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Safina gewann 2008 bei den olympischen Spielen die Silbermedaille © getty

Dinara Safina will im French-Open-Finale gegen Kusnezowa gegenüber ihrem Bruder aufholen. Frankreichs TV macht ein Versprechen.

Paris - Die kleine Schwester will endlich den ganz großen Titel. "Beim dritten Mal klappt es. Ich hoffe einfach, diesmal werde ich es schaffen", sagt Dinara Safina.

Ein Sieg im russischen Finale der French Open am Samstag (ab 14.30 Uhr LIVESCORES) gegen Swetlana Kusnezowa, dann hätte die Weltranglistenerste auch ihre erste Trophäe bei einem Grand Slam gewonnen - und würde wieder ein Stückchen aus dem Schatten des riesigen Bruders Marat Safin treten (DATENCENTER: French Open Damen).

Als erstes Geschwisterpaar der Tennisgeschichte erreichten sie jeweils die Weltranglistenspitze, doch mit zwei Grand-Slam-Titeln und einer gehörigen Portion Charisma ist er ihr immer noch einiges voraus.

"Der Druck ist größer"

Die Moderatoren des französische Fernsehkanals France 4 haben der 23-Jährigen aber bereits versprochen: "Wenn du gewinnst, dann bist du für uns nicht mehr die kleine Schwester von Marat, sondern Marat ist dann nur noch der große Bruder von Dinara."

Zweimal scheiterte Dinara Safina bereits kurz vor dem großen Ziel: Im vergangenen Jahr verlor sie im Finale von Roland Garros gegen die Serbin Ana Ivanovic, bei den Australian Open war im Januar im Endspiel Serena Williams zu stark.

"Letztes Jahr war hier alles ein bisschen einfacher für mich. Ich hatte nichts zu verlieren. Jetzt will ich gewinnen, und der Druck ist größer", sagt Safina.

Auf den Spuren von Myskina

Ihre Finalgegnerin durfte eine große Trophäe bereits in Händen halten: 2004 holte Kusnezowa als 19-Jährige bei den US Open bereits den ersten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere (Russisches Finale in Paris) .

Sie stand zudem 2006 im Finale von Paris und ein Jahr später noch einmal in New York. Aber auch sie sieht Safina, der sie zum 14. Mal gegenübersteht, als Favoritin: "Sie ist die Nummer eins."

In Roland Garros spielen zum zweiten Mal nach 2004 zwei Russinnen im Finale. Als vor fünf Jahren Anastasia Myskina den Titel gegen Jelena Dementjewa holte, war es der erste für eine Spielerin aus Russland überhaupt.

"Mit dem Messer in den Krieg gezogen"

Auch bei Kusnezowas Triumph in New York wenige Monate später spielte sie gegen Dementjewa ein russisches Finale, und immer neue Spielerinnen aus dem Riesenreich stoßen seitdem auf die Topplätze der Weltrangliste vor.

Kusnezowa, zwar genau wie Safina ganz unprätentiös, aber offener als diese und auch mal zum Plaudern aufgelegt, hat dafür ihre ganz eigene Erklärung.

Die hat mit dem Krieg zu tun. "Unsere Großeltern haben damals extrem hart gekämpft. Sie hatten nichts, vielleicht nicht mal eine Kanone, sondern nur ein Messer und sind dennoch in den Krieg gezogen", sagt Kusnezowa.

Diese Stärke sei dann von Generation zu Generation weitergegeben worden. "Es gibt immer schwierige Momente in Russland, und wir haben immer gelernt, stark zu sein."

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