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Andrea Petkovic liegt derzeit auf Platz 49 der WTA-Rangliste © imago

Andrea Petkovic bezahlt beim Fed Cup gegen Tschechien Lehrgeld. Dem DTB-Team droht in der Relegation ein schwerer Gegner.

Frankfurt/Brünn - Im Shuttlebus auf dem Weg zum Flughafen in Wien konnte sogar Sorgenkind Andrea Petkovic wieder lachen.

Doch ganz verflogen war der Frust nach der 2:3-Niederlage in Tschechien und dem verpassten Fed-Cup-Halbfinale auch am Tag danach noch nicht.

"Ich weiß nicht, wie lange es dauert, das zu verdauen. Ich bin sehr enttäuscht und muss sehen, dass ich da irgendwie wieder herauskomme. Aber ich werde meinen Humor nicht verlieren", meinte die 22-jährige, die ausgerechnet bei ihrem Debüt als deutsche Nummer eins mit zwei Niederlagen reichlich Lehrgeld bezahlen musste.

Erstes Halbfinale seit 15 Jahren verpasst

Dass die in Brünn als Hoffnungsträgerin angetretene Darmstädterin dem Druck nicht standhielt, nahm Teamchefin Barbara Rittner mit ein wenig Sorge zur Kenntnis.

"Das waren bittere Niederlagen für Andy. Jetzt muss sie daraus lernen. Aber eine wie sie schafft das", sagte Rittner, bei der die Enttäuschung über das Verpassen des ersten Halbfinals seit 15 Jahren ebenfalls tief saß.

Es droht ein Hammerlos

Statt vor heimischem Publikum gegen Titelverteidiger Italien um den Einzug ins Endspiel zu kämpfen, könnte nun im Relegationsspiel (24./25. April) ein unbequemes Auswärtsspiel warten.

Im Lostopf am Dienstag liegen unter anderem Australien und die Mannschaft aus Belgien, die eventuell von US-Open-Siegerin Kim Clijsters unterstützt wird.

Eine Niederlage würde den Absturz in die Weltgruppe II bedeuten.

Rückkehr Lisickis möglich

Von der Auslosung wird auch abhängen, ob Spitzenspielerin Sabine Lisicki in zweieinhalb Monaten wieder zum deutschen Team zählen wird.

Die Berlinerin hatte auf ihre Teilnahme in Tschechien verzichtet und startet stattdessen in dieser Woche beim Turnier in Pattaya/Thailand.

"Mit Sabine hätten wir natürlich noch mehr Möglichkeiten. Ich halte an meinem Ziel fest: Ich will irgendwann wieder einmal in ein Halbfinale oder Endspiel", meinte Rittner und hofft auf eine Rückkehr der Weltranglisten-25. ins Team.

Grönefeld überzeugt

Petkovic nahm Lisicki, die sich während der Tage von Brünn mehrfach gemeldet hatte, die Absage für das Tschechien-Spiel nicht wirklich übel: "Sabine ist immer willkommen."

Während es bei Petkovic nichts nutzte, betrieb Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) Werbung in eigener Sache.

Die Wimbledon-Mixedsiegerin gewann beide Einzel und imponierte durch eine "gigantische Leistung" (Rittner).

"Ich habe gezeigt, dass ich gut spielen kann. Das lässt mich positiv nach vorne schauen", sagte Grönefeld, die allerdings an der Seite von Tatjana Malek (Bad Saulgau) das entscheidende Doppel mit 1:6, 3:6 gegen Lucie Hradecka/Kveta Peschke verlor.

"Verantwortung für das ganze Land"

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt auch Andrea Petkovic aber nicht. Bereits am Dienstag wird die Weltranglisten-49. beim WTA-Turnier in Paris aufschlagen, in der Woche darauf geht es zur Zwei-Millionen-Dollar-Veranstaltung nach Dubai. Reicher an Erfahrungen ist die eloquente Politik-Studentin seit dem Wochenende allemal.

"Ich bin alle Situationen gedanklich tausend Mal durchgegangen. Aber auf so einen Fed Cup kann man sich einfach nicht vorbereiten", sagte Petkovic dem SID.

"Man übernimmt Verantwortung für ein ganzes Land oder zumindest für die Mannschaft. Das war zu viel für mich und hat mich emotional überwältigt."

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