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Serena Williams steht zum vierten Mal in ihrer Karriere im Endspiel der US-Open © getty

Die Serbin würde durch den Sieg bei den US Open zur Nummer eins aufsteigen. Finalgegnerin Serena Williams kann das verhindern.

New York - Unbeeindruckt vom drohenden Wetterchaos bei den US Open in New York hat Jelena Jankovic ihr Halbfinal-Trauma besiegt und erstmals in ihrer Karriere ein Grand-Slam-Endspiel erreicht.

Die Serbin wahrte durch das 6:4, 6:4 gegen Olympiasiegerin Jelena Dementjewa (Russland) auch die Chance auf den Sprung an die Spitze der Weltrangliste.

Dort hatte Jankovic Mitte August ein nur einwöchiges Gastspiel gegeben. Im zweiten Match des Tages setzte sich Serena Williams (USA) ganz souverän mit 6:3 und 6:4 gegen die Russin Dinara Safina durch.

Dem ursprünglich für Samstagabend angesetzten Finale droht allerdings die Verschiebung.

Verlängerung nicht ausgeschlossen

Wegen der angesagten sintflutartigen Regenfälle und Sturmböen durch die Ausläufer von Tropensturm "Hanna" ist eine Verlängerung des Turniers bis Montag nicht mehr ausgeschlossen.

Zuletzt hatte es dieses Szenario in Flushing Meadows 1987 gegeben.

Traum wird wahr

Die Weltranglisten-Zweite Jankovic erfüllte sich im fünften Anlauf endlich den Traum von der ersten Finalteilnahme bei einem Grand-Slam-Turnier. Bislang hatte die 23-Jährige jeweils die Vorschlussrunden-Matches in Melbourne (2008), Paris (2007 und 2008) sowie New York (2006) erreicht.

Jankovic musste gleich im ersten Spiel ein Break hinnehmen, allerdings zermürbte sie in der Folge die an fünf gesetzte Dementjewa mit ihren harten Grundschlägen zusehends.

Auch den Beginn des zweiten Durchgangs verschlief Jankovic, kämpfte sich aber zurück. Die Vorentscheidung fiel, als die Belgraderin ihrer Konkurrentin beim 4:4 den Aufschlag abnahm.

Tennis-Thron in greifbarer Nähe

Dementjewa indes verpasste ihr zweites US-Open-Endspiel nach 2004. Damals hatte sie sich ihrer Landsfrau Swetlana Kusnezowa geschlagen geben müssen.

Jankovic kann sich damit aus eigener Kraft den Platz an der Sonne sichern, während Dementjewa ihre Chancen auf die Weltranglisten-Führung durch die Halbfinal-Niederlage verspielte.

Einzig Serena Williams könnte Jankovic den Weg zur Nummer eins noch verbauen, in dem sie die Serbin im Finale schlagen würde.

Erfahrung ausgespielt

Williams kam wesentlich besser als Safina mit den kräftigen Windböen zurecht.

Nachdem sie ihr erstes Aufschlagspiel abgegeben hatte, spielte sie ihre Erfahrung aus.

Williams schaffte das entscheidende Break zum 5:3 im ersten Satz und wehrte im darauf folgenden Spiel mit einer mutigen Netzattacke einen Breakball ab.

"Wie ein verzogenes Mädchen"

Die 26-Jährige, die zuletzt 2002 in New York triumphierte, nahm Safina gleich im ersten Spiel des zweiten Satzes den Aufschlag ab - trotz Rückstands von 0:40.

Danach zog sie auf 5:1 davon und beendete die Partie wenig später mit einem Servicewinner.

"Es ist fantastisch. Ich freu mich so, wieder im Endspiel zu stehen", sagte die Amerikanerin, die aufgrund der Winde nicht allzu riskant gespielt hatte.

Safina, die zuletzt sechsmal in sieben Turnieren ins Finale vorstieß, gab hingegen zu, sich "wie ein verzogenes Mädchen" aufgeführt zu haben. "Ich muss meine Gefühle besser kontrollieren."

Notfall-Plan bei Unwetter

Die Veranstalter indes haben wegen der prognostizierten Unwetter bereits einen Notfall-Plan ausgearbeitet. Dieser sieht vor, dass im Falle einer kompletten Streichung des "Super Saturday" am Sonntagmittag zunächst die beiden Männer-Halbfinals und danach in der Primetime das Frauen-Finale ausgespielt werden.

Ihren zweiten Doppel-Titel im "Big Apple" sicherten sich die Zwillingsbrüder Bob und Mike Bryan (USA), die im Endspiel Lukas Dlouhy/Leander Peas (Tschechien/Indien) mit 7:6 (7:5), 7:6 (12:10) bezwangen. Im Viertelfinale hatten die Bryans das deutsche Duo Philipp Petzschner/Christopher Kas (Bayreuth/Trostberg) besiegt.

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