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Trost im Team: Sabine Lisicki wird nach ihrer Einzel-Niederlage gegen Petra Kvitova getröstet © getty

Das deutsche Team erlebt im Fed Cup gegen Tschechien eine "Sauenttäuschung". In der Relegation droht ein schwieriger Gegner.

Stuttgart - Saunagang, heiße Schokolade und Skiurlaub: Barbara Rittner brauchte nach dem verpassten Halbfinaleinzug des Fed-Cup-Teams einige Seelentröster.

Die Tatsache, dass aus der Mission Titelgewinn wieder einmal nur das Projekt Klassenerhalt geworden war, hatte bei der Teamchefin eine bleierne Leere im Kopf hinterlassen. (BERICHT: Tränen nach Dreisatz-Pleiten)

"Wir haben die knappen Matches verloren und die wichtigen Punkte nicht gemacht. Uns hat vielleicht die Erfahrung gefehlt, die Tschechien als Titelverteidiger einfach hat", sagte Rittner nach dem 1:4 gegen das Quartett um Wimbledonsiegerin Petra Kvitova, die letztlich den Unterschied ausmachte.

Big Points verpasst

Die Weltranglisten-Zweite holte für ihre Mannschaft wie geplant zwei Punkte, während die deutsche Nummer eins Sabine Lisicki nach dem Wochenende mit leeren Händen dastand.

"Sabine konnte leider nicht ihr bestes Tennis spielen", meinte Rittner über die Berlinerin, die völlig überraschend das Auftakteinzel gegen die in der Rangliste um 35 Plätze schlechter platzierte Iveta Benesova verlor.

"Ich habe einfach die Big Points nicht gemacht. Irgendwann aber werde ich genau diese Punkte machen", kündigte die Wimbledon-Halbfinalistin nach ihren beiden Dreisatz-Niederlagen an.

Rittner bleibt optimistisch

Trotz des Rückschlags in Zeiten des deutschen "Fräuleinwunders" blickt Rittner optimistisch in die Zukunft.

"Man konnte sehen, wie viel Potenzial die Mädels haben. Nicht nur spielerisch", erklärte die 38-Jährige, "sie haben auch das Zeug, die Leute zu begeistern." Die Relegation soll nur ein Umweg auf dem Weg zum anvisierten Titel 2013 sein.

Kritik am Modus

Rittner kritisierte in diesem Zusammenhang den Modus des Fed Cups mit nur acht Mannschaften in der Weltgruppe I, der eine ständige Fluktuation zur Folge hat. (DATENCENTER: Fed Cup)

"Man sollte es wie beim Davis Cup machen, wo 16 Teams in der ersten Gruppe sind", forderte die Leverkusenerin. Die Teamkapitäne seien sich darüber auch einig. Allerdings interveniert die Profivereinigung WTA, da der Fed Cup bei einer Aufstockung terminintensiver wäre. Rittner: "Aber wir werden da nochmal nachhaken. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg."

"Nehmen das Positive mit"

Auf den Abstiegskampf im April stimmte sich die deutsche Mannschaft bereits mehrere Stunden nach dem besiegelten Gang in die Weltgruppen-Relegation - dem vierten seit 2006 - bei einem Abendessen im Stuttgarter Hotel Garden Inn ein. Und spätestens da war aus der "Sauenttäuschung" (Rittner) Trotz geworden.

"Man hat gesehen, was wir für einen tollen Teamgeist haben. Wir nehmen das Positive von der Woche mit", sagte US-Open-Halbfinalistin Angelique Kerber, die den Ehrenpunkt holte, als schon alles verloren war.

Playoff gegen USA?

Allerdings droht für das Playoff-Spiel am 21./22. April ein schwieriger Gegner.

Da das DTB-Team bei der Auslosung am 14. Februar in London nicht gesetzt ist, könnten die USA mit den Williams-Schwestern sowie Spanien, Belgien oder die Ukraine warten.

Fest steht bereits, dass man zu einem Auswärtsspiel in die USA reisen müsste, während man Spanien und die Ukraine in Deutschland empfangen könnte. Falls Belgien der Gegner wäre, müsste der Austragungsort ausgelost werden.

Warten auf Petkovic

Im April rechnet Rittner auch wieder mit ihrer etatmäßigen Nummer eins Andrea Petkovic.

Die Darmstädterin muss derzeit wegen einer Rückenverletzung pausieren und weiß erst am Dienstag nach einer MRT in München mehr über den Zeitpunkt ihres Comebacks.

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