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Angelique Kerber (r., mit Andrea Petkovic) war 2007 erstmals im deutschen Fed-Cup-Team dabei © getty

Vor dem Aufstiegsspiel herrscht beim DTB-Team und "Edelfan" Petkovic beste Stimmung. Nur "Phantom Jankovic" macht Sorgen.

Stuttgart - König Fußball und ein Phantom namens Jankovic:

Im deutschen Fed-Cup-Team kommt in der Vorbereitung auf das Aufstiegsspiel am Wochenende gegen Serbien in Stuttgart keine Langeweile auf.

Neben den Diskussionen über die anstehenden Halbfinals in der Fußball-Champions-League hält eine andere Frage die Mannschaft in Atem.

"Ich traue dem Braten nicht", sagt Teamchefin Barbara Rittner, wenn sie über die Serbin Jelena Jankovic spricht.

Die frühere Weltranglistenerste könnte am Donnerstag theoretisch noch nachnominiert werden. Was die Chancen der Gastgeberinnen auf die Rückkehr in die Weltgruppe der acht besten Mannschaften stark beeinträchtigen würde.

Petkovic als Spaßkanone

Doch Rittner sieht ihr Quartett so oder so auf keinen Fall in der Favoritenrolle.

"Die Chancen stehen 50:50. Die Tagesform wird entscheiden. Fest steht, wir wollen gewinnen, egal wie", meinte die 39-Jährige und bestätigte: "Alle sind fit, es läuft super."

Auch weil Andrea Petkovic als "Edelfan" und Trainingspartnerin für gute Laune sorgt.

Auf die Frage, wer die Champions League in dieser Saison gewinnen wird, sagte die lange verletzte und offiziell nicht nominierte Hessin: "Ich glaube, Eintracht Frankfurt."

Die deutsche Nummer eins Angelique Kerber konnte sich danach vor Lachen kaum halten. "Petko" schweißt das Team zusammen.

Barthel schwärmt vom Team-Spirit

Auch Debütantin Mona Barthel, die aller Voraussicht nach neben der gesetzten Kerber als zweite Einzelspielerin nominiert wird, fühlt sich inzwischen pudelwohl und trägt die weiße Trainingsjacke mit der Aufschrift "Germany" mit Stolz.

"Es macht viel Spaß, wir haben ein tolles Team", sagte die Weltranglisten-28. Barthel, die bereits am Dienstag betont hatte: "Es ist ein Traum von mir, hier zu spielen. Aber natürlich ist es Barbaras Entscheidung. Ich versuche mich anzubieten."

Die Irritationen, die nach Barthels Absage für das Spiel im Februar in Frankreich (3:1) entstanden waren, sind längst ausgeräumt.

DFB-Pokal als Abendveranstaltung

Allerdings verwehrte ihr Rittner ein ganz besonderes Erlebnis.

Barthel hätte sich am Mittwochabend allzu gerne das Halbfinale im DFB-Pokal zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg im Stadion angeschaut.

"Es wäre Monas erstes Live-Spiel gewesen. Aber ich habe es untersagt. Wir gucken alle zusammen im Hotel", sagte Rittner miteinem Augenzwinkern.

Aussprache nach dem Training

Dafür genießt Barthel die Rituale.

"Wir bilden vor jedem Tag einen kleinen Kreis und schwören uns ein. Nach dem Training kann jeder auf dem Platz sagen, wenn er etwas auf dem Herzen hat. Das ist für den Teamgeist enorm wichtig", berichtete Petkovic.

Barthel oder Lisicki?

Vieles spricht dafür, dass Barthel als zweite Einzelspielerin nominiert wird.

Die Gewinnerin des Hallenturniers von Paris hat gegen die serbische Nummer eins Ana Ivanovic (WTA 17) eine 2:0-Bilanz. Sabine Lisicki, die auch für das Einzel in Frage kommt, hat gegen die einstige French-Open-Gewinnerin noch nie gespielt.

Für das Doppel sind nach der Absage von Julia Görges (körperliche Probleme) Sabine Lisicki und Anna-Lena Grönefeld vorgesehen.

Die Weltranglistensechste Kerber spürt den Druck "noch nicht so" und setzt auf die Erfahrungen, die sie nach ihrem Sprung in die Weltklasse sammeln konnte: "Ich hoffe, das hilft", sagte die Kielerin.

Erst Fed Cup, dann WTA

Die Auslosung findet am Freitag im Stuttgarter Rathaus statt.

Mit einem Sieg im ersten Duell überhaupt mit Serbien würde das DTB-Quartett 2014 wieder zur Weltgruppe I gehören. Es wäre seit 2005 der fünfte Aufstieg der Rittner-Auswahl, die sich am Sonntag in der Schwabenmetropole getroffen hatte.

Dort findet nach dem Fed Cup auch noch das hochkarätig besetzte WTA-Turnier (22. bis 28. April) statt.

Am Samstag ab 14.00 Uhr stehen die ersten beiden Einzel auf dem Programm. Am Sonntag ab 11.00 Uhr finden zunächst zwei Einzel und zum Abschluss das Doppel statt.

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