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Dinara Safina gewann in ihrer Karriere bisher neun Einzel-, sowie acht Doppeltitel © getty

Dinara Safina hält nicht viel vom Rampenlicht. Ein großes Ziel hat sie sich bereits erfüllt - ein anderes steht noch aus.

München - Mit Glanz und Glamour hat die neue Tennis-Königin Dinara Safina nicht viel am Hut.

Die Russin trägt keine überdimensionalen Handtaschen wie die Williams-Schwestern durch die Gegend und will auch nicht halbnackt in Magazinen posieren wie eine Maria Scharapowa.

Ganz bescheiden im eher unauffälligen Trainingsanzug kommt Safina beim Turnier in Stuttgart daher und lächelt verlegen, als ihr Turnier-Direktor Markus Günthardt eine große Torte zum 23. Geburtstag überreichte.

Dass ihr der Glamour-Faktor fehlt, damit hat Safina keine Probleme.

"Ich werde nicht abheben"

"Ich ziehe das an, was mir steht und worin ich mich wohlfühle. Einen Lieblingsdesigner habe ich nicht", sagt die Moskauerin, die an den Taten auf dem Tennisplatz gemessen werden will und nicht an ihren Körper-Maßen: "Ich konzentriere mich auf Tennis, alles andere spielt keine Rolle."

In Stuttgart will sich Safina bei ihrem ersten wichtigen Turnier als Nummer eins selbst treu bleiben: "Ich werde nicht abheben und stehe mit beiden Beinen fest im Leben."

Den Sprung auf den Tennis-Thron hat Dinara Safina geschafft, der Wandel von der ewigen Zweiten zur großen Siegerin steht aber noch aus.

Grand-Slam-Titel wäre der nächste Schritt

Doch bei der Jagd auf ihren ersten Grand-Slam-Titel will sie sich nicht unter Druck setzen lassen: "Mit Platz eins in der Weltrangliste habe ich mir einen Traum erfüllt. Der Sieg bei einem der großen vier Turniere ist jetzt der nächste Schritt, den ich machen will." (Safina: Sieg bei Grand-Slam-Turnier als Ziel)

Das mit 700.000 Dollar dotierte Stuttgart Turnier ist wegen des neuen Sandbelags und der hochkarätigen Besetzung auch eine ideale Generalprobe für die French Open (24. Mai bis 7. Juni). DATENCENTER: Alle Ergebnisse

Besonders für Safina. Im vergangenen Jahr hatte die 23-Jährige in Paris ihr erstes von drei großen Finals verloren.

Niederlagen in den Endspielen

Es folgten die Niederlagen im Endspiel von Olympia 2008 in Peking und bei den Australian Open im Januar.

In Melbourne fühlte sich Safina bei dem 0:6, 3:6-Debakel gegen Serena Williams zeitweise hilflos "wie ein Ballkind".

Safinas Selbstvertrauen hat aber nicht gelitten. Mitte April stürzte sie Serena Williams vom Thron.

Geschwister Safina ganz vorn

"Ich versuche immer, alles positiv zu sehen. Es waren drei bittere Finalniederlagen, dennoch bin ich einem großen Titel schon sehr nah gekommen", meint die 19. Nummer eins in der Geschichte der Weltrangliste, die damit für ein Novum gesorgt hat.

Denn noch nie hatte ein Geschwisterpaar in den Rankings vorn gelegen.

Dinaras Bruder Marat Safin, vor neun Jahren US-Open-Sieger, hatte den Platz an der Sonne seit Ende 2000 dreimal für insgesamt neun Wochen inne.

Aufstieg dank Trainer Krajan

Mittlerweile ist die kleine Schwester längst aus dem Schatten ihres einstigen Vorbilds getreten. "Noch vor einem Jahr hieß es überall nur: "Das ist doch Marats Schwester. Heute ist das anders", sagt sie nicht ohne Stolz.

Eine ganz entscheidende Rolle beim Aufstieg zur Nummer eins spielte ihr Trainer Zeljko Krajan.

Im Alter von 20 Jahren hatte die Wahl-Monegassin gespürt, dass noch viel ungenutztes Potenzial in ihr schlummerte.

Aber erst der kroatische Coach konnte die psychische Bremse lösen. Safina: "Er sagte, ich solle nichts ändern, einfach meine Waffen besser nutzen."

Hohe Leistungsdichte an der Spitze

Die Rivalinnen rütteln allerdings schon an ihrem Thron.

"Die Leistungsdichte an der Spitze ist momentan sehr hoch. Ich glaube nicht, dass sich dort jemand sehr lange halten kann", sagte die Weltranglisten-Dritte Jelena Dementijewa.

Dinara Safina ist das egal, sie genießt den Augenblick: "Ich wache jeden Morgen auf und merke, wie schön es sich anfühlt, die Nummer eins zu sein."

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