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Philipp Kohlschreiber stand bei den French Open in Paris im Achtelfinale © getty

Nach Auftaktproblemen siegt Kohlschreiber gegen einen Franzosen locker. Zwei weitere deutsche Männer kommen weiter, Haas braucht Geduld

London - Der Erste gibt die Richtung vor, und das ist Philipp Kohlschreiber.

Der Davis-Cup-Spieler hat als erster der insgesamt 15 Deutschen bei den 123. All England Championships die zweite Runde erreicht.

Er bezwang den Franzosen Florent Serra letztlich souverän mit 7:6 (7:3), 6:1 und 6:4.

Nachdem Kohlschreiber in den vergangenen beiden Jahren jeweils zum Auftakt des bedeutendsten Turniers der Welt gescheitert war, hatte er diesmal allen Grund, zufrieden zu strahlen. "Im Moment läuft's gut, ich bin wirklich froh", sagte er. 120984 (DIASHOW: Die Bilder aus Wimbledon)

Aufholjagd nach 0:5-Rückstand

Gegen Serra steckte er sogar einen rabenschwarzen Start weg: Im ersten Satz lag er schnell mit 0:5 zurück. Eine starke Aufholjagd brachte ihn dann aber doch noch in den Tie-Break, den er sicher für sich entschied.

Auch Qualifikant Simon Greul zog in die zweite runde ein. Greul bezwang den US-Amerikaner Michael Yani mit 6:4, 6:2, 7:5 und gewann damit erstmals bei seiner sechsten Teilnahme an einem Grand-Slam-Turnier ein Match.

Vorjahreshalbfinalist Rainer Schüttler steckte einen dramatisch verlorenen ersten Durchgang weg, in dem er mehrere Satzbälle ausließ, und setzte sich gegen den Belgier Xavier Malisse durch. Der Routinier behielt mit 6:7 (9:11), 6:4, 7:6 (7:3) und 6:1 die Oberhand.

Haas-Match abgebrochen

Das Match von Halle-Sieger Tommy Haas gegen den österreichischen Qualifikanten Alexander Peya musste wegen Dunkelheit beim Spielstand von 6:7 (5:7), 7:6 (7:0), 6:3, 4:4 abgebrochen werden. Die Partie wird als zweites Match auf Platz 3 fortgesetzt.

Von den deutschen Herren schied am Montag lediglich Andreas Beck (Stuttgart) durch eine 2:6, 4:6, 7:6 (7:4), 2:6-Niederlage gegen Marcel Granollers (Spanien) aus.

Grönefeld und Barrois raus

Bei den Frauen begann das Turnier aus deutscher Sicht allerdings mit einer Enttäuschung. Anna-Lena Grönefeld unterlag der in der Weltrangliste zurzeit 27 Plätze schlechter notierten Inderin Sania Mirza mit 2:6, 6:2, 2:6.

Kristina Barrois gab sich erst nach großem Kampf mit 6:7 (2:7), 6:7 (4:7) der an 16 gesetzten Chinesin Zheng Jie geschlagen und musste sich damit trösten, gegen eine Weltklassespielerin sehr gut mitgehalten zu haben.

Kohlschreiber könnte am Freitag Gegner von Turnierfavorit Roger Federer in der dritten Runde werden.

"Natürlich habe ich den dicksten Brocken im Feld", sagte Kohlschreiber, "aber das ist ein großes Match auf das ich mich sehr freuen würde." 119247 (DIASHOW: Die Wimbledon-Favoriten)

Zuvor muss er am Mittwoch allerdings den Tschechen Ivo Minar ausschalten. "Das ist ein gefährlicher Typ, der sagt sich auch ich hau mal drauf und er schlägt gut auf", meinte Kohlschreiber, der gegen den 78. der Weltrangliste noch nie gespielt hat.

Mit der am Montag bewiesenen Reife und Form sollte er seiner Favoritenrolle allerdings gerecht werden können. "Auch mental sieht es zur Zeit ganz gut aus", sagte "Kohli".

"Vor zwei Jahren hätte ich einen Einbruch gehabt"

Am Anfang seines Matches kamen nämlich böse Erinnerungen an 2007 hoch. Auch vor zwei Jahren traf er in der ersten Runde an der Church Road auf Serra und unterlag glatt in drei Sätzen.

"Er hat diesmal sensationell angefangen, stark retourniert und immer die bessere Antwort gewusst", schilderte Kohlschreiber den Matchbeginn, "vor zwei Jahren hätte ich da noch einen Einbruch gehabt und säße jetzt als Verlierer hier."

Montag aber änderte er nach dem fünften Spiel seine Strategie, nahm das Tempo raus, streute Slice-Bälle ein und beherrschte fortan die Partie. "Da habe ich eine Monster-Aufholjagd begonnen", erklärte Kohlschreiber.

Er wirkte offen, aufgeräumt und entspannt, einen Kommentar zu den umstrittenen Äußerungen von Michael Stich über das Gestöhne im Frauentennis aber verweigerte er. "Auch da habe ich gelernt", sagte er.

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