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Für Sabine Lisicki ist das Turnier in Sydney bereits frühzeitig beendet
Sabine Lisicki ist aktuell die Nummer 14 der Weltrangliste © getty

Schon nach dem dritten Einzel hat das deutsche Team keine Chance mehr gegen Tschechien. Nun geht es einmal mehr um den Klassenerhalt.

Stuttgart - Als der Traum von der ersten Halbfinal-Teilnahme nach 17 Jahren geplatzt war, schwor sich das deutsche Fed-Cup-Team in den Minuten der bitteren Niederlage gegen Tschechien schon auf die Mission Klassenerhalt ein.

Noch auf dem Court in Stuttgart versammelte sich die ganze Mannschaft um die unglückliche Sabine Lisicki und mischte in die tröstenden Worte auch eine Kampfansage.

"Wir haben so ein starkes Team und sind jetzt schon heiß auf die nächste Partie. Wir werden uns auch da als gute Mannschaft präsentieren", sagte die Weltranglisten-14.

Lisicki verlor die entscheidende Partie gegen Wimbledonsiegerin Petra Kvitova mit 7:6 (7:2), 4:6, 1:6 - und hatte im Hinterkopf insgeheim auch schon den Traum vom Titel 2013. (DATENCENTER: Fed Cup)

Relegation um den Klassenerhalt

Die zweite Einzelniederlage von Hoffnungsträgerin Lisicki hatte schon vorzeitig den Erstrunden-K.o. der Gastgeberinnen besiegelt, die das Fehlen ihrer Topspielerin Andrea Petkovic (Rückenblessur) zu beklagen hatten.

Vor den abschließenden beiden Matches lag das DTB-Quartett gegen den Titelverteidiger mit 0:3 in Rückstand und hatte keine Chance mehr auf das erste Halbfinale seit 1995.

Stattdessen muss die Mannschaft von Teamchefin Barbara Rittner nun am 21./22. April 2012 in einem Relegationsspiel um den Klassenerhalt in der Weltgruppe I spielen.

"Wir werden zurückkommen", kündigte Lisicki an.

Trost von Petkovic

Die verletzte Petkovic klopfte Lisicki nach deren Niederlage im Topspiel gegen Kvitova am Sonntag immer wieder tröstend auf die Schulter.

Im entscheidenden dritten Satz musste die Berlinerin ihren Aufschlag zum 0:2 abgeben und konnte dann beim Stand von 1:3 einen Breakball nicht nutzen.

"Die Enttäuschung ist natürlich groß. Aber ich bin auch ein bisschen stolz darauf, wie ich mich im Vergleich zum Vortag steigern konnte", sagte Lisicki mit Blick auf das erste und vielleicht entscheidende Einzel am Samstag.

Am Druck der Nummer eins gescheitert

Ausgerechnet als neue Nummer eins hatte die 22-Jährige im Auftaktmatch gegen Außenseiterin Iveta Benesova (6:2, 4:6, 2:6) gepatzt und dabei ungeahnte mentale Schwächen gezeigt (BERICHT: Tränen nach Dreisatz-Pleiten).

"Sabine ist nach gutem Beginn verkrampft. Solche Dinge passieren eben im Fed Cup", sagte Rittner über den "ganz anderen" Druck im bedeutendsten Team-Wettbewerb.

Auch Edelfan Petkovic konnte mit Lisicki fühlen: "Aus eigener Erfahrung weiß ich: Wenn man die Nummer eins wird, kann das zu einer ganz neuen Situation führen. Bei mir war das so ähnlich", erklärte Petkovic, über deren Comeback eine Untersuchung am Dienstag in München Aufschluss geben soll.

Schwächen beim Service

Die ansonsten mental so starke Lisicki wirkte im ersten Match, das als sicherer Punkt eingeplant war, völlig verunsichert.

Nur 54 Prozent ihrer ersten Aufschläge brachte die Service-Spezialistin ins Feld. Im dritten Satz gab Lisicki ihren Aufschlag zum 2:3 ab und konnte gleich danach drei Breakbälle nicht nutzen.

"Ich habe versucht, aggressiv zu spielen, aber nach dem ersten Satz keine Länge mehr in meine Schläge bekommen", beschrieb Lisicki das Malheur.

Lob für Görges

Für einen Hoffnungsschimmer hatte anschließend Görges gesorgt, die die Weltranglistenzweite Kvitova beim 6:3, 3:6, 8:10 am Rand einer Niederlage hatte.

"Jule hat am Limit gespielt, wurde aber leider nicht belohnt. Das war ein Weltklassematch", lobte Rittner, während Görges trotz der Niederlage die Stimmung genoss: "Ich hatte schon im Match Tränen in den Augen."

Das nur noch für die Statistik wichtige Doppel verloren Görges/Anna-Lena Grönefeld mit 3:6, 6:7 (4:7) gegen Benesova/Barbora Zahlavova-Strycova.

Entscheidendes Spiel im April

Der deutschen Mannschaft wird nun am 14. Februar 2012 in London für die Play-offs im April ein Sieger-Team aus der Weltgruppe II zugelost.

Der Gewinner dieser Partie darf im Februar 2012 wieder in der Eliteliga antreten, der Verlierer steigt ab.

Das DTB-Team, das 1987 und 1992 den Titel gewonnen hatte, war seit 2005 insgesamt dreimal ab- und viermal aufgestiegen und deshalb immer wieder als Fahrstuhlmannschaft tituliert worden.

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