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Barbara Rittner ist seit 2005 Chefin des deutschen Fed-Cup-Teams © imago

Die Fed-Cup-Chefin hat einen gehörigen Anteil am Aufwärtstrend im deutschen Frauen-Tennis. Für die Zukunft hat sie hohe Ziele.

München - Sie ist die Meisterin des positiven Denkens, hat einen untrüglichen Blick für Talente und einen beträchtlichen Anteil am jüngsten Aufschwung des deutschen Frauentennis.

"In gewisser Weise erleben wir gerade eine Art neue Blüte", sagt Barbara Rittner.

"Nach einer längeren Durststrecke sieht es so aus, als könnten sich in Petko, Jule und Angie drei Spielerinnen in dem Bereich Top 50 nicht nur etablieren, sondern vor allem weiterentwickeln." (DATENCENTER: Die WTA-Weltrangliste)

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

Rittner formt neue Generation

Andrea Petkovic, Julia Görges, Angelique Kerber: An der Entwicklung dieser drei Spielerinnen, allesamt erst Anfang 20, war Barbara Rittner maßgeblich beteiligt.

Sie holte die drei einst in ihr Fed-Cup-Team, sie formte, leitete, motivierte, kritisierte und lenkte behutsam in die richtige Richtung. Ihr Credo: Arbeite hart, aber hab viel Spaß daran.

Alles dreht sich um Tennis

Am Wochenende sind die deutschen Damen in Maribor gegen Slowenien im Fed Cup gefordert. Ihre Teamchefin hat ihren Leitspruch immer wieder vorgelebt.

Barbara Rittner, geboren am 25. April 1973 im Sternzeichen Stier, lebt, isst und trinkt Tennis. Sie kennt alles und jeden, sie ist global vernetzt, sie hat jede Facette des Spiels verinnerlicht.

"Deutschland muss wieder Topnation werden"

Als sie 2005 ihren Job als Fed-Cup-Chefin und Bundestrainerin des Deutschen Tennis Bundes (DTB) antrat, scheute sie sich nicht vor einer öffentlich ganz klar formulierten Zielsetzung: "Deutschland muss wieder eine Topnation im Frauentennis werden."

Sie selbst hat es in ihrer aktiven Zeit weit gebracht. Barbara Rittner war die Nummer 24 der Welt, gewann 1991 das Juniorinnen-Turnier in Wimbledon und ein Jahr später im Team mit Steffi Graf und Anke Huber den Fed Cup.

"Ich war immer mit vollem Herzen dabei", erzählt sie.

Wir-Gefühl stärker als Ego

Diese Leidenschaft für den Sport vermittelt sie heute ihren Spielerinnen, in einer gelungenen Mischung aus kumpelhafter Nähe und semi-autoritärer Distanz. Die früher oft zerstrittenen Protagonistinnen schweißte sie zu einem Team zusammen, in dem das Wir-Gefühl stärker ist als jedes Ego.

"Es gibt auch heute, in dieser Stunde, viele tolle Mädchen in den Verbänden, die das Zeug haben, eine große Spielerin zu werden. Wir müssen ihnen nur die Rahmenbedingungen und den Glauben geben, dass Leistung sich lohnt", sagt Barbara Rittner.

Die Nachwuchsarbeit lag und liegt ihr sehr am Herzen, die Förderung der jungen Leute, der Hoffnungsträger von morgen. "Wir müssen insbesondere in den Übergang von 15- und 16-Jährigen in den Profibereich eine bessere Struktur reinbringen", sagt sie und ist fest entschlossen, ihren Teil beizutragen.

Die nötige Zeit dazu hat sie, erst kürzlich verlängerte der DTB ihren Vertrag um weitere zwei Jahre bis Ende 2012.

Ziel-Vorgabe übererfüllt

Als Barbara Rittner 2005 ihr Amt antrat, wollte sie "drei bis fünf neue Spielerinnen in die Top 100 der Weltrangliste begleiten". Diese Zielvorgabe hat sie übererfüllt, mittlerweile stehen Petkovic (Nr. 24), Görges (Nr. 34) und Kerber (Nr. 50) sogar in den Top 50 - mit deutlicher Blickrichtung oben.

Mit einigem Abstand kämpfen sich Anna-Lena Grönefeld, einst die Nummer 14 der Welt, und Sabine Lisicki als ehemalige Nummer 22 nach vielen persönlichen und sportlichen Rückschlägen von einer Position jenseits der 100 allmählich wieder heran.

"Sie müssen an sich glauben und Tennis leben", sagt Barbara Rittner.

Und vielleicht hin und wieder mal auf den Rat der Chefin hören.

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