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Erlöst! Anna-Lena Grönefeld freut sich nach ihrem Sieg über Alize Cornet © imago

Ein großes Comeback: Nach einem Zittersieg über die Französin Cornet steht Grönefeld im Achtelfinale der US Open in New York.

New York - Nach einem wundersamen Comeback im Big Apple träumt Anna-Lena Grönefeld schon vom nächsten großen Coup.

Bei den US Open geht die 23-jährige Qualifikantin am Montag zwar als krasse Außenseiterin ins Achtelfinale gegen die Weltranglisten-Siebte Dinara Safina (Russland), doch nach einer famosen Woche ist das Selbstvertrauen fast grenzenlos.

"Ich schwebe auf einer Wolke und genieße alles sehr. Zeitweise habe ich gespielt wie von einem anderen Stern", erklärte die einzig noch im Feld verbliebene deutsche Hoffnungsträgerin nach dem imponierenden 6:4, 7:5-Drittrundensieg gegen die favorisierte Alize Cornet (Frankreich) in New York.

Der größte Erfolg seit über zwei Jahren ist der vorläufige Höhepunkt der erstaunlichen Rückkehr Grönefelds ins Rampenlicht.

Wiedereinstieg nach neun Monaten

Erst im Mai war die Weltranglisten-141. nach einer neunmonatigen Auszeit wieder in den Profi-Zirkus eingestiegen.

Der Grund für den zwischenzeitlichen Rückzug waren physische und psychische Probleme nach der Trennung von ihrem dominanten Coach Rafael Font de Mora gewesen.

"Das ist aber abgehakt. Ich habe jetzt ein Leben außerhalb des Platzes. Ich bin glücklich, habe wieder Selbstvertrauen und spiele freier auf", sagte Grönefeld.

Enorme Nervenstärke

Mit enormer Nervenstärke und knallharten Grundlinienschlägen hatte sie gekontert, nachdem sie im zweiten Satz eine 5:0-Führung und drei Matchbälle vergeben hatte.

"Das macht diesen Erfolg sehr wertvoll. Es war ein großer Sieg", sagte Grönefeld, der 40 direkte Punkte gelangen. Im Achtelfinale wolle sie "da rausgehen und Spaß haben". Dass sie Safina schon geschlagen habe, helfe dabei sicher.

Ein weiteres Indiz für ihr zurück gewonnenes Selbstvertrauen ist die Tatsache, dass sie in New York die aktuelle Liste der härtesten Aufschlägerinnen mit 206 km/h vor Wimbledonsiegerin Venus Williams (USA) anführt.

Eintrag in die Geschichtsbücher

Einen Eintrag in die Geschichtsbücher hat die French-Open-Viertelfinalistin von 2006 bereits sicher: Zuletzt hatte vor zwölf Jahren eine Qualifikantin das Achtelfinale bei den US Open erreicht.

Für Grönefelds Trainer Dirk Dier ist der Erfolg in Flushing Meadows kein Wunder. "Es zeigt sich, dass unsere Planung aufgegangen ist", meinte der Ex-Profi mit Blick auf die vergangenen Monate. Nach ihrer Auszeit, in der Grönefeld unter anderem ihre erste eigene Wohnung in Saarbrücken bezog, sammelte sie mit vier Erfolgen auf der ITF-Tour die nötige Matchpraxis.

Auch vom zwischenzeitlichen Absturz bis auf einen Weltranglistenplatz jenseits der Top 400 ließ sich die einstige Nummer 14 (April 2006) nicht entmutigen.

Zweimal gegen Safina gewonnen

Dier ist derweil überzeugt, dass der Höhenflug von Grönefeld gegen Safina nicht enden muss. "Auf dem Platz zählen keine Ranglisten, da ist alles möglich", betonte der Trainer.

Im direkten Vergleich führt Grönefeld sogar 2:1. Mit Rückblicken will sich die 1,80-m-Hünin aber ohnehin nicht mehr beschäftigen. Vielmehr genießt sie nach den Erfahrungen der Vergangenheit "das neue Ich".

Grönefeld: "Ich laufe nicht mehr herum wie ein Roboter, sondern treffe eigene Entscheidungen."

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