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Anna-Lena Grönefeld (2.v.l.) und Sabine Lisicki (r.) gewannen das entscheidende Doppel © getty

Die DTB-Damen trotzen gegen Serbien dem Druck: Barthel und das Doppel Grönefeld/Barthel machen Kerbers Niederlage wett.

Stuttgart - Als die Mission direkter Wiederaufstieg geglückt war, verwandelten die deutschen Fed-Cup-Spielerinnen die Stuttgarter Arena in ihre eigene Party-Zone.

Nach dem 3:2-Erfolg gegen Vorjahresfinalist Serbien und einem Wechselbad der Gefühle lief das Team auf dem Sandplatz eine Ehrenrunde und schwenkte vor 4200 Zuschauern stolz die schwarz-rot-goldene Fahne.

"Wir wollten zurück in die Weltgruppe, weil wir dahin gehören und einfach ein gutes Team sind", sagte Debütantin Mona Barthel nach zwei nervenaufreibenden Tagen, die das Quartett vom Titel 2014 träumen lassen.

Kapitänin Barbara Rittner schnappte sich derweil das Mikrofon und verkündete: "Jetzt wird gefeiert. Und nächstes Jahr greifen wir an", sagte die 39-Jährige nach zwei nervenaufreibenden Tagen, die das Quartett vom Titel 2014 träumen lassen.

Die Matchwinner Sabine Lisicki und Anna-Lena Grönefeld, die das entscheidende Doppel mit 6:2, 6:4 gegen Vesna Dolonc/Aleksandra Krunic für sich entschieden hatten, standen im Mittelpunkt der Feierlichkeiten.

Barthel besteht Nervenprobe

Doch der Sieg gegen die Serbinnen war in erster Linie ein Teamerfolg, nachdem die deutsche Nummer eins Angelique Kerber und Barthel jeweils einen Punkt geholt und mit ihren Siegen zweimal einen Rückstand aufgeholt hatten.

Vor allen Dingen Barthel hatte am Sonntag mit dem Rücken zur Wand gestanden, aber die Hoffnungen der DTB-Formation mit einem couragierten Auftritt am Leben gehalten.

Einen Tag nach ihrem missglückten Debüt feierte die Weltranglisten-28. durch ein 6:1, 3: 6, 6:3 gegen Bojana Jovanovski ihren ersten Sieg im Fed-Cup-Team und glich zum 2:2 aus.

Kerber verliert

Unmittelbar zuvor hatte Kerber das Spitzenduell mit der einstigen French-Open-Siegerin Ana Ivanovic mit 5:7, 5:7 verloren - und Barthel in Zugzwang gebracht.

Doch auch Lisicki und Grönefeld präsentierten sich in der entscheidenden Partie nervenstark. Nach 32 Minuten holten sie sich den ersten Satz und nutzten ihren fünften Matchball.

Damit können die Deutschen im nächsten Jahr nach der bedeutendsten Team-Trophäe im Frauentennis greifen, die sie 1987 und 1992 gewonnen hatten. In der Ära Rittner wurde damit der fünfte direkte Wiederaufstieg in die Eliteliga seit 2005 geschafft. Wer der Gegner in der ersten Runde im Februar 2014 sein wird, entscheidet sich bei der Auslosung am 10. Juli in Paris.

Görges und Petko als Edelfans

Der Zitter-Sieg ist umso höher einzuordnen, da Rittner wie bereits in den vergangenen Partien nicht auf die stärkste Formation zurückgreifen konnte.

Julia Görges (körperliche Probleme) und Andrea Petkovic, die zuletzt wegen einer Wadenblessur pausieren musste, saßen nur als Edelfans in der Box.

Barthel rechtfertigte ihre Nominierung am zweiten Tag, nachdem sie am Samstag gegen Ivanovic (6:7, 6:2, 2:6) noch den mittlerweile fast schon unheimlichen Debüt-Fluch der letzten Jahre zu spüren bekommen hatte.

"Eine Extremsituation"

Die Paris-Siegerin erlebte in Stuttgart das, was vor ihr schon Kerber, Petkovic, Görges und Lisicki durchmachen mussten: Nervenflattern und eine Niederlage beim ersten Mal.

"Ich war noch nie so nervös in einem Match. Es ist nochmal etwas anderes, für sein Land zu spielen. Es war eine Extremsituation", meinte die 22-Jährige, ehe sie 21 Stunden später gegen Jovanovski Wiedergutmachung betrieb:

"Ich wollte dieses Match unbedingt gewinnen. Das ganze Team hat mir heute so viel Energie gegeben."

Hadern mit dem Schiedsrichter

Zuvor hatte Hoffnungsträgerin Kerber gegen die famos aufspielende Ivanovic eine starke Leistung gezeigt, aber ihre Chancen nicht genutzt.

Von den 18 Breakmöglichkeiten verwertete sie nur zwei. "Ana hat gerade in diesen Situationen gut gespielt. Hut ab vor ihr", sagte Wimbledon-Halbfinalistin Kerber, die auch mit Schiedsrichterentscheidungen nach engen Bällen haderte:

"Da waren wir nicht einer Meinung."

Am Tag zuvor hatte "Angie" beim 7:5, 6:2 gegen Jovanovski allerdings ihre Führungsqualitäten bewiesen - und den wichtigen Grundstein für die Party am Tag danach gelegt.

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