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Anna-Lena Grönefeld ist derzeit die Nummer 63 auf der WTA-Tour © getty

Nach dem hart erkämpften Sieg des deutschen Fed-Cup-Teams in der Schweiz ist die Erleichterung riesig - besonders bei Tatjana Malek.

Zürich - Aufstiegsheimspiel statt Abstiegskrampf, junges Team mit Hoffnungen statt nächste Verlierertruppe: Als der letzte Volley in Zürich gespielt war, sah die Zukunft für die deutschen Fed-Cup-Frauen gleich wieder freundlicher aus.

Nach dem hart erkämpften 3:2 in der Schweiz darf die Mannschaft von Kapitän Barbara Rittner nicht nur um die Rückkehr in die erste Liga der acht besten Teams kämpfen, sondern in eigener Halle Ende April auch mal wieder auf mehr Aufmerksamkeit hoffen.

"Wir wissen ja schon gar nicht mehr, wie so ein Heimspiel ist", sagte Rittner, die mit ihrem Team zuletzt im April 2007 in Deutschland antreten durfte.

Die möglichen Playoff-Gegner Frankreich, China, Spanien und Argentinien müssen gegen die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) aber allesamt reisen.

Und sie sollen die Halle dann besser füllen als am Wochenende in Zürich, wo an beiden Tagen nur ein paar Hundert Zuschauer Lust auf Tennis hatten.

Auch finanzielle Hoffnungen

Während das Wochenende dem Schweizer Verband hauptsächlich wegen der Auflagen des Weltverbandes ITF ein Defizit von 150.000 bis 200.000 Franken einbrachte, hofft der DTB nach der Qualifikation für das Aufstiegsspiel auf bessere Karten bei der heimischen Wirtschaft.

Ende des Jahres läuft der Vertrag mit dem Teamsponsor (Mercedes) aus, und Rittner mochte sich gar nicht ausmalen, was ein drohender Sturz in die Drittklassigkeit für die bald anstehenden Verhandlungen bedeutet hätte.

Tränen der Freude

Dass die Mannschaft für deutsche Tennisspielerinnen in ihrer egoistisch geprägten Sportart derzeit eine Aufbauhilfe ist, machten die Reaktionen nach dem 6:4, 6:3 von Anna-Lena Grönefeld und Tatjana Malek im entscheidenden Doppel gegen Patty Schnyder und Stefanie Vögele deutlich:

Überglücklich lagen sich Grönefeld, Malek, Sabine Lisicki, Ersatzfrau Kristina Barrois und Rittner in den Armen und weinten vor Freude.

Malek außer sich

Vor allem Malek konnte sich minutenlang gar nicht wieder beruhigen. Für sie war der Sieg elf Monate nach einer lebensgefährlichen Lungenembolie eine "brutale Erleichterung".

Sie kämpft sich auf der WTA-Tour ebenso wie Grönefeld nach ihrer Tennispause gerade wieder zurück und genießt die Betreuung im Fed-Cup-Umfeld.

"Tatjana kann sich einen eigenen Trainer, der sonst mit ihr reist, eben noch nicht leisten", sagt Rittner.

Lisicki "wie vom anderen Stern"

Mit dem Vater ist meist die 19-jährige Lisicki unterwegs, Deutschlands aktuelle Nummer eins, die sich in Zürich bei ihrem Sieg gegen Timea Bacsinszky und auch bei der Niederlage im Spitzeneinzel gegen die Weltranglisten-16. Patty Schnyder mutig und selbstbewusst präsentierte und ihr großes Potenzial zeigte. (Zur WTA-Rangliste)

"Hut ab vor Sabine, dass sie sich in ihrem dritten Fed-Cup-Match so präsentiert hat. Gegen Schnyder hat sie anderthalb Sätze lang wie vom anderen Stern gespielt", sagte Rittner.

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