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Robin Söderling gewann in seiner Karriere drei ATP-Turniere © getty

Federer einst an den Rand des Spielabbruchs gebracht, Nadal veralbert: Robin Söderling spielt "nicht, um Freunde zu gewinnen".

Paris - Sogar mit dem immer freundlichen Roger Federer hat er sich schon angelegt. "Ich spiele nicht Tennis, um neue Freunde zu finden", sagt Robin Söderling.

Der Schwede will gewinnen, und bei den French Open funktioniert das Prinzip bislang ganz hervorragend.

Im Achtelfinale hat er sensationell die Siegesserie von Rafael Nadal beendet, und nach einem 6:1, 6:3, 6:1 über den Russen Nikolaj Dawydenko steht er erstmals im Halbfinale eines Grand Slams. (DATENCENTER: Ergebnisse French Open)

"Mein Selbstvertrauen wird größer und größer", sagt der 24-Jährige.

Schweden wieder verhalten euphorisch

Für den nächsten Auftritt hat sich der große Björn Borg angesagt. Von seinem Landsmann erhielt Söderling nach dem Nadal-Match eine Glückwunsch-SMS, das schwedische Fernsehen schickte schnell eigene Kameras nach Paris.

Robin Bo Carl Söderling hat in seinem kleinen Heimatland wenigstens wieder für ein bisschen Tennis-Euphorie gesorgt.

21 Jahre nach dem bislang letzten Sieg eines Schweden in Paris durch Mats Wilander war Söderling der einzige Vertreter seines Landes im Hauptfeld der French Open. "Für ein kleines Land mit neun Millionen Einwohnern hatten wir so viele großartige Spieler. Aber für jede Nation geht es auf und ab", meint Söderling.

Imitation der Gesten Nadals

Nun ist er also das Hoch aus dem Norden - doch nicht alle auf der Tour und auch nicht alle in seiner eigenen Heimat haben den nicht mal richtig blonden Schweden wirklich lieb.

Beim Turnier in Halle/Westfalen korrigierte er gegen Federer einst eine krasse Fehlentscheidung eines Linienrichters nicht. Federer drohte schon mit Spielabbruch gegen den unfairen Gegner.

Mit Nadal geriet Söderling in Wimbledon 2007 aneinander. In einem Fünfsatzmatch über mehrere Tage machte er sich öffentlich über den Spanier lustig, indem er dessen Gesten vor dem Aufschlag imitierte.

Nun freundliche Siegerinterviews

Nadal beschied später, mit Söderling nicht unbedingt Doppel spielen zu wollen. "Wenn mich Leute nicht mögen, kann ich das nicht ändern. Ich habe nicht viele Freunde, bevorzuge es, mit meinen schwedischen Landsleuten rumzuhängen", sagt Robin Söderling.

In Paris hat er sich bislang nur von seiner besten Seite gezeigt. Und mit einem ungläubigen Lächeln über seinen eigenen Erfolg absolviert er freundlich ein Sieger-Interview nach dem anderen.

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