vergrößern verkleinern
Julia Görges (l.) ist in Frankreich Nummer eins von Fed-Cup-Teamchefin Sabine Rittner © getty

Für das Frankreich-Duell beschwören die deutschen Fed-Cup-Damen den Teamgeist. Doch die Abstiegsangst schwingt mit.

Limoges - Dank des angesagten Sternekochs im Mannschaftshotel in Limoges sind die deutschen Tennisspielerinnen fast schon zu eingefleischten Frankreich-Fans geworden.

Die heiße Liebe wird spätestens ab Samstag abkühlen, wenn auf das Fed-Cup-Team im Palais des Sports de Beaublanc die erste Hürde auf dem Weg zurück in die Weltgruppe der besten acht Mannschaften wartet.

"Ich habe ein richtig gutes Gefühl", sagt Teamchefin Barbara Rittner vor der schweren Auswärtsaufgabe gegen die Equipe Tricolore.

Personalnot hin, Marion Bartoli her. (DATENCENTER: Der Fed-Cup)

Ohne Kerber, Petko und Barthel

Julia Görges, am Wochenende die deutsche Nummer eins und Hoffnungsträgerin, hat im DTB-Quartett längst eine "Jetzt-erst-recht"-Stimmung ausgemacht.

Kein Wunder, denn die Vorzeichen sind nach der Absagenflut in den letzten Wochen auf einmal gänzlich andere als noch bei der Auslosung im Sommer 2012.

"Frankreich ist der Favorit. Sie stehen in der Pflicht. Wir müssen ohne Drei spielen, sie können in bester Besetzung antreten", erklärt Rittner, die auf die Weltranglisten-Sechste Angelique Kerber (Rückenprobleme), Andrea Petkovic (Meniskus-OP) und Mona Barthel (andere Saisonplanung) verzichten muss.

Görges beschwört Teamgeist

DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard glaubt aber, "dass wir immer noch ein starkes Team haben." (NEWS: Kerber sagt Fed-Cup ab)

Görges will die gute Stimmung in die Waagschale werfen. "Für uns spricht der Teamgeist", meint die Weltranglisten-19.

Neben Görges soll Pattaya-Finalistin Sabine Lisicki (WTA 40) in den Einzeln am Samstag und Sonntag zum Einsatz kommen. Lisicki war nach ihrer Endspiel-Teilnahme in Thailand am Dienstagabend und damit zwei Tage nach ihren Kolleginnen in Limoges eingetroffen.

Beck winkt Debüt

Für das möglicherweise entscheidende Doppel auf dem Ascheplatz sind Görges und Anna-Lena Grönefeld vorgesehen. Als Alternative stünde noch Debütantin Annika Beck bereit.

Die Französinnen haben neben der Weltranglistenzehnten Marion Bartoli noch Alize Cornet (36), Kristen Mladenovic (69) und Pauline Parmentier (76) im Aufgebot.

"Jedes Match wird offen sein", meint Rittner.

Unterschwellige Abstiegsangst

In Falle einer Niederlage müsste ihr Team, das in stärkster Besetzung zu den weltbesten Mannschaften zählt, in der nächsten Partie gegen den Abstieg in die Drittklassigkeit kämpfen.

Der Angriff auf den ersehnten dritten Fed-Cup-Titel nach 1987 und 1992 wäre dann frühestens wieder 2015 möglich.

"Eine Niederlage wäre bitter", sagt deshalb auch Eberhard - knapp eine Woche nach der 0:5-Niederlage des deutschen Davis-Cup-Teams in Argentinien.

Neugierig auf Bartoli - doch die wackelt

Rittner ist in erster Linie neugierig auf Bartoli. Die einstige Wimbledon-Finalistin soll nach neunjähriger Abstinenz und heftigem Streit mit dem französischen Verband ihr Comeback feiern.

"Ich bin mal gespannt, wie Bartoli mit den hohen Erwartungen zurecht kommt", meint Rittner über die französische Nummer eins, die vor 4000 Zuschauern in der umgebauten Basketball-Halle von Limoges im Blickpunkt stehen wird.

Sollte es überhaupt dazu kommen: am Mittwoch und Donnerstag konnte Bartoli wegen eines grippalen Infekts nicht trainieren.

"Marion liegt im Bett. Wir werden am Freitagfrüh sehen, wie die Situation ist", sagte Frankreichs Teamchefin Amelie Mauresmo am Donnerstagabend der "L'Equipe".

Kerber fiebert am TV mit

Zuspruch erhalten Görges und Co. unterdessen von ihren fehlenden Teamkolleginnen.

"Ich drücke den Mädels alle Daumen. Ich werde die Spiele von zuhause verfolgen und mitfiebern. Ich glaube ganz fest an das Team", so Kerber, während sich auch Petkovic sicher ist: "Die schaffen das."

Sollte das DTB-Quartett gegen die Französinnen gewinnen, bräuchte es noch einen weiteren Sieg in der folgenden Play-off-Partie Mitte April, um wieder in die Eliteliga aufzusteigen.

Mittelfristig sei "der Titel das Ziel", erklärt Rittner.