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Andrea Petkovic besiegte in diesem Jahr die Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki © getty

Vor dem Duell gegen die ersatzgeschwächten Amerikanerinnen blickt "Petko" schon in die Ferne. Grönefeld schwärmt vom Teamgeist.

München/Stuttgart - Selbst eine Absagenflut beim Gegner hat so ihre Tücken.

Andrea Petkovic weiß in diesen verrückten Tagen auch damit umzugehen - und schaut in die Röhre. Informationsmangel macht erfinderisch.

Mit Videoclips bereitet sich die deutsche Tennis-Hoffnung auf das Relegationsspiel des Fed-Cup-Teams um die Rückkehr in die Weltgruppe am Wochenende in Stuttgart gegen den ersatzgeschwächten Rekordsieger USA vor.

Der anvisierte Sprung zurück in die Beletage der besten acht Mannschaften soll aber nur der erste Schritt in eine rosige Zukunft sein.

"Mittelfristig gesehen bin ich überzeugt, dass wir die Chance haben, den gesamten Wettbewerb zu gewinnen. Wir haben ein junges Team, das noch so viel Potenzial in sich trägt", sagte die 23-jährige Petkovic und setzt den Gewinn der Trophäe sogar mit dem Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier gleich.

Petkovic "nicht die Heilsbringerin"

Der letzte der beiden bisherigen deutschen Titelgewinne im Fed Cup liegt 19 Jahre zurück.

Damals besiegten Steffi Graf und Co. Spanien in Frankfurt mit 2:1. Seit ihrem Vorstoß in der Weltrangliste auf Platz 19 ist jetzt Petkovic die große Hoffnungsträgerin.

"Ich bin aber nicht die alleinige Heilsbringerin", mahnte die Viertelfinalistin der Australian Open, die mit ihrem Halbfinaleinzug in Miami vor zwei Wochen einen regelrechten Hype ausgelöst hat.

USA ohne Drei nach Stuttgart

Wohl auch deshalb gibt es für die DTB-Mannschaft von Kapitän Barbara Rittner einige Vorschusslorbeeren.

"Ich hoffe, unsere neue Generation wird sich so entwickeln wie diese Mädels. Wir sind diesmal auf jeden Fall der Außenseiter", sagte die US-Teamchefin Mary Joe Fernandez voller Anerkennung.

Die frühere Weltklassespielerin muss in Stuttgart ihre besten drei Profis ersetzen. Nach dem Ausfall der früheren Weltranglistenersten Serena Williams (Lungenembolie) mussten auch deren Schwester Venus und Bethanie Mattek-Sands (beide Hüftprobleme) passen.

Sie "können nur gewinnen"

Was zur Folge hat, dass der 17-malige Rekordgewinner im Einzel mit zwei Teenies antritt.

Die 19-jährige Melanie Oudin (WTA: 81) und die 18-jährige Christina McHale (WTA: 82) fordern Petkovic und Julia Görges (WTA: 34) und sollen den ersten Abstieg einer US-Equipe im Fed Cup verhindern (DATENCENTER: Fed-Cup-Playoffs).

Rittner mahnt dennoch: "Die Amerikanerinnen sind der Underdog. Aber sie sind hungrig und können nur gewinnen."

"Die Mannschaft gibt dir Kraft"

Um negative Überraschungen auf dem Hallen-Sandplatz von Stuttgart zu vermeiden, studierte Petkovic via "Youtube" die Stärken und Schwächen ihrer eher unbekannten Gegnerinnen.

Aber auch Görges konnte Aufklärungsarbeit leisten. Die 22-Jährige hatte erst jüngst in Miami gegen Oudin den Kürzeren gezogen.

In die Waagschale wollen die Schützlinge von Rittner ("Es gibt bei uns ein super Vertrauensverhältnis") auch den Teamgeist werfen.

"Wir tauschen uns viel aus und hören vor den Matches zusammen Musik. Jeder weiß, dass eine Niederlage vom anderen ausgebügelt werden kann", berichtete Sabine Lisicki, die nach zweijähriger Abstinenz ihr Comeback in der Mannschaft feiert.

Doppelspezialistin Anna-Lena Grönefeld beschreibt die Team-Magie so: "Die Mannschaft gibt dir die Kraft von außen, wenn du auf dem Platz stehst."

Alle Interviews untersagt

Und das Kollektiv steht bei den Einzelsportlerinnen bis Sonntag an erster Stelle. Um den Rummel um Andrea Petkovic ein wenig einzudämmen, zog Barbara Rittner sogar die mediale Handbremse und untersagte am Donnerstag und Freitag Interviews mit den Spielerinnen.

Dann bleibt vielleicht auch Zeit für "Petko" und Co., die obligatorische Team-Playlist mit den angesagtesten Songs fertigzustellen. Dies war bis zur Wochenmitte noch nicht passiert.

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