Ausgerechnet Wackelkandidatin Lucie Safarova hat Tschechiens Tennisspielerinnen mit zwei Einzelsiegen im Finale gegen Serbien zum siebten Fed-Cup-Titel geführt.

Den vorzeitigen Triumph für den Titelverteidiger und Gastgeber besiegelte die Weltranglisten-17. durch ein 6:1, 6:1 gegen die frühere Nummer eins Jelena Jankovic.

Vor dem abschließenden Doppel in Prag lagen die Tschechinnen damit uneinholbar mit 3:1 in Führung und verwandelten die mit 13.800 Zuschauern seit Wochen ausverkaufte Arena in ein Tollhaus. Jankovic brach nach ihrer Niederlage in Tränen aufgelöst zusammen und war untröstlich.

Steffi-Graf-Fan Safarova wuchs nach bisher eher durchwachsenen Fed-Cup-Leistungen im Finale über sich hinaus. Die 25 Jahre alte Linkshänderin hatte bereits am Samstag ihr erstes Einzel mit 6:4, 6:3 gegen die einstige French-Open-Gewinnerin Ana Ivanovic gewonnen.

Tschechiens Nummer eins Petra Kvitova hatte am Sonntag die vorzeitige Entscheidung zunächst verpasst, als sie sich im Spitzenmatch Ivanovic mit 3:6, 5:7 geschlagen geben musste.

Für Linkshänderin Kvitova, die am Samstag mit 6:4, 6:1 gegen Jankovic gewonnen hatte, war es die erste Niederlage im Mannschaftswettbewerb nach elf Siegen in Serie. Auf Hartcourt hatte die einstige Wimbledonsiegerin Kvitova im Fed Cup zuletzt im Februar 2010 verloren - gegen Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn).

Für Safarova, einst jahrelang mit dem tschechischen Spitzenspieler Tomas Berdych liiert, war der Erfolg gegen Jankovic erst der neunte Sieg im 18. Einzel für ihr Land.

Die Tschechinnen hatten in der ersten Runde im Februar die deutsche Mannschaft in Stuttgart besiegt (3:2) und sich dann im Halbfinale gegen Italien (4:1) durchgesetzt. Serbien schaltete den Vorjahres-Finalisten Russland in Moskau mit 3:2 aus und spielte in Prag erstmals um den Titel.

Die tschechischen Männer können es ihren Frauen Mitte November gleichtun, wenn sie zum Davis-Cup-Finale Titelverteidiger Spanien empfangen.