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Anna-Lena Grönefeld gewann 2006 in Acapulco ihr bislang einziges WTA-Turnier © getty

Nach den überzeugenden Auftritten bei den US Open blickt eine zufriedene Anna-Lena Grönefeld optimistisch in die Zukunft.

New York - Das Achtelfinal-Aus bei den US Open war keine Stunde alt, da freute sich Anna-Lena Grönefeld schon diebisch auf die Stunde ihres ganz persönlichen Triumphs.

Wenn die 23-Jährige nach der Rückkehr aus New York in den nächsten Tagen auf dem Sofa ihrer ersten eigenen Wohnung in Saarbrücken sitzt, wird sie sich jedenfalls wie eine Siegerin vorkommen.

"Da werde ich merken, was ich erreicht habe. Ich werde mich sehr gut dabei fühlen, denn ich habe gezeigt, dass ich es auch so kann", erklärte Grönefeld nach der 5:7, 0:6-Niederlage gegen Dinara Safina (Russland), durch die sie ihr zweites Grand-Slam-Viertelfinale verpasste.

Den Spaß wiedergefunden

Eine gehörige Portion Genugtuung schwang aber unüberhörbar in Grönefelds Rückblick auf die Tage von Flushing Meadows mit. Als Qualifikantin mit ungewisser Zukunft gekommen, verließ die Weltranglisten-141. die Anlage in Queens als "potenzielle Top-Ten-Spielerin", wie ihre geschlagene Drittrundengegnerin Alize Cornet (Frankreich) bemerkte.

Grönefeld nahm derartige Prognosen scheinbar unbeeindruckt hin, wohlwissend, dass sie ihr erstes großes Ziel längst erreicht hat. Der finale Sieg über die Vergangenheit verschaffte der Fed-Cup-Spielerin nach ihrem glanzvollen Comeback dann auch die größte Befriedigung.

"Ich habe den Spaß auch abseits des Platzes wiedergefunden. Ich fühle mich einfach glücklich und habe den richtigen Weg gewählt", berichtete Grönefeld im Rückblick auf die neunmonatige Turnierpause, in der sie die Trennung von ihrem auf äußerste Disziplin fokussierten Trainer Rafael Font de Mora verarbeitet hatte.

Dier plante Grönefelds Comeback

Auch der neue Coach an ihrer Seite verlangt vollstes Engagement, bezieht Grönefeld aber in fast alle Entscheidungen mit ein. Großen Anteil an der sportlichen Wiedergeburt der French-Open-Viertelfinalistin von 2006 hat Dirk Dier allemal.

Der frühere Profi arbeitete im vergangenen Jahr mit Grönefeld einen genauen Plan für ein Comeback aus.

Seit Mai holte sie sich bei ITF-Turnieren Spielpraxis - und vor allen Dingen Selbstvertrauen. "Das ist alles voll aufgegangen", meinte Dier zufrieden.

Allerdings habe sein Schützling, der bei den US Open unter anderem die Nummer 11 und 17 der Welt besiegte, die Planung über den Haufen geworfen. Dier: "Die Ziele, die wir uns vage und langfristig gesteckt hatten, hat sie schon jetzt erreicht."

Barbara Rittner ist erleichtert

Durch den Achtelfinal-Einzug kehrt Grönefeld in die Top 100 zurück und erspart sich dadurch bei den großen Turnieren die kräftezehrende Qualifikation. "Ich bin froh, wieder dabei zu sein", beschrieb die einstige Weltranglisten-14. ihre Gefühlslage.

Auch Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner war angesichts des Lichtblicks im ansonsten eher düsteren deutschen Frauen-Tennis erleichtert. "Dass sie so schnell die Kurve kriegt, hätte ich nicht gedacht. Jetzt sollte sie sich keine Grenzen nach oben setzen", sagte Rittner.

Nach Saarbrücken kommt Bali

Die nächsten Herausforderungen für Grönefeld stehen bereits an. Nach ein paar Tagen Aufarbeitung in der Heimat bricht sie mit ihrem Coach am Wochenende zum nächsten Turnier nach Bali auf.

Mit der Festlegung der Reisedaten sollte Dier in Zukunft aber vorsichtig sein. Weil sich die Rückreise wegen der unerwarteten Erfolge von Grönefeld in New York immer wieder verschob, musste er sogar zum Flughafen fahren, um die Gültigkeit der Tickets bestätigen zu lassen.

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