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Tommy Haas stand bereits drei Mal im Viertelfinale der US Open © getty

Tommy Haas verspielt bei den US Open in Runde zwei eine 2:0-Satzführung. Jetzt stellt er die Fortsetzung seiner Karriere in Frage.

New York - Gefrustet vom Zweitrunden-Aus und zermürbt von seiner Verletzungsmisere hat Tommy Haas nach dem frühesten K.o. bei den US Open seit acht Jahren die Fortsetzung seiner Karriere in Frage gestellt.

"Ich werde in den nächsten Wochen entscheiden, was ich mache. Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder man greift nochmal an oder man überlegt sich, wie lange man das noch mitmacht", erklärte Haas nach dem bitteren 6:2, 6:2, 6:7 (5:7), 3:6, 3:6 in der zweiten Runde gegen den Qualifikanten Gilles Muller (Luxemburg).

Der 30-Jährige schloss sogar eine vierte Operation an der lädierten rechten Schulter nicht aus: "Denn eigentlich will ich noch weitermachen. Doch es ist mental sehr hart, wenn immer wieder Rückschläge kommen."

Schmerzen im Schlagarm

Drei Tage nach seinem Fünfsatz-Krimi gegen Richard Gasquet (Frankreich) konnte Haas nach einer 2:0-Satzführung und einem unerklärlichen Leistungseinbruch diesmal keinen Kraftakt vollbringen.

Nicht zuletzt, weil der Daviscup-Spieler erneut von Schmerzen im Schlagarm behindert wurde.

Nach den immer wiederkehrenden gesundheitlichen Problemen ist das frühe Aus bei seinem Lieblingsturnier ein neuer Rückschlag für Haas.

Starker Beginn

In den vergangenen beiden Jahren hatte er in New York jeweils das Viertelfinale erreicht. Damit ist Qualifikantin Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) die letzte verbliebene der zwölf gestarteten Deutschen.

Im Spiel um den Einzug ins Achtelfinale trifft die 23-Jährige am Samstag auf Alize Cornet (Frankreich).

Haas ließ sich zunächst nicht von den ungeliebten Rahmenbedingungen irritieren. Bereits um elf Uhr am Vormittag und auf dem abgelegenen Court 11 hatte der Weltranglisten-39., der eher die große Bühne bevorzugt, antreten müssen.

Nach starkem Beginn mit druckvollen Grundschlägen verlor Haas dann im dritten Satz den Faden, während Mullers Aufschlag (insgesamt 36 Asse) immer stärker wurde.

Vom Break nicht erholt

Der in der Rangliste um 91 Ränge besser platzierte Deutsche musste im entscheidenden Satz ein Break zum 3:5 hinnehmen und erholte sich davon nicht mehr.

Haas: "Dabei habe ich immer gedacht, dass ich dieses Spiel nicht verlieren kann." Zuletzt war der Rechtshänder 2000 in der zweiten Runde gescheitert.

Haas hatte die diesjährigen Grand Slams in Australien und Paris wegen seiner Schulter-Operationen absagen müssen.

Haas lässt Eder einfliegen

Aus seiner Vorliebe für die Veranstaltung in Queens hatte Haas zuvor kein Geheimnis gemacht.

"Ich mag dieses Turnier. Wenn man hier auf den großen Plätzen spielt, bekommt man eine Gänsehaut. Das ist dann wie eine Sucht", erklärte der Wahl-Amerikaner aus Florida.

Die Beschwerden im Arm sind indes Auswirkungen seiner angegriffenen Schulter. "Jetzt zieht eben alles ein bißchen nach unten", meinte Haas, der extra Physiotherapeut Klaus Eder hatte einfliegen lassen.

Grönefeld letzte Deutsche

Grönefeld bereitete sich derweil auf der Anlage rund um das gigantische Arthur-Ashe-Stadium mit einer Trainingseinheit auf ihre nächste große Herausforderung vor.

Obwohl sie als Außenseiterin in das Duell mit der in der Bestenliste um 124 Plätze besser notierten Cornet geht, ist die 23-Jährige optimistisch.

"Ich kann für eine Überraschung sorgen, denn ich habe zuletzt viel Selbstvertrauen getankt", betonte Grönefeld: "Ich habe eine gute Chance."

Erfolge haben Auswirkungen

Wegen psychischer und physischer Probleme war die einstige Nummer 14 der Welt (April 2006) nach einer neunmonatigen Auszeit erst im Mai wieder in den Profizirkus eingestiegen.

Mit fünf Turniersiegen auf der Challenger-Tour rüstete sie Grönefeld für ihr Comeback auf großer Bühne. Die jüngsten Erfolge im Big Apple haben bereits erste Auswirkungen gezeigt.

"Es kommen auch schon Rückmeldungen aus Deutschland. Das ist etwas Schönes", berichtete die Fedcup-Spielerin mit einem Schmunzeln.

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