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Die deutsche Mannschaft will den Fed Cup nach 1992 wieder gewinnen © getty

Nach dem Aufstieg in die Weltgruppe I träumt Teamchefin Barbara Rittner schon vom Halbfinale und erhofft sich mehr Konstanz.

Frankfurt - Nach der emotionalen Achterbahnfahrt von Frankfurt (Müde Lisicki führt Fed-Cup-Team in Weltgruppe I) träumte Barbara Rittner schon von einer rosigen Zukunft.

"Es wäre eine tolle Sache, mit dieser jungen Mannschaft auch einmal ein Halbfinale oder Finale zu bestreiten", sagte die 36-Jährige nach dem 3:2-Zittersieg gegen China und dem Aufstieg des deutschen Fed-Cup-Teams in die erste Liga der besten acht Nationen.

Zuletzt hatte Deutschland 1992 den Titel geholt. Damals noch mit Steffi Graf und Rittner als Ersatzspielerin.

Lange Pause

Einzig die Tatsache, dass das Viertelfinale erst im Februar 2010 ausgetragen wird, hatte bei Rittner eine spürbare Ungeduld zur Folge: "Es könnte von mir aus pro Jahr ruhig fünf bis sechs Fed-Cup-Spiele geben und nicht nur zwei. Jetzt müssen wir eben ein bisschen warten, bis es weitergeht."

Damit sprach die Bundestrainerin ihren Schützlingen aus der Seele.

Große Aufgabe

Bereits am Sonntagabend schwor sich das Quartett um Sabine Lisicki und Anna-Lena Grönefeld beim Verzehr der Geburstagstorte von Rittner, die am Samstag 36 Jahr alt geworden war, auf die nächste Aufgabe in zehn Monaten ein.

Dann könnten unter anderem die diesjährigen Finalisten USA oder Italien oder der entthronte Titelverteidiger Russland warten.

Konstanz erwünscht

Doch in Ehrfurcht werden die Weltgruppen-Rückkehrerinnen nach eigenen Angaben nicht erstarren.

"Wir wollen jetzt solange wie möglich unter den besten Acht bleiben und keine Fahrstuhlmannschaft mehr sein", sagte Grönefeld mit Blick auf die letzten Jahre.

Seit 2004 pendelte der zweimalige Fed-Cup-Sieger Deutschland ständig zwischen Auf- und Abstieg.

Vertrag läuft aus

Zuletzt hatte das DTB-Team vor einem Jahr nach einer 2:3-Niederlage den Gang in die Weltgruppe II antreten müssen. DATENCENTER: Alle Ergebnisse

Eine dauerhafte Etablierung in der Eliteliga könnte auch aus wirtschaftlicher Sicht wichtig werden.

Ende des Jahres läuft der Vertrag mit dem Teamsponsor (Mercedes) aus.

Lob für Rittner

DTB-Präsident Georg von Waldenfels ist aber überzeugt, dass die Siegerinnen von Frankfurt am Wochenende Werbung in eigener Sache betrieben haben.

"Diese Spielerinnen können gemeinsam in den nächsten Jahren noch viel erreichen. Das ist ein wirkliches Team, in dem nicht gezickt wird. Auch das ist wichtig für das deutsche Tennis und die Außendarstellung", erklärte von Waldenfels und lobte "Chefin" Rittner: "Barbara hat zu diesem tollen Teamspirit viel beigetragen."

Schritt nach vorne

Auch Lisicki (94078DIASHOW: Mit Vollgas an die Spitze) fühlt sich im "Team Germany" pudelwohl: "Jede unterstützt die andere. Es ist ein besonderes Gefühl, für sein Land zu spielen", sagte die Charleston-Siegerin.

Und die deutsche Auswahl machte in den Frankfurter Tagen in gruppendynamischer Hinsicht einen neuerlichen Schritt nach vorne.

"Durch solche Erlebnisse wächst das Team weiter zusammen. Für jeden wird es schwer, in den nächsten zehn Monaten in die Mannschaft zu kommen", sagte Rittner und sprach damit auch den Ersatzspielerinnen Tatjana Malek und Kristina Barrois ihr Vertrauen aus.

Auf nach Stuttgart

In den nächsten Monaten geht das Quartett aber erst einmal wieder getrennte Wege.

Lisicki und Grönefeld reisten direkt aus Frankfurt weiter zum WTA-Turnier nach Stuttgart, das am Montag beginnt.

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