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Tommy Haas stand 2002 im Achtelfinale von Roland Garros © imago

Tommy Haas spielt in Paris Tennis auf Abruf. Seine lädierte Schulter könnte seine Karriere von heute auf morgen beenden.

Paris - Tommy Haas hat seine Verlobte mitgebracht.

Sara war noch nie in der Stadt der Liebe, und der gebürtige Hamburger kennt sich schließlich aus in Paris. Zum neunten Mal spielt er in diesem Jahr bei den French Open (DATENCENTER: French Open Damen).

Diesmal wundert ihn das aber ein bisschen sogar selbst: "Ich wusste lange nicht, ob ich hier antreten werde", sagt Haas.

Drei Operationen

Er ist jetzt 31, und nach drei Schulteroperationen ist die Saison auf den ungeliebten Sandplätzen im oft kalten Europa für ihn manchmal mehr eine Qual. In den vergangenen beiden Jahren musste er Roland Garros auslassen. "Ich bin nur hier, weil ich mich wohlfühle", sagt Haas.

Eigentlich läuft seine ganze Karriere nur noch so, von Tag zu Tag: "Ich habe keine Ahnung, wie lange ich noch spiele: Wenn mein Physiotherapeut mich einigermaßen fithalten kann, geht es weiter. Wenn noch mal was mit der Schulter ist, wahrscheinlich nicht."

"Höhen und Tiefen"

Am Dienstag war alles gut, er gewann sein Erstrundenmatch locker 6:1, 6:4, 6:4 gegen Andrei Pavel aus Rumänien, und er hatte sogar Spaß dabei. "Tennis ist mein Sport, mein Leben. Auch wenn es manchmal nicht so aussieht", meint Haas (Haas locker weiter).

Gerade in Paris hat er schon "ein paar Höhen und Tiefen gehabt".

Sein bestes Ergebnis war eine Achtelfinalteilnahme 2002.

Noch ehrgeizig

Damals verlor er gegen den noch vier Jahre älteren Pavel, der heute doch "eigentlich schon länger nicht mehr aktiv ist. Aber so hatte ich wenigstens noch einmal die Chance zur Revanche", sagt Tommy Haas, und es klingt ein wenig, als habe er damit einen von mehreren Punkten abgehakt, die es vor einem Karriereende eben noch so zu erledigen gilt.

Dabei ist er noch ehrgeizig.

Seine Zweitrundenniederlage Anfang Mai in Madrid gegen Andy Roddick hat ihn sehr frustriert, er hätte zu gern später noch gegen Roger Federer gespielt. Mit seiner Verlobten ist er dann auf die Seidlalm in Kitzbühel gewandert und hat "versucht, das zu vergessen".

Verlobung an Heiligabend

Und nun zeigt er Sara Foster, mit der er sich Heiligabend im Kreise ihrer Familie in Los Angeles verlobt hat, neben all dem Tennis auch Paris.

Auch wegen seiner andauernden Schulterbeschwerden spielt Tommy Haas weniger Turniere als früher und hat mehr Zeit für die Familie und andere Interessen.

Neulich war er in seiner Wahlheimat USA mit Freunden auf einem Konzert von Schmusesänger Seal. Mit dem Ehemann von Heidi Klum hat er sich hinterher noch unterhalten. Über Tennis. Und über Musik und Familie.

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