vergrößernverkleinern
Kei Nishikori nimmt erst zum zweiten Mal an einem Grand-Slam-Turnier teil © getty

Ein Japaner schlägt von Krämpfen geplagt David Ferrer und steht im Achtelfinale. John McEnroe spricht vom neuen Michael Chang.

New York - Geplagt von Krämpfen hat der Japaner Kei Nishikori bei den US Open in New York Geschichte geschrieben und mit seinem Achtelfinal-Einzug den Stars die Schau gestohlen.

Der ungesetzte 18-Jährige aus Shimana besiegte den an Nummer vier gesetzten David Ferrer (Spanien) sensationell mit 6:4, 6:4, 3:6, 2: 6, 7:5.

Nishikori zog damit als erster Japaner in die Runde der letzten 16 bei den US Open ein.

Der neue Michael Chang

"Ich war so müde und hatte Krämpfe in den Beinen. Aber jetzt bin ich einfach nur glücklich. Immerhin war es erst mein zweites Spiel über fünf Sätze", erklärte der Weltranglisten-126., der im Achtelfinale am Montag auf Juan Martin del Potro (Argentinien) trifft.

Nach der Partie konnte Nishikori kaum mehr laufen und musste gestützt werden.

Altmeister John McEnroe war nach dem denkwürdigen Auftritt des Asiaten sicher, den "neuen Michael Chang" gesehen zu haben.

Noch eine Hürde

Sollte Nishikori auch die nächste Hürde überspringen, würde er mit seinem Landsmann Shuzo Matsuoka gleichziehen.

Dieser hatte als bislang einziger Japaner das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers erreicht - 1995 in Wimbledon.

Abgesehen von Ferrer gaben sich die Top-Ffavoriten beim mit 20, 6 Millionen Dollar dotierten letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres bislang aber fast keine Blöße.

Federer und Nadal souverän

Der neue Weltranglisten-Erste Rafael Nadal marschierte ebenso wie sein großer Rivale Roger Federer (Schweiz) ohne Satzverlust ins Achtelfinale.

Nadal war aber dennoch nicht ganz zufrieden. "Ich habe noch Steigerungspotenzial", meinte der spanische Olympiasieger nach dem 6:4, 6:3, 6:0 gegen Viktor Troicki (Serbien), der in der Runde zuvor von der verletzungsbedingten Aufgabe von Philipp Kohlschreiber (Augsburg) profitiert hatte.

Titelverteidiger Federer, der in diesem Jahr noch auf einen Grand-Slam-Coup wartet, ließ beim 6:3, 6:3, 6:2 dem Tschechen Radek Stepanek keine Chance.

Kampf um die Nummer eins

Bei den Frauen ist der Kampf um die Nummer eins indes voll entbrannt.

Derzeit haben noch Jelena Jankovic (Serbien), Serena Williams (USA) und die beiden Russinnen Jelena Dementjewa und Dinara Safina die Chance, die bereits in Runde zwei gescheiterte Ana Ivanovic (Serbien) vom Thron zu stoßen.

Die Weltranglisten-Zweite Jankovic hatte am Sonntag durch ein 3:6, 6:2, 6:1 gegen Caroline Wozniacki (Dänemark) als erste Spielerin das Viertelfinale erreicht.

Weiterer "Sister Act" steht bevor

Ein Halbfinal-Einzug würde Jankovic die Rückkehr an die Spitze garantieren. Es sei denn, sie würde ein mögliches Finale gegen Serena Williams verlieren.

Dann übernähme die US-Amerikanerin die Top-Position von Ivanovic. Die beiden Williams-Schwestern hinterließen bislang einen starken Eindruck.

Allerdings droht ihnen diesmal schon im Viertelfinale ein weiterer "Sister Act". Wimbledonsiegerin Venus Williams benötigte für ihr 6:2, 6:1 gegen Alona Bondarenko (Ukraine) nur 56 Minuten.

Schwester Serena siegte mit demselben Ergebnis und in identischer Zeit gegen Ai Sugiyama (Japan).

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel