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Die Experten trauen ihm den Titel zu: "Murray hat die Waffen zu gewinnen" © getty

Andy Murray sieht seine Zeit gekommen und will in die Fußstapfen des letzten britischen Wimbledon-Siegers von 1936 treten.

London - Der Druck wächst. Einen Tag vor dem ersten Auftritt von Andy Murray auf dem Centre Court in Wimbledon am Dienstag gegen den Amerikaner Robert Kendrick überschlugen sich die britischen Zeitungen geradezu.

"Murray's Moment" erwartet "The Daily Telegraph". "Meine Zeit ist gekommen", behauptet der 22-Jährige.

In der "Times" und im "Guardian" erklären fünf Altstars: "Murray hat die Waffen zu gewinnen."

Auf seinem Tennishemd prangt Fred Perrys Logo mit dem eigenen Monogramm: AM.

Perry letzter britischer Wimbledon-Sieger

Das ist Anspruch, Erwartung und Versprechen zugleich.

Murray sagt, er sei bereit, in die Fußstapfen des Briten zu treten, dessen Tennis-Bekleidung er trägt.

Perry war der letzte Brite, der das Turnier in Wimbledon gewinnen konnte, 1936. Vor 73 Jahren also.

Murray fühlt sich bereit

Seitdem haben sich die Zeiten deutlich geändert, nur nicht, was die Erfolge der Einheimischen an der Church Road betrifft.

Es gab über die Jahre stets Hoffnung und dann Frust, Niederlagen und tragisches Scheitern.

Aber in diesem Jahr, da ist sich die Nation sicher, kann es so weit sein und Murray ist willens, die titanengleiche Aufgabe anzunehmen: "Ich fühle mich jetzt bereit, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen."

Sieg im Londoner Queens Club gibt Selbstvertrauen

Der Sieg bei der Wimbledon-Generalprobe im Londoner Queens Club hat dem Schotten noch einen Schuss Extra-Selbstvertrauen gegeben.

Auch dort hatte es zuvor seit 1938 keinen Erfolg eines Briten mehr gegeben. Außerdem musste der topgesetzte Titelverteidiger Rafael Nadal wegen seiner Knieprobleme absagen, in Murrays Hälfte des Tableaus ist der Weg also praktisch frei bis ins Finale 119247(DIASHOW: Die Wimbledon-Favoriten).

Dort erwartet jeder den Schweizer Roger Federer, aber gegen den hat Murray eine Bilanz von 6:2 Siegen und gewann die letzten vier Duelle.

Sprung auf Weltranglistenplatz drei

Im vergangenen Jahr hat Murray den Durchbruch in die absolute Weltspitze geschafft.

Er kletterte von Platz elf in der Weltrangliste auf drei, stand bei den US Open erstmals in einem Grand-Slam-Endspiel und hat weitere Erfahrungen gesammelt.

Er ist umgeben von einem Spezialistenteam um Coach Milles Maclagan und hat sich körperlich im Winter mit Fitnesstrainer Matty Little auf Vordermann gebracht und allein in diesem Jahr schon vier Turniere gewonnen.

In Henmans Fußstapfen

Murray hat als Teenager und junger Spieler den Hype um Tim Henman miterlebt, der es viermal bis ins Wimbledon-Halbfinale, aber eben nie den ganz großen Triumph schaffte.

Er hat die spezielle Atmosphäre aufgesogen, wenn neben den 15.000 auf den Rängen tausende weitere Fans auf "Henman Hill" vor der Großbildwand mitfiebern.

"Es ist ein großer Vorteil in jedem Sport, wenn man vor dem eigenen Publikum spielen kann", sagt Murray, "Tim hat einige seiner besten Matches auf dem Centre Court gespielt und die Fans haben ganz sicher viel damit zu tun."

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