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Tommy Haas ist seit 1996 als Profi auf der ATP-Tour unterwegs © getty

Auf seine alten Tage mischt Tommy Haas noch einmal Wimbledon auf. Doch fürs Viertelfinale kündigt Novak Djokovic Revanche an.

London - Pflegen, Training, Pflegen, Essen, Schlafen.

Mit Coach Thomas Hogstedt über das bevorstehende Match gegen Novak Djokovic reden, von Physio Alex Stober den Körper pflegen lassen.

Das Programm von Tommy Haas an seinem freien Tag in Wimbledon ist weit weniger aufregend als der sportliche Erfolg, den er bei den All England Championships erleben darf.

Der "alte Mann" mischt Wimbledon auf und will noch mehr.

Am Mittwoch spielt er nun tatsächlich beim wichtigsten Tennisturnier der Welt um den Einzug ins Halbfinale (DATENCENTER: Ergebnisse aus Wimbledon).

Konstant hochklassig gegen Andrejew

Sechsmal nur hatte das der 31-Jährige in seiner 14-jährigen Laufbahn bei einem Grand-Slam-Turnier zuvor geschafft.

Selten allerdings hat man Haas durchgängig in einem Match so stark und konstant gesehen wie beim 7:6 (10:8), 6:4, 6:4-Achtelfinalsieg über den Russen Igor Andrejew am Montag (Haas und Lisicki stürmen ins Viertelfinale) .

"Ich habe das Hochgefühl vom Turniersieg in Halle mit hierher genommen", sagte Haas, "ich versuche einfach, in jedem Spiel die Dinge zu machen, die bisher gut funktioniert haben."

Reife bringt Erfolg

Man soll ja bei einem Sportler nicht an alten Wein erinnern, aber mit einem Reifeprozess hat der späte Erfolg offenbar schon zu tun.

Auch die erfreulich unprätentiös wirkende Verlobte Sara Foster scheint dem späten Sportler Haas gut zu tun 120984(DIASHOW: Die Bilder aus Wimbledon).

Er weiß, dass er den Ball gut schlagen kann, und er versucht, das Alter zu vergessen. "Ich weiß, ich bin 31 und habe mehr Meilen in meinen Beinen als andere", sagt er, "aber irgendwie ist Alter auch nur eine Zahl."

Im Schatten der Dauergäste

Dafür spricht sein Erfolg. Erst im elften Anlauf an der Church Road ist es Haas gelungen, so weit wie jetzt zu kommen.

So richtig wahrgenommen wird er deshalb in London SW19 noch nicht. Andy Murray beherrscht die Schlagzeilen rauf und runter, ein bisschen Roger Federer, Andy Roddick und Lleyton Hewitt dazu. Die Centre-Court-Dauergäste der letzten Jahre halt.

Haas war dagegen auf dem berühmtesten Platz der Welt bei seinen bislang 29 Matches in Wimbledon erst einmal zu sehen: 1998, als er gegen Andre Agassi gewann.

Respekt beim Gegner

Auch gegen Djokovic dürfte es ihm nicht vergönnt sein, den Centre zu betreten. Im Finale von Halle konnte er den Serben vor zweieinhalb Wochen erstmals schlagen und damit seine Bilanz gegen den Weltranglisten-Vierten auf 1:2 verbessern.

Der stets sehr selbstbewusste "Djoker" geht deshalb auch keinesfalls leichtfertig in das Match.

"Tommy ist ein großer Spieler, der in den letzten Wochen sehr stark gespielt hat", sagt Djokovic: "Er wird versuchen, mich unter Druck zu setzen, ich muss geduldig sein und meine Chancen nutzen."

Djokovic: Halle kein Maßstab

Die Niederlage im Endspiel von Halle kratzt den 22-Jährigen allerdings nicht mehr.

"Das waren andere Umstände. Ich habe mich auf dem Platz nicht wohl gefühlt und musste mich noch an Rasen gewöhnen", sagt Djokovic: "Ich habe jetzt in den letzten zwei, drei Matches sehr gut gespielt und habe viel Selbstvertrauen."

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