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Anna-Lena Grönefeld galt einst als größte deutsche Nachwuchshoffnung © imago

Im Sport1.de-Interview spricht Anna-Lena Grönefeld über ihren Aufwärtstrend, ihre Ziele für die French Open und Sabine Lisicki.

von Benjamin Bauer

München - Anna-Lena Grönefeld war einst die größte deutsche Nachwuchshoffnung nach Steffi Graf. Mittlerweile hat die Berlinerin Sabine Lisicki ihr den Rang abgelaufen (Die WTA-Weltrangliste).

Nach einem langen sportlichen Tief ist Grönefeld in den letzten Wochen wieder besser in Form gekommen. Auch dank ihres neuen Trainers Dirk Dier.

In der ersten Runde des Turniers von Straßburg musste die Nordhornerin bei French-Open-Generalprobe gegen die Rumänin Monica Lucescu allerdings eine empfindliche Pleite hinnehmen.

Im Sport1.de-Interview spricht die 23-Jährige über ihren Aufwärtstrend, ihr Verbesserungspotenzial, ihre Ziele für die French Open sowie ihre deutsche Konkurrentin Sabine Lisicki.

Sport1.de: Frau Grönefeld, wie fällt Ihre persönliche Bilanz 2009 bislang aus?

Anna-Lena Grönefeld: Am Anfang des Jahres ist es nicht so gut gelaufen. Ich habe oft früh verloren, aber seit Indian Wells habe ich wieder sehr gut gespielt. Vor allem die letzten Wochen haben gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Im Großen und Ganzen bin ich im Moment daher ziemlich zufrieden.

Sport1.de: Sehen Sie mit dem positiven Abschneiden in Estoril und den guten Ergebnissen gegen Topspielerinnen wie Jelena Dementjewa, Venus Williams und Nadia Petrowa einen Aufwärtstrend?

Grönefeld: Das auf jeden Fall. Leider habe ich immer knapp verloren, aber es wurde immer enger und enger und bald werde ich sie hoffentlich dann auch mal schlagen. Die Ergebnisse geben mir viel Selbstvertrauen für die nächsten Wochen.

Sport1.de: Was fehlt derzeit, um eine Topspielerin zu schlagen? Wo sehen Sie am meisten Verbesserungspotenzial?

Grönefeld: Ich denke, ich bin sehr nah dran. Vor allem gegen Petrowa hatte ich sogar mehr Punkte im Match gemacht als sie. Ich muss einfach die die Chancen, die ich in so einem Match bekomme, nutzen. Denn davon bekommt man gegen die Besten nicht viele. An der Konstanz kann ich sicher auch noch arbeiten, überhaupt gibt es noch einiges, was ich verbessern kann.

Sport1.de: Wie ist Ihre Form vor den French Open?

Grönefeld: Ich freue mich riesig auf die French Open, nachdem ich letztes Jahr nicht dort gespielt habe und es mein Lieblingsturnier ist. Dazu fühle ich mich super im Moment. Die Form stimmt und die möchte ich jetzt gerne dorthin mitnehmen.

Sport1.de: Was ist Ihr Ziel bei den diesjährigen French Open?

Grönefeld: Zu allererst sicher einmal die erste Runde gegen Amelie Mauresmo zu überstehen. Dann muss man auch schauen, was die Auslosung bringt. In den letzten Wochen hab ich allerdings gesehen, dass ich sicher Chancen gegen jede Spielerin der Welt haben werde (Harte Nuss für Grönefeld).

Sport1.de: Wie würden Sie Ihre Beziehung zu Sabine Lisicki bezeichnen?

Grönefeld: Eine ganz normale. Wir verstehen uns gut, auf Turnieren haben wir auch schon zusammen trainiert.

Sport1.de: Lange Zeit galten Sie als Hoffnungsträgerin für das deutsche Damentennis. Nun ist dieses auf Sabine Lisicki übertragen worden. Sind Sie froh, dass es diese Entwicklung genommen hat?

Grönefeld: Ich denke, dass ist eine ganz normale Entwicklung. Mittlerweile bin ich ja auch schon ein paar Jahre dabei und Sabine hat mit dem Turniersieg in Charleston einen super Erfolg gefeiert. Ich hoffe natürlich, dass das auch dem gesamten deutschen Tennis einen Aufschwung gibt.

Sport1.de: Nimmt das Ihnen womöglich den Druck?

Grönefeld: Ich habe eigentlich nie einen so großen Druck verspürt. Ich versuche in erster Linie für mich zu spielen und das möglichst erfolgreich.

Sport1.de: Sie haben sich über kleine Turniere zurück auf die große Bühne des Tennis gespielt. Sind Sie stolz darauf, sich erneut durchgebissen zu haben?

Grönefeld: Das auf jeden Fall. Ich habe mir selbst bewiesen, dass ich es kann und sicher auch viele Kritiker verstummen lassen.

Sport1.de: Welchen Anteil hat ihr Coach Dirk Dier daran? Worauf legt er Wert auf dem Platz und abseits des Platzes?

Grönefeld: Er hat ganz sicher einen großen Anteil daran. Er hat mir den Spaß wieder gegeben. Das ist auch das wichtigste für ihn, dass ich Spaß am Sport habe und dass ich Tennis wirklich spiele. Er hatte am Anfang unserer Zusammenarbeit sehr viel Geduld mit mir, und das hat sich ausgezahlt. Sicher ist nicht immer alles nur Spaß. Manchmal muss man sich auch durch Trainingseinheiten quälen. Außerdem verstehen wir uns sehr gut außerhalb des Platzes.

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