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Julia Görges gewann in ihrer Karriere bislang zwei WTA-Einzel-Turniere © getty

Nach Sabine Lisicki verliert auch Julia Görges ihr Fed-Cup-Einzel gegen Tschechien. Das Marathon-Match geht an Petra Kvitova.

Stuttgart - Bittere Niederlagen, erste Tränen, aber noch ein Fünkchen Hoffnung:

Das deutsche Fed-Cup-Team steht angesichts eines 0:2-Rückstandes gegen Titelverteidiger Tschechien in Stuttgart mit dem Rücken zur Wand, will das Unmögliche am Sonntag aber mit einem Kraftakt doch noch möglich machen.

"Da geht immer etwas, die Chance ist noch da. Und wir glauben daran, denn wir sind coole Mädels", sagte Julia Görges, die am ersten Tag des Erstrunden-Duells nur haarscharf eine dicke Überraschung verpasste.

Die 23-Jährige aus Bad Oldesloe verlor nach 2:23 Stunden mit 6:3, 3:6, 8:10 gegen Wimbledonsiegerin Petra Kvitova und konnte die unerwartete Auftaktniederlage von Sabine Lisicki nicht wettmachen.

Lisicki unterliegt Benesova

Die deutsche Nummer eins hatte sich zuvor der Weltranglisten-49. Iveta Benesova mit 6:2, 4:6, 2:6 geschlagen geben müssen und die Hoffnungen auf die erste Halbfinalteilnahme des DTB-Teams seit 17 Jahren empfindlich gedämpft.

Aus der Box feuerte die verletzte Andrea Petkovic (Rückenblessur) ihre Teamkolleginnen unaufhörlich an und war am Ende des Tages "fix und fertig."

Rittner enttäuscht

Auch Teamchefin Barbara Rittner zeigte sich enttäuscht, übte aber keine Kritik.

"Ich bin stolz auf meine Mädels. Natürlich ist ein 0:2 das Schlimmste, was passieren konnte, aber wir müssen uns nichts vorwerfen. Jetzt haben wir am Sonntag nichts mehr zu verlieren", sagte die 38-Jährige, die personell eventuell einige Wechsel vornimmt.

Kerber springt wohl ein

Voraussichtlich wird US-Open-Halbfinalistin Angelique Kerber für Görges einspringen und das zweite Einzel gegen Benesova spielen. Zunächst steht am Sonntag um 11.00 Uhr das Spitzenduell zwischen Lisicki und Kvitova auf dem Programm.

Das möglicherweise entscheidende Doppel könnten Görges/Anna-Lena Grönefeld gegen Lucie Hradecka/Barbora Zahlavova-Strycova bestreiten.

Görges, Stuttgart-Siegerin von 2011, zeigte gegen die Weltranglistenzweite Kvitova eine bärenstarke Vorstellung.

Kämpferische Görges

Anders als bei ihrer klaren Achtelfinal-Niederlage bei den Australian Open gegen Agnieszka Radwanska (Polen) kämpfte sich die 23-Jährige auch nach Rückschlägen immer wieder zurück.

Im entscheidenden Satz war Görges beim Stand von 5:4 und 30:0 nur noch zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt, ehe Kvitova zurückschlug und die Norddeutsche wenig später zum 5:6 breakte.

Doch Görges behielt vor rund 3500 Zuschauern zunächst kühlen Kopf. Allerdings musste sie dann das entscheidende Break zum 8:9 hinnehmen.

"Das war ein Weltklassematch"

"Jule hat am Limit gespielt, wurde aber leider nicht belohnt. Das war ein Weltklassematch", lobte Rittner, während Görges trotz der Niederlage die Stimmung genoss: "Das war Gänsehaut pur."

Ebenso wie bei Görges waren zuvor bei Lisicki Tränen der Enttäuschung geflossen.

"Ich habe versucht, aggressiv zu spielen, aber nach dem ersten Satz keine Länge mehr in meine Schläge bekommen. Ich habe alles gegeben, es hat letztlich nicht gereicht", sagte Lisicki.

Verunsicherte Lisicki

Die ansonsten mental so starke Berlinerin fand nie zu ihrem Spiel und wirkte verunsichert.

Nur 54 Prozent ihrer ersten Aufschläge brachte die Service-Spezialistin ins Feld, ihr unterliefen zudem sechs Doppelfehler. Im dritten Satz gab Lisicki ihren Aufschlag zum 2:3 ab und konnte gleich danach drei Breakbälle nicht nutzen.

"Benesova hat alles oder nichts gespielt. Ich habe gemerkt, dass ich die bessere Spielerin bin, aber ich konnte es nicht umsetzen. Am Ende war sie die Bessere", sagte die 22-Jährige, die nun im Fed Cup eine ausgeglichene Einzelbilanz (4:4) hat.

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