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Sabine Lisicki stand in Wimbledon erstmals in einem Grand-Slam-Viertelfinale © getty

Nach großem Fight gegen die Nummer eins Dinara Safina ereilt Sabine Lisicki das Aus in Wimbledon - auch mangels Fitness.

London - Sabine Lisicki ist im Viertelfinale der 123. All England Championships in Wimbledon an Dinara Safina und auch an ihren eigenen Nerven gescheitert.

Die Berlinerin unterlag nach hartem Kampf der Weltranglisten-Ersten Dinara Safina mit 7:6 (7:5), 4:6, 1:6 und verpasste es damit, als erste deutsche Spielerin seit Steffi Graf 1999 wieder die Vorschlussrunde des bedeutendsten Tennisturniers der Welt zu erreichen.

Lisicki konnte allerdings zahlreiche Chancen nicht nutzen und verpasste gegen ihre lange Zeit enttäuschend spielende Gegnerin die durchaus mögliche Überraschung. 120984(DIASHOW: Die Bilder aus Wimbledon).

Safinas Gegnerin im Halbfinale ist Titelverteidigerin Venus Williams (USA), die die Polin Agnieszka Radwanska mit 6:1, 6:2 deklassierte. (DATENCENTER: Ergebnisse aus Wimbledon)

Trotz allem suchte Lisicki nach dem Match das Positive an den vergangenen neun Tagen.

"Ich hatte ein tolles Turnier, ich habe bewiesen, dass ich die Chance habe, gegen die Top-Spielerinnen zu gewinnen", sagte die 19-Jährige und strahlte fröhlich in die Runde.

Trübsal zu blasen gehört nicht zu ihrem Programm, statt dessen geht es darum, die Lehren aus dem Grand-Slam-Turnier umzusetzen: "Ich bin an meiner fehlenden Erfahrung und an der Fitness gescheitert."

Die Halbfinal-Partien stehen fest

Wie zuvor ihre Schwester schaffte indes auch Serena Williams den Sprung ins Halbfinale. Sie besiegte die Weißrussin Victoria Azarenka mit 6:2 und 6:3.

Im letzten Viertelfinale setzte sich ebenfalls die Favoritin klar durch. Elena Dementieva, nach Safina die zweite Russin im Halbfinale, fegte die Italienerin Francesca Schiavone mit 6:2 und 6:2 vom Platz.

Damit stehen sich im zweiten Halbfinale Serena Williams und Elena Dementeiva gegenüber.

Erstmals unter den letzten Vier

Safina steht zum vierten Mal in Folge im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers, zum ersten Mal in Wimbledon.

Lisicki rückt trotz der Niederlage erstmals in die Top 30 der Weltrangliste vor und kassiert ein Preisgeld 113.000 Euro. Die Berlinerin schaltete an der Church Road die gesetzten Spielerinnen Anna Tschakwetadse (Russland), French-Open-Siegerin Swetlana Kusnetsowa (Russland) und Caroline Wozniacki (Dänemark) aus.

Bei großer Hitze von über 30 Grad und unangenehmen Windböen hatten Lisicki und Safina teilweise große Probleme mit ihrem Spiel. Erstaunlicherweise kam die wesentlich unerfahrenere Berlinerin auf dem Centre Court zunächst besser mit den Verhältnissen und ihren Nerven zurecht.

Mit großem Selbstvertrauen

Lisicki begann die Partie mit großem Selbstvertrauen und punktete oft mit ihrem starken Aufschlag, während Safina zahlreiche Fehler unterliefen.

Die Berlinerin schlug nach einem Break zum 2:1 bei 5:4 bereits zum Satzgewinn auf, hatte dann aber offensichtlich Probleme mit ihren Nerven. Nach dem Rebreak von Safina ging es in den Tiebreak, in dem Lisicki zwei Satzbälle bei eigenem Sevice vergab, bevor sie von einem Doppelfehler der Russin profitierte.

Im zweiten Satz genügte der nun besser werdenden Russin ein Break zum 4:3 um den Durchgang für sich zu entscheiden.

Die Kräfte lassen nach

Im dritten Satz nahmen die Fehler bei Lisicki weiter zu sodass Safina am Ende doch noch deutlich dominierte.

Bei Lisicki ließen dagegen deutlich die Kräfte nach, sie wurde beim Stand von 1:4 mehrere Minuten lang unter anderem mit dicken Eisbeuteln an der rechten Wade behandelt.

Im anschließenden Aufschlagspiel vergab Safina eine 40:0-Führung durch drei Doppelfehler hintereinander, doch die sichtlich angeschlagene Lisicki wusste daraus kein Kapital mehr zu schlagen. Nach 2:23 Stunden verwandelte Safina gegen die aufschlagende Lisicki ihren ersten Matchball.

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