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Andrea Petkovic (r.) hat bisher ein WTA- und acht 8 ITF-Turniere gewonnen © getty

Deutschlands Nummer eins macht gegen die USA die Rückkehr ins Konzert der Großen perfekt - und spürt die Ausläufer des Hypes.

Stuttgart - Andrea Petkovic machte einen Luftsprung, tanzte mit ihren Teamkolleginnen Ringelreihen - und träumte bereits vom Titelgewinn 2012.

Angeführt von der nervenstarken Hoffnungsträgerin hat die deutsche Fed-Cup-Mannschaft gegen die USA in Stuttgart den Wiederaufstieg in die Weltgruppe der besten acht Teams im Eiltempo geschafft.

"Wir haben bewiesen, dass wir da hingehören und auch vorne mitspielen können", sagte Petkovic.

Die 23-Jährige holte durch ein 6:2, 6:3 im Spitzenduell gegen Melanie Oudin den entscheidenden dritten Punkt und machte den Sieg gegen den Rekordgewinner durch ihren zweiten Einzelerfolg vorzeitig perfekt (DATENCENTER: Fed-Cup-Playoffs).

Gabriel jubelt mit

Nach dem Rummel der vergangenen Tage hielt die Weltranglisten-19. dem enormen Druck beim Heimspiel stand.

"Es war keine Selbstverständlichkeit, nach dem Hype aus dem Nichts so konstant zu spielen. Ich bin froh und erleichtert", sagte "Petko".

Die Auswirkungen ihrer jüngsten Erfolge bekam sie dennoch hautnah zu spüren. Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel jubelte Seite an Seite mit der Australian-Open-Viertelfinalistin, die von den Zuschauern gefeiert wurde.

"Der Titel wäre ein Traum"

Und Andrea Petkovic, deren Vater Zoran extra seinen Serbien-Urlaub verschoben hatte, nahm bereits den großen Coup ins Visier.

"Der Titel wäre ein Traum, das Allerhöchste der Gefühle. Wir haben eine junge Mannschaft, die noch viel Potenzial in sich trägt. Ich bin halt eine totale Teamspielerin", sagte sie und setzte einen etwaigen Triumph im Fed Cup sogar mit dem Gewinn eines Grand-Slam-Turniers gleich.

Die deutsche Topspielerin hatte bereits am ersten Tag die Weichen für den vierten Aufstieg binnen sechs Jahren gestellt.

Kühlen Kopf von Beginn an

Im Auftaktduell mit Christina McHale (6:3, 6:4) behielt Petkovic in den entscheidenden Situationen kühlen Kopf und lieferte der Nummer zwei Julia Görges die optimale Vorlage.

Die 22-Jährige sorgte mit ihrem Sieg gegen Oudin (6:2, 7:6) für eine beruhigende 2:0-Führung nach dem ersten Tag.

Sabine Lisickis Sieg über Christina McHale (6:3, 6:4) am Sonntagnachmittag sowie das siegreiche Doppel von Julia Görges/Anna-Lena Grönefeld (3:6, 6:3, 6:1 gegen Vania King und Liezel Huber) haben nur noch statistischen Wert.

Die USA war in der Geschichte des Fed Cups noch nie abgestiegen.

Ungekannte Euphorie

2012 sollte die Mannschaft von Teamchefin Barbara Rittner gute Chancen haben, im Konzert der Großen um die Trophäe mitzuspielen.

Steffi Graf und Co. hatten den Titel 1987 und 1992 gewonnen.

"Wir haben sehr viel Qualiät in der Mannschaft. Die stacheln sich alle gegenseitig an", sagte Rittner, die aufgrund des Trubels um Petkovic schon eine Final-Stimmung erlebte: "Solange ich Teamchefin bin, hat es im Vorfeld noch nie so einen Presserummel wie diesmal gegeben. Deshalb hat es sich angefühlt wie ein Halbfinale oder Endspiel."

Für die frühere Profispielerin war der Aufstieg nach drei Abstiegen seit 2005 auch ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk - am Ostermontag wird Rittner 38 Jahre alt.

Neues Gefühl als Gejagte

Petkovic zog aus ihren zwei Einzelsiegen auf dem Hallen-Sandplatz nicht nur Selbstvertrauen für das am Montag startende WTA-Turnier an gleicher Stelle.

"Wenn man dem Druck im Fed Cup standhält, dann ist man auch gewappnet für die Endphase eines Grand-Slam-Turniers", meinte die Hessin.

Sie selbst fühlt sich nach ihrem Aufstieg in der Weltrangliste mittlerweile sogar als Gejagte: "Das ist eine neue Situation für mich. Ich habe schon in Miami gemerkt, dass die jungen Spielerinnen ihr bestes Tennis gegen mich spielen."

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