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Mona Barthel feiert gegen Serbien ihr Debüt für das deutsche Fed-Cup-Team © getty

Debütantin Barthel eröffnet nach Hausfrauenshooting die Partie gegen Serbien. Gegen Ivanovic hat sie einen Trumpf in der Hand.

Stuttgart - Eine Kissenschlacht, ein bisschen Kochen, eine Runde Staubsaugen - und als Krönung die Nominierung für das Einzel:

Für Fed-Cup-Debütantin Mona Barthel waren die vergangenen Tage mit einem "Hausfrauen"-Fotoshooting und der erfreulichen Nachricht von Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner schon aufregend genug.

Die Krönung soll am Wochenende folgen, wenn die 22-jährige Barthel im Playoff-Spiel gegen Serbien in Stuttgart die große Hoffnungsträgerin der Gastgeberinnen neben der Nummer eins Angelique Kerber ist.

Druck bei der Premiere

Barthel wird bei ihrem ersten Auftritt für Deutschland im Fokus stehen.

Und das von Anfang an, denn die Weltranglisten-28. eröffnet am Samstag (14 Uhr im LIVE-TICKER) das Premieren-Duell mit dem Vorjahresfinalisten aus Serbien.

Die introvertierte Barthel weiß, dass der Druck in der 4400 Zuschauer fassenden Arena groß sein wird.

"Ich hoffe, dass ich damit umgehen kann. Es ist eine andere Situation, für ein Team und ein Land zu spielen", sagte die Siegerin des Pariser Hallenturniers: "Ich versuche einfach, mich auf mich zu konzentrieren."

Bilanz spricht für Barthel

Allerdings hat Barthel im Match gegen die frühere French-Open-Gewinnerin Ana Ivanovic einen psycholgischen Vorteil.

Die Bilanz spricht mit 2:0 Siegen für die Rechtshänderin aus Neumünster, die die Weltranglisten-17. Ivanovic zuletzt im März in Indian Wells bezwang.

"Das wird mir helfen. Es ist schon gut, dass ich zweimal gegen sie gewonnen habe", meinte Barthel und fügte gewohnt zurückhaltend an: "Morgen ist ein neuer Tag."

Barthel vs. Lisicki: Kleinigkeiten entscheiden

Teamchefin Rittner ("Unsere Chancen stehen 50:50") bestätigte, dass bei der Frage nach der zweiten Einzelspielerin die Entscheidung zugunsten von Barthel und gegen Sabine Lisicki sehr eng war.

"Alle hatten eine sehr gute Trainingswoche und waren so nah beieinander. Es waren letztlich ein, zwei Kleinigkeiten, die ich weiß, andere aber nicht, die den Ausschlag gegeben haben", erklärte Rittner, die durchaus mit Nervosität bei Barthel rechnet:

"Klar gibt es eine besondere Anspannung. Jeder hat seinen Weg, damit umzugehen."

Zwist vom Tisch

Die Wogen jedenfalls sind längst geglättet. Barthel hatte im Februar ihre Teilnahme an der Playoff-Partie in Frankreich (3:1) aus persönlichen Gründen abgesagt.

Was im ohnehin ersatzgeschwächten Team für Unverständnis sorgte. Nach einem Gespräch mit Rittner am Rande des Turniers in Miami vor ein paar Wochen zählt nur noch die Zukunft.

"Der Fed Cup ist mit sehr wichtig. Ich könnte mir vorstellen, jetzt immer dabei zu sein", meinte Barthel.

Petkovic als Edelfan dabei

Rittner muss in Stuttgart auf Julia Görges (körperliche Probleme) verzichten.

Der selbsternannte "Edelfan" Andrea Petkovic ist als Trainingspartnerin in der Schwaben-Metropole mit dabei.

Kerber will Revanche

Die Hoffnungen ruhen aber auch auf Kerber. Die Nummer sechs des WTA-Rankings hatte in der Partie in Limoges wegen einer Rückenverletzung gefehlt.

"Wir haben noch etwas gutzumachen", sagte Kerber in Anspielung auf den Abstieg 2012.

Die Wimbledon-Halbfinalistin des Vorjahres ist im zweiten Einzel am Samstag gegen Bojana Jovanovski (WTA-Nr. 44) die Favoritin.

Spitzenspiel am Sonntag

Am Sonntag (11 Uhr im LIVE-TICKER) treffen im Duell der Spitzenspielerinnen zunächst Kerber und Ivanovic aufeinander, ehe es im vierten Einzel zum Duell zwischen Barthel und Jovanovski kommt.

Für das abschließende Doppel wurden Lisicki und Anna-Lena Grönefeld nominiert. Serbiens Kapitän Dejan Vranes, der Deutschland als 60:40-Favorit sieht, entschied sich für Vesna Dolonc/Aleksandra Krunic.

Rittner verordnet Schläfchen

Als Einstimmung auf die Partie um den Aufstieg in die Weltgruppe I der besten acht Mannschaften gab Rittner ihren Mädels am Freitagnachmittag frei zum "Schläfchen machen" und entspannen.

Gut möglich, dass die Spielerinnen die Zeit zum Fotos anschauen nutzten.

Bei einem Termin in einem Loft waren Bilder entstanden, die Kerber, Rittner und Co. beim Staubsaugen und Kochen zeigen.

Mittendrin Mona Barthel, die Debütantin, die bei der Kissenschlacht wirkte, als sei sie schon ewig dabei.

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