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Philipp Kohlschreiber hat in seiner Profi-Karriere bislang zwei ATP-Turniere gewonnen © getty

"Kohli" muss über fünf Sätze gehen. Haas profitiert von Llodras Missgeschick. Und Schüttler scheitert in drei Sätzen und fällt tief.

London - Philipp Kohlschreiber hat sich bei den 123. All England Championships in Wimbledon das große Match mit Roger Federer erkämpft.

Der Augsburger rang in der zweiten Runde den stark aufschlagenden Tschechen Ivo Minar nach fünf Sätzen mit 6:4, 3:6, 4:6, 6:2, 8:6 nieder und trifft nun in der dritten Runde wahrscheinlich auf dem berühmten Centre Court auf den fünfmaligen Turniersieger aus der Schweiz.

Kohlschreiber ist damit Tommy Haas (Sarasota/Florida) in die dritte Runde gefolgt.

Der 31-Jährige profitierte dabei beim Stand von 4:3 von einer Verletzung seines französischen Gegners Michael LLodra, der die Partie nach 30 Minuten aufgeben musste.

Llodra kollidierte beim Versuch einen Stopp von Haas zu erreichen mit dem Schiedsrichterstuhl und einem Ballkind und konnte die Partie anschließend nicht fortsetzen.

Haas' nächster Gegner ist entweder der Kroate Marin Cilic oder Sam Querry aus den USA.

Schüttler enttäuscht

Für Rainer Schüttler geht es dafür wieder bergab. So schnell wie der Korbacher vor einem Jahr durch seine sensationelle Halbfinalteilnahme in Wimbledon in der Weltrangliste nach oben geschossen ist, so dramatisch ist nach seiner 6:7 (3:7), 3:6, 2:6-Niederlage gegen den Israeli Dudi Sela in der zweiten Runde der Championships sein Absturz:

Von Platz 29 geht es wieder runter auf einen Rang um 90.

Während Schüttlers Aus nicht nur für ihn selbst enttäuschend war, kam das Scheitern von Qualifikant Simon Greul gegen Novak Djokovic (Serbien) keinesfalls unerwartet. (Tag 2: Nur "Kiwi" tanzt aus der Reihe)

Der Stuttgarter unterlag dem Weltranglisten-Vierten mit 5:7, 1:6, 4:6, ärgerte den Mitfavoriten dabei auf dem großen Platz eins aber mehr als dem lieb war und verkaufte sich ausgezeichnet. Später am Nachmittag versuchten noch Philipp Kohlschreiber und Tommy Haas die deutsche Bilanz am dritten Turniertag aufzubessern.

"Es war nicht mein Tag"

Dudi Sela entwickelt sich für Schüttler unterdessen mehr und mehr zu einem Alptraum. Der 24-Jährige konnte sich schon 2008 beim Atp-Turnier Peking und in diesem Januar in der ersten Runde der Australian Open gegen den Deutschen durchsetzen.

"Er war zu gut, hat ab dem zweiten Satz einfach eine Klasse besser als ich gespielt", sagte der Hesse, "es war nicht mein Tag." Bei 41 unerzwungenen Fehlern gegenüber 23 des Israelis ist das sicher eine treffende Analyse. 120984(DIASHOW: Die Bilder aus Wimbledon)

Dabei hatte Schüttler auf Nebenplatz 12 gut begonnen. 5:2 lag er in Front, schlug bei 5:3 zum Satzgewinn auf, dann kam der Wind, der Ballwurf stimmte nicht mehr, die Konzentration ging. (DATENCENTER: Ergebnisse aus Wimbledon)

Das Rad ein Jahr zurück gedreht

"Ich mag es nicht, wenn es so böig ist", sagte Schüttler, der seit 1995 als Profi spielt, "das hat meinen Rhythmus gestört, es ist sehr schwer, sich darauf einzustellen."

Für den Korbacher beginnt nach der unfreiwillig frühen Pause nun wieder die Kärnerarbeit durch die Qualifikationen der großen Turniere. Als Spieler um die 90 ist er in keinem Hauptfeld eines 1000-ers automatisch vertreten.

Er hat damit im fortgeschrittenen Tennisalter genau wieder den Status erreicht, auf dem er vor seinem Höhenflug an der Church Road 2008 war. "Ich habe ohnehin nicht gedacht, dass ich wieder das Halbfinale erreiche", sagte Schüttler tapfer. (DATENCENTER: Die ATP-Rangliste)

Absage fürs Davis-Cup-Team

Er erneuerte anschließend seine Absage für die Davis-Cup-Partie gegen Spanien in zwei Wochen in Marbella und wird dann die Turniere in Stuttgart und Hamburg spielen, die allerdings auf dem ungeliebten roten Sand stattfinden.

"Ich hatte in den letzten Wochen einen deutlichen Aufwärtstrend", hat Schüttler trotz der Pleite in London festgestellt, "jetzt nehme ich mir ein paar Tage Ruhe, dann greife ich wieder an."

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