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Sabine Katharina Lisicki steht derzeit auf Platz 40 der WTA-Weltrangliste © getty

Lisicki und Görges gewinnen ihre Einzel souverän. In den drei ausstehenden Partien reicht dem DTB-Team ein Sieg.

Limoges - Das gebeutelte deutsche Fed-Cup-Team hat die erhoffte Trotzreaktion gezeigt und ist auf dem besten Weg zu einem wichtigen Auswärtssieg.

Julia Görges und Sabine Lisicki sorgten mit ihren Einzelerfolgen für eine 2:0-Führung des ersatzgeschwächten DTB-Teams im Erstrundenspiel der Weltgruppe II gegen Gastgeber Frankreich in Limoges.

Am Sonntag fehlt der Mannschaft von Kapitänin Barbara Rittner damit aus den noch drei ausstehenden Matches nur noch einen Punkt, um Teil eins der Aufstiegsmission erfolgreich abzuschließen.

Historie spricht für Deutschland

Nachdem die Weltranglisten-40. Lisicki ihre Pflichtaufgabe gegen Pauline Parmentier (WTA 76.) mit 7:5, 7:5 erledigt hatte, zeigte sich auch die angeschlagene Julia Görges (19.) im Hexenkessel von Limoges nervenstark.

Die deutsche Nummer eins, die unter der Woche mit einem Magen-Darm-Virus gekämpft hatte, bezwang Kristina Mladenovic (69.) nach Abwehr eines Satzballs im zweiten Durchgang mit 6:3, 7:6 (7:5) und sorgte für ein beruhigendes Polster.

Der zweimalige Fed-Cup-Gewinner Deutschland muss in Limoges und eine weitere Begegnung im April gewinnen, um das Aufstiegsspiel in die Weltgruppe I der besten acht Teams zu erreichen.

Noch nie hat die deutsche Mannschaft ein Spiel mit einer 2:0-Führung im Rücken noch verloren.

Match droht zu kippen

Besonders Lisicki erlebte vor 3500 lautstarken Zuschauern im Palais des Sports de Beaublanc ein Wechselbad der Gefühle.

Zunächst war die 23-Jährige dank ihres starken Aufschlags und ihrer knallharten Grundlinienschläge die dominierende Spielerin. Lisicki ging nach einem Break mit 3:1 in Führung, doch nach einem vergebenen Satzball beim Stand von 5:2 drohte das Match plötzlich zu kippen.

Auch weil Stuhlschiedsrichter Carlos Ramos (Portugal) in zwei engen Aufschlagsituationen gegen die deutsche Mannschaft entschied - und Lisicki prompt das Rebreak zum 5:4 kassierte.

"Diese Entscheidungen waren ein bisschen blöd. Ich wollte es dann auf meine Weise allen zeigen", sagte die Berlinerin.

Auch Lisicki verspürte leichte Anzeichen einer Magen-Grippe.

Break zum Satzgewinn

Die Wimbledon-Halbfinalistin von 2011, die wegen ihrer Endspielteilnahme in Pattaya/Thailand erst am Dienstagabend anreisen konnte, behielt aber trotzdem kühlen Kopf und nahm Parmentier nach 55 Minuten den Aufschlag zum Satzgewinn ab.

Das gleiche Bild im zweiten Durchgang, als Lisicki mit einer eigenen 6:5-Führung im Rücken die entscheidenden Punkte machte und die Französin breakte.

Görges gelingt die Revanche

Danach präsentierte sich auch Görges gegen die 19 Jahre alte Nachwuchshoffnung Mladenovic hochkonzentriert.

Geduldig wartete Australian-Open-Achtelfinalistin Görges auf dem schnellen Sandplatz auf ihre Chance. Nach 37 Minuten nutzte sie ihren zweiten Satzball und sorgte für Jubel unter dem Dutzend deutscher Fans.

In der Folge ging Görges mit 3:1 in Führung, musste dann beim Stand von 4:5 aber einen Satzball abwehren. Im Tiebreak zeigte sie dann ihre ganze Klasse.

Letztlich konnte sich die 24-Jährige für die vor knapp zwei Wochen beim Hallenturnier in Paris erlittene Niederlage gegen Mladenovic revanchieren.

Frankreich ohne Bartoli

Rittners Team muss in Limoges auf die Weltranglistensechste Angelique Kerber (Rückenprobleme), Andrea Petkovic (Knie-OP) sowie Mona Barthel (andere Saisonplanung) verzichten. In Frankreichs Mannschaft fehlt Marion Bartoli, Nummer zehn des Rankings, wegen einer Grippe.

Vor zehn Monaten hatte Deutschland in der Relegation gegen Australien verloren (2:3). Es war der vierte Abstieg in die Zweitklassigkeit seit 2005. Dem gegenüber stehen vier Aufstiege.

Von den bislang sechs Duellen mit den Französinnen hat das DTB-Quartett vier verloren.

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