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Der Spanier Rafael Nadal gewann den Großteil seiner Turniersiege auf Sand © getty

Der Titelverteidiger muss verletzungsbedingt passen. Die deutschen Männer freuen sich bei der Auslosung über Glück in Runde eins.

London - Während sich die deutschen Männer in Wimbledon über ihr Glück freuten und die Frauen mit dem Schicksal haderten, sorgte Titelverteidiger Rafael Nadal am Tag der Auslosung bei den All England Championships lange für Gesprächsstoff:

Am Freitagabend kam schließlich die Absage des Spaniers.

Der Weltranglistenerste laboriert weiterhin an einer Knieverletzung und verkündete nach einem Test gegen den Schweizer Stanislas Wawrinka (4:6, 7:6, 3:10) auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz: "Leider werde ich in diesem Jahr nicht in Wimbledon spielen können."

Dies sei eine der schwierigsten Entscheidungen seiner Karriere gewesen.

Möglicherweise drei Monate Pause

Durch den Ausfall seines Dauerrivalen Nadal könnte French-Open-Sieger Roger Federer aus der Schweiz wieder die Nummer eins der Weltrangliste werden. "Wenn ich die Nummer eins verliere, werde ich es genauso akzeptieren, wie ich es zuvor vier Jahre akzeptiert habe, die Nummer zwei zu sein", sagte Rafael Nadal.

Nadal ist seit 2002 der erste Vorjahressieger, der in Wimbledon nicht zur Titelverteidigung antritt. Damals hatte Goran Ivanisevic bereits seine Karriere beendet.

Nach Angaben des führenden Londoner Kniespezialisten John Browett sei nun die beste Lösung für Nadal, eine mehrwöchige, möglicherweise bis zu drei Monate dauernde Pause einzulegen.

Del Potro rückt nach oben

Bei der Loszeremonie im altehrwürdigen All England Club lag der Spanier noch als Nummer eins der Setzliste im Losbeutel.

Sein Gegner im traditionellen Auftaktmatch auf dem Centre Court am kommenden Montag wäre der Franzose Arnaud Clement gewesen.

Im Tableau rückt der an Fünf gesetzte Argentinier Juan Martin del Potro an die Stelle Nadals. Del Potros Position nimmt der US-Amerikaner James Blake als 17. der Setzliste ein.

Während die zehn deutschen Männer durchaus optimistisch in die erste Runde des mit insgesamt rund 14,1 Millionen Euro dotierten bedeutendsten Rasenturniers der Welt an der Church Road gehen können, droht den nur fünf Frauen ein schnelles Ende.

Görges gegen Mitfavoritin

Sabine Lisicki (Berlin) muss gegen die Russin Anna Tschakwetadse antreten.

Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) bekommt es mit der Inderin Sania Mirza zu tun. Kristina Barrois (Stuttgart) trifft auf die an 16 gesetzte Jie Zheng aus China, Qualifikantin Tatjana Malek (Bad Saulgau) spielt gegen die wiedererstarkte Jelena Dokic (Australien). (Malek und Greul überstehen die Quali)

Das schwerste Los zog Julia Görges (Kiel), die gleich zum Auftakt gegen die an sechs gesetzte Mitfavoritin Jelena Jankovic (Serbien) aufschlagen muss.

Federer jetzt erst recht Favorit

Halle-Sieger Tommy Haas, der durch die Absage von Gael Monfils (Frankreich) an Position 24 der Setzliste gerückt ist, spielt zunächst gegen den Österreicher Alexander Peya.

Nicolas Kiefer trifft auf den Franzosen Fabrice Santoro. Vorjahreshalbfinalist Rainer Schüttler, als 30. der Weltrangliste derzeit bestplatzierter deutscher Spieler, trifft auf den belgischen Qualifikanten Xavier Malisse, und Philipp Kohlschreiber bekommt es mit dem Franzosen Florent Serra zu tun.

Dem an 27 gesetzten Augsburger droht in der dritten Runde allerdings ein Match gegen den fünfmaligen Champion Roger Federer.

Der Schweizer gilt nicht nur wegen der Probleme von Nadal und seines großen Triumphes von Paris erneut als Favorit.

Er hat in der ersten Runde den Taiwan-Chinesen Lu Yen-Hsun als Gegner und wird als Vorjahresfinalist zum fünften Mal in Folge das Eröffnungsmatch bestreiten.

Murray profitiert von Nadals Absage

Die britischen Hoffnungen liegen natürlich auf dem an Nummer drei gesetzten Andy Murray. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse aus Wimbledon)

Der junge Schotte meldete letzte Woche seine Mitfavoritenrolle beim Vorbereitungsturnier im Queens Club an, das er als erster Brite seit 71 Jahren gewann.

Sein Erstrundengegner ist Robert Kendrick aus den USA. Auch Murray profitiert von Nadals Absage, das mögliche Halbfinale gegen den Spanier fällt nun aus, und auf Federer kann er erst im Endspiel treffen.

Deutsches Duell schon früh möglich

Zu einem deutschen Duell könnte es in der zweiten Runde kommen, wenn Philipp Petzschner (Bayreuth) und Mischa Zverev (Hamburg) ihre Erstrundenmatches gegen Rajeev Ram (USA) beziehungsweise Dimitri Tursunow (Russland) gewinnen.

Benjamin Becker (Orscholz) spielt gegen Roko Karanusic (Kroatien), Björn Phau (Düsseldorf) gegen den Rumänen Victor Crivoi und Qualifikant Simon Greul (Stuttgart) gegen Michael Yani (USA).

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