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Tommy Haas spielt im Herbst seiner Karriere in der Form seines Lebens © imago

Tommy Haas führt im Wimbledon-Achtelfinale gegen Andrejew eine Machtdemonstration vor, Sabine Lisicki zieht eindrucksvoll nach.

London - Tommy Haas und Sabine Lisicki haben sich in Wimbledon auf die Spuren von Boris Becker und Steffi Graf begeben.

Zum ersten Mal seit den beiden lebenden Legenden 1995 haben wieder eine deutsche Frau und ein Mann gleichzeitig das Viertelfinale bei den All England Championships erreicht.

Haas setzte sich auf dem "deutschen" Platz 4 mit 7:6,(10:8), 6:4, 6:4 gegen den Russen Igor Andrejew durch, bevor Lisicki mit einer ebenso starken Leistung 6: 4, 6:4 über Caroline Wozniacki aus Dänemark triumphierte (DATENCENTER: Ergebnisse aus Wimbledon) .

Der 31 Jahre alte Haas ließ sich auf seinem überraschenden Erfolgsweg an der Church Road auch von Andrejew nicht stoppen und steht nun erstmals in seiner Karriere im Viertelfinale des wichtigsten Turniers der Welt.

"Ich freue mich natürlich sehr darüber, dass ich es in meinem hohen Alter noch geschafft habe, hier in den elitären 'Last Eight Club' vorzustoßen", sagte Haas, "das ist ein ganz tolles Gefühl. Ich habe immer gehofft, vielleicht passiert mir hier mal Schönes in Wimbledon."

Haas: "Das ist verrückt"

Haas feierte nach dem Matchball nach 2:12 Stunden Spielzeit mit einer triumphierenden Geste, während Freundin Sara Foster glücklich beide Arme in die Höhe riss 120984(DIASHOW: Die Bilder aus Wimbledon).

"Das ist verrückt, ich hätte mir vor ein paar Monaten nie vorstellen können, dass ich hier soweit komme", meinte der gebürtige Hamburger, "das bedeutet mir sehr viel."

Djokovic nächster Gegner

Haas' Gegner in der Runde der letzten Acht am Mittwoch ist der Weltranglisten-Vierte Novak Djokovic, der den Israeli Dudi Sela 6:2, 6:4, 6:1 bezwang. Den Serben hatte Haas vor gut zwei Wochen im Endspiel des Rasenturniers in Halle/Westfalen bezwungen.

"Rasen gibt so ein bisschen einen Arschtritt, dass man versucht mehr Serve und Volley zu spielen", meinte Haas, der auf seine alten Tage den Weg zum Netz gefunden hat, "wenn man erfolgreich ist, macht das richtig Spaß."

Lisicki mit gesundem Selbstvertrauen

Auch Lisicki schloss nahtlos an ihre starken Leistungen vom Samstag an, als sie die French-Open-Siegerin Swetlana Kusnezowa ausschaltete. Gegen die Weltranglisten-Neunte Wozniacki hatte sie bereits im April im Endspiel bei ihrem bislang einzigen Turniersieg in Charleston gewonnen, daher ging sie mit entsprechendem Selbstvertrauen in die Partie.

"Ich weiß, dass ich gegen die Top-Spielerinnen gewinnen kann", meinte die zur Zeit nur auf Platz 41 im WTA-Ranking notierte Berlinerin, "ich spiele hier einfach Match von Match und was drumherum passiert, lasse ich nach dem Turnier einfach auf mich zukommen."

Großes Kaliber

Ihre nächste Gegnerin ist die Weltranglisten-Erste Dinara Safina. Die Russin setzte sich in einem hart umkämpften Match gegen die Französin Amelie Mauresmo mit 4:6, 6:3, 6:4 durch.

"Ich musste mein bestes Tennis abrufen", sagte die glückliche Siegerin nach dem Spiel.

Das bislang einzige Match gegen French-Open-Finalistin Safina hatte Lisicki bei ihrem ersten Grand-Slam-Match überhaupt in der ersten Runde der Australian Open 2008 für sich entschieden.

Für die exzellent aufschlagende Lisicki muss selbst eine Gegnerin dieses Kalibers noch nicht das Ende sein, wenn sie weiterhin ihre Nerven so zusammenhält wie in diesen Tagen in London.

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