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Roger Federer steht zum vierten Mal in Folge in Paris im Halbfinale © getty

Der Schweizer steht zum vierten Mal in Folge in Paris im Finale. Auch Stosur und Kusnezowa sind unter den letzten vier.

Paris - Nervenstark und fast mit alter Leichtigkeit hat Roger Federer den Ansturm von Frankreichs letzter Hoffnung Gael Monfils abgewehrt und sich bis auf zwei Siege an den ersehnten ersten Titel bei den French Open herangespielt.

Drei Tage nach dem Aus seines großen Rivalen Rafael Nadal schaffte Federer auf dem voll besetzten Court Philippe Chatrier mit einem 7:6 (8:6), 6:2, 6:4-Erfolg den Sprung ins Halbfinale.

Bei einem Triumph in Roland Garros wäre Federer der sechste Spieler der Tennisgeschichte, der bei allen Grand Slams mindestens einmal gewonnen hat.

Zudem würde er mit seinem 14. Erfolg bei einem der vier großen Turniere mit Rekordhalter Pete Sampras aus den USA gleichziehen.

"Ich war sehr nervös. Denn die letzten Matches habe ich mich nie richtig wohl gefühlt und den Ball nicht gut getroffen. Aber diesmal lief es von Anfang an gut", sagte Federer und fügte an: "Ich hoffe, es werden noch zwei weitere Spiele."

Federers Gegner am Freitag ist der Argentinier Juan Martin Del Potro. Der 20-Jährige spielte sich durch einen 6:3, 6:4, 6:2-Erfolg über den Spanier Tommy Robredo in sein erstes Halbfinale bei einem Grand Slam.(DATENCENTER: Ergebnisse French Open).

Nadal-Bezwinger Robin Söderling aus Schweden und der Chilene Fernando Gonzalez waren bereits am Vortag ins Halbfinale eingezogen.

Kusnezowa und Stosur ziehen ins Halbfinale ein

Bei den Damen komplettierten die Russin Swetlana Kusnezowa und überraschend Samantha Stosur aus Australien die Vorschlussrunde.

Kusnezowa schaltete Serena Williams (USA) nach 2:46 Stunden mit 7:6 (7:3), 5:7, 7:5 aus und hat damit weiter die Chance auf ihren zweiten Grand-Slam-Titel nach den US Open 2004.

In Paris stand sie bereits 2006 einmal im Finale.

Stosur siegt gegen ungesetzte Rumänin

Williams verpasste dagegen die Chance, nach den US Open 2008 und den Australian Open 2009 ihr drittes Grand-Slam-Turnier nacheinander zu gewinnen.

Stosur setzte sich 6:1, 6:3 gegen die ungesetzte Rumänin Sorana Cirstea durch und verbuchte damit das beste Ergebnis ihrer Karriere.

Im zweiten Halbfinale stehen sich die Weltranglistenerste und Vorjahresfinalistitin Dinara Safina aus Russland sowie die Slowakin Dominika Cibulkova gegenüber.

Sowohl bei Herren als auch Damen wird es in diesem Jahr damit Premieren-Siege geben.

Frankreich muss weiter warten

"Die Stunde von Monfils" hatte die Sporttageszeitung "L'Equipe" für das Duell mit Federer angekündigt und die Experten setzten mehrheitlich sogar auf den 22-Jährigen.

Doch Federer behielt die Nerven und am Ende wie im vergangenen Jahr im Halbfinale gegen den letzten im Turnier verbliebenen Franzosen die Oberhand.

26 Jahre nach dem Sieg von Yannick Noah in Roland Garros muss Frankreich damit weiter auf einen Heimsieg warten.

Federer diskutiert mit Schiedsrichter

Federer war in den vergangenen vier Jahren in Paris jeweils am späteren Sieger Nadal gescheitert, 2005 im Halbfinale, seit 2006 jeweils im Endspiel.

"Für mich ändert sich durch Rafaels Aus nichts", hatte der 27-Jährige in den vergangenen Tagen immer wieder betont.

Dass der Druck auf dem Weltranglistenzweiten aber seit dem Ausscheiden seines großen Rivalen aber enorm gestiegen ist, merkten die fast 15.000 Zuschauer auf dem Centre Court spätestens, als sich Federer schon im ersten Satz auf eine für ihn ungewöhnliche Diskussion mit dem Schiedsrichter einließ.

Monfils wirkt gehemmt

Doch als der erste Satz im Tiebreak gewonnen war, hatte Federer seinen Weg gefunden.

Wie schon im Fünfsatzkampf gegen Tommy Haas im Achtelfinale konnte er sich auf seinen starken Aufschlag verlassen und glänzte immer wieder mit schönen Passierbällen.

Der extrovertierte Monfils wirkte dagegen zwei Tage nach seinem beeindruckenden Dreisatzsieg über Andy Roddick (USA) fast gehemmt und musste zwischendurch den Arzt kommen lassen.

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