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Roger Federer kämpfte im Vorjahr mit Pfeifferschem Drüsenfieber © getty

Der ersehnte Triumph in Paris ist für Federer nahe. Er spürt die Gunst aller und ist sich seiner historischen Mission bewusst.

Paris - Wer soll ihn denn jetzt noch aufhalten? Roger Federer, 27, ohnehin bereits für viele der beste Spieler der Tennisgeschichte, fehlen noch zwei mickrige Siege, um seiner Karriere das letzte große Puzzleteil hinzuzufügen.

Zwei mickrige Siege noch, und Roger Federer hat erstmals die French Open gewonnen und als sechster Spieler der Geschichte damit mindestens einmal bei jedem der vier Grand-Slam-Turniere.

Zwei mickrige Siege noch, und er würde mit seinem 14. Grand-Slam-Titel als Rekordhalter mit Pete Sampras (USA) gleichziehen.

Auf dem Platz ist alle Nervosität vergessen

"Das Feld ist offen für Federer", schrieb die Sporttageszeitung "L'Equipe" am Tag nach dessen lockerem 7:6, 6:2, 6:4 über Gael Monfils im Viertelfinale der French Open. (Federer wehrt Monfils-Ansturm ab)

Dem Franzosen hatten sie es ja noch zugetraut, Federer ins Wanken zu bringen. Doch scheinbar völlig unbeeindruckt spielte der Weltranglistenzweite das Match nach Hause.

Zwar sei er vor dem Spiel schon recht nervös gewesen, aber auf dem Platz war das dann alles vergessen, berichtete Federer.

?und alle würden es ihm gönnen

Nun können nur noch der 20 Jahre alte Halbfinal-Neuling Juan Martin Del Potro (Argentinien) und danach der Schwede Robin Söderling oder Fernando Gonzelz aus Chile den "Fed-Express" stoppen. (DATENCENTER: Ergebnisse French Open)

Nach dem sensationallen Achtelfinal-Aus seines ewigen Paris-Bezwingers Rafael Nadal ist Federer der einzige Favorit auf den Titel - und alle würden es ihm gönnen.

"Ich hoffe, du gewinnst dieses Turnier und verwirklichst deinen Traum", sagte Monfils, als er dem Gegner nach dem Match am Netz zum Sieg gratulierte.

"Als hätten sie mich adoptiert"

Und auch die Pariser Fans, die ihn schon vor Jahren ins Herz geschlossen haben, jubelten dem Eidgenossen mindestens genauso zu wie dem eigenen Landsmann.

"Es ist, als hätten sie mich fast adoptiert", sagt Federer. Sobald er in diesen Tagen einen Fuß auf die Straße setze, riefen ihm alle zu: Das ist dein Jahr. Du schaffst es.

"Die Leute rufen mir von ihren Motorrollern oder aus dem Auto zu. An roten Ampeln steigen sie sogar aus und wollen ein Autogramm oder Foto", berichtet Federer.

Verliebt in Federers Eleganz

Die vergangenen vier Jahre war er einmal im Halbfinale und zuletzt dreimal im Finale an Nadal gescheitert.

Den kraftvollen Stil des Weltranglistenersten aus Spanien respektieren sie in Paris, doch verliebt haben sie sich in die Eleganz des Roger Federer, der dann auch noch in perfektem Französisch und immer freundlich Auskunft gibt.

Federer, ab Februar 2004 insgesamt 237 Wochen lang die Nummer eins der Tenniswelt, spielt schon lange nicht mehr für die einzelnen Turniersiege.

Der Geschichte bewusst

Er, der sich wohl wie kaum ein anderer aktiver Spieler der Geschichte seiner Sportart bewusst ist und sich mit ihr auseinandersetzt, denkt in großen Dimensionen.

Fünfmal hat er in Wimbledon gewonnen, fünfmal bei den US Open und dreimal bei den Australian Open.

Mit dem Erfolg in Paris würde er auch den letzten Makel seiner Karriere einfach wegspielen.

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