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Fed-Cup-Spielerin Julia Görges (M.) belegt derzeit den 23. Platz in der WTA-Weltrangliste © imago

Julia Görges wird Angelique Kerber vorgezogen und wird zweite Einzelspielerin im Fed Cup. Ein Lied soll Glück bringen.

Stuttgart - Mit Andrea Petkovic als Einpeitscherin und Eminem als Mutmacher will das deutsche Fed-Cup-Quartett am Wochenende Titelverteidiger Tschechien entzaubern.

Nichts wird vor dem Spitzenduell um den Einzug ins Halbfinale am Samstag und Sonntag in Stuttgart dem Zufall überlassen.

Teamchefin Barbara Rittner lüftete am Freitag bei der Auslosung im Rathaus Stuttgart dann auch das letzte Geheimnis des Schlagabtauschs auf dem Hartplatz in der 4400 Zuschauer fassenden Arena.

Neben der Weltranglisten-14. Sabine Lisicki wird Julia Görges (Nr. 21) als zweite Einzelspielerin eingesetzt (BERICHT: Kampf mit Tschechien und gestiegenen Erwartungen).

Entscheidung gegen Kerber

Damit entschied sich Rittner zunächst gegen US-Open-Halbfinalistin Angelique Kerber (27), die sich bei den Australian Open in guter Form präsentierte.

Görges hatte in Melbourne zwar erstmals bei einem Grand Slam das Achtelfinale erreicht, aber wegen ihres blassen Auftritts gegen die Polin Agnieszka Radwanska einige Kritik geerntet - nicht zuletzt von Rittner.

"Die Chancen bei der Entscheidung Jule oder Angie standen bei 50: 50, sie haben beide in dieser Woche sehr gut trainiert. Ich hatte schlaflose Nächte", meinte die 38-jährige Rittner:

"Aber beide werden am Wochenende wahrscheinlich zum Einsatz kommen. Ich konnte eigentlich nichts falsch machen."

Görges fordert Kvitova

Görges wird am Samstag die Wimbledonsiegerin und Weltranglistenzweite Petra Kvitova im zweiten Match des Tages fordern.

Den bislang einzigen Vergleich hat die 22-Jährige aus Bad Oldesloe 2010 in Linz auf Hartplatz gewonnen.

Trotzdem ist Kvitova (Rittner: "Sie läuft zu Recht mit breiter Brust durch die Gegend") die haushohe Favoritin.

"Ich habe gegen Kvitova nichts zu verlieren und werde das Spiel genießen", sagte Görges, während Kerber zugab, "schon enttäuscht zu sein."

Lisicki eröffnet

Die Berlinerin Lisicki bestreitet zuvor um 12 Uhr das Auftakt-Einzel gegen die tschechische Nummer zwei Iveta Benesova (Nr. 49).

"Wenn Sabine das 1:0 gelingt, dann ist es doch schön für Jule, das Match zu spielen, das man nicht gewinnen muss", erklärte Rittner, die offenbar mit einem Wechsel am Sonntag spekuliert.

Dann könnte Linkshänderin Kerber gegen Benesova für Görges einspringen, die dafür im Doppel an der Seite von Spezialistin Anna-Lena Grönefeld antreten könnte.

Petkovic als Unterstützung

Psychologische Hilfe soll die am Rücken verletzte Petkovic leisten. Die Darmstädterin wird am Wochenende in der Box sitzen und wollte bereits am Freitagabend zu "ihren Ollen" stoßen (BERICHT: Reha statt Malediven).

"Ich werde Petko aber nochmal sagen, dass sie nicht so viel rumspringen soll, damit die Verletzung nicht wieder schlimmer wird", sagte Rittner.

Für die teaminterne Playlist war diesmal statt Petkovic und Lisicki Routinier Grönefeld zuständig. Die Nordhornerin, die ihre Einzelkarriere beendet hat, übernahm einfach als ersten Song das Glückslied der Aufstiegssaison 2011: "Not afraid" von Eminem.

"Außerdem ist noch viel zum Tanzen auf der Liste", berichtete Grönefeld und hofft am Sonntagabend auf jede Menge Partylaune in der Mannschaft.

Rittner ist optimistisch: "Die Tschechinnen sind leicht favorisiert, aber wir können jeden Gegner schlagen."

Lisicki gutgelaunt

Sabine Lisicki, die in Down under erst nach hartem Kampf im Achtelfinale an der späteren Finalistin Maria Scharapowa (Russland) gescheitert war, genießt in den Tagen von Stuttgart ihre Rolle als Nummer eins.

"Ich habe in Melbourne sehr gut gespielt. Diese Erfahrung wird mir auch hier weiterhelfen", sagte die gutgelaunte 22-Jährige, die als nächstes die Top Ten ansteuert.

Der Sieger der Partie in der Porsche-Arena spielt am 21./22. April 2012 im Halbfinale gegen die Ukraine oder den früheren Titelträger Italien.

Die Verlierer spielen in der Relegation am gleichen Wochenende um die Zugehörigkeit zur Weltgruppe I. Die Gegner hierfür werden ausgelost.

Die deutsche Mannschaft, die den Titel 1987 und 1992 gewann, hatte sich nach einem Abstieg in die Weltgruppe II im vergangenen Jahr mit Siegen gegen Slowenien und die USA in den Kreis der acht weltbesten Teams zurückgekämpft.

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