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Tommy Haas (r.) kam durch Siege gegen Pavel, Mayer und Chardy ins Achtelfinale © getty

Tommy Haas und "Kohli" bescheren dem DTB lange vermisste Erfolge in Paris. Das knappe Aus gegen Federer schmerzt Haas umso mehr.

Paris - Da saßen sie nun, natürlich enttäuscht und doch irgendwie auch stolz.

Einer nach dem anderen verabschiedeten sich am Montag Tommy Haas und Philipp Kohlschreiber als letzte Deutsche von den French Open.

Eine Woche lang brachten sie beim berühmtesten Sandplatzturnier der Welt das deutsche Tennis wieder in die positiven Schlagzeilen und standen am Ende doch mit leeren Händen da. Von je 68.400 Euro Preisgeld mal ganz abgesehen.

Noch einmal im großen Interviewraum

"Wenn du so nah dran bist, dann tut es natürlich umso mehr weh", sagte der 31-jährige Haas nach seinem Fünfsatzkampf gegen den haushohen Favoriten Roger Federer. (Federer ringt Haas nieder - auch "Kohli" ist raus)

Immerhin durfte er noch einmal in den großen Interviewraum, den Favoriten und eben großen Überraschungen vorbehalten.

Haas führte schon mit 2:0 Sätzen und musste sich am Ende vor knapp 15.000 Zuschauern auf dem Court Philippe Chatrier doch 7:6, 7:5, 4:6, 0:6, 2:6 geschlagen geben.

"Ganz besondere Momente"

Ausgerechnet auf der ungeliebten roten Asche verbuchte Haas sein bestes Ergebnis bei einem Grand Slam seit den US Open 2007. Und es zeigte dem ewig mit Schulterproblemen kämpfenden Deutschen, dass er doch noch mitspielen kann.

"Es macht immer Spaß, in solchen Stadien zu spielen. Das sind ganz besondere Momente", sagte Haas und nahm viel Zuversicht mit aus Frankreich.

Zwar hat er zuletzt ganz offen über ein mögliches Ende der Karriere nachgedacht, doch mittlerweile hat er einen neuen Physiotherapeuten engagiert und wird mit seinem früheren Trainer Thomas Hogstedt, der ihm schon in Paris zur Seite stand, über eine erneute Zusammenarbeit reden.

Auf dem Weg nach ganz oben?

So bereitet sich der einst beste deutsche Tennisspieler und frühere Weltranglistenzweite Tommy Haas auf die letzten großen Aufgaben seiner Tenniskarriere vor.

Nicht lange nach Haas erschien dann auch Philipp Kohlschreiber zum Interview. Für ihn soll der erste Achtelfinaleinzug in Paris aber nur ein weiterer Schritt auf dem Weg nach ganz oben gewesen sein. Auch wenn er mit der 4:6, 7:5, 6:7, 2:6-Niederlage im Achtelfinale gegen den Spanier Tommy Robredo noch mehr verspielte. (DATENCENTER: Ergebnisse French Open)

"Natürlich ist das nicht so schön heute. Die Chance war da, aber ich war nicht so locker", sagte der 25-Jährige, "trotzdem war es ein tolles Turnier, und wenn es annähernd so weitergehen könnte, wäre das schön."

So gut wie seit 1996 nicht

Bislang fiel er in seiner Karriere oft als Lautsprecher auf und brachte danach nicht viel zustande. In Roland Garros gab er sich ganz bescheiden - und zeigte große Taten.

Beim bärenstarken Dreisatzsieg über den Weltranglistenvierten Novak Djokovic aus Serbien sorgte Kohlschreiber für den ersten Favoritensturz in Paris und brachte sein Potenzial endlich auf den Platz.

Eigentlich hatte "Kohli" seine Möglichkeiten mit Thomas Hogstedt ausloten wollen, doch von dem Schweden hat er sich nach wenigen Monaten schon wieder getrennt. Gemeinsam mit Haas sorgte er nun für das beste deutsche French-Open-Ergebnis seit 13 Jahren.

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