sie in Brisbane noch in drei Sätzen gegen Safarova verloren.

Ukraine oder Italien

Zuletzt hatte der zweimalige Fed-Cup-Gewinner Deutschland (1987 und 1992) vor 15 Jahren das Halbfinale erreicht.

Bei einem Sieg gegen den letztjährigen Halbfinalisten Tschechien würde in der Vorschlussrunde entweder Titelverteidiger Italien oder die Ukraine warten. In beiden Fällen hätte das DTB-Team Heimrecht.

"Ich will irgendwann mit dieser jungen Mannschaft in einem Finale stehen", meinte Rittner.

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