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Sabine Lisicki stand in Wimbledon erstmals in einem Grand-Slam-Viertelfinale © getty

Nach dem Wimbledon-Aus herrscht Einigkeit bei Familie Lisicki und Barbara Rittner. Sabine selbst ist einsichtig und motiviert.

London - Von Platz 41 auf 26.

Sabine Lisicki hat in Wimbledon ihren Aufstieg in der Weltrangliste weiter fortgesetzt und scheint ihrem großen Ziel tatsächlich Schritt für Schritt näher zu kommen.

"Ich möchte einmal die Nummer eins der Welt werden", wiederholte die Berlinerin auch nach ihrem Ausscheiden im Viertelfinale der 123. All England Championships 120984(DIASHOW: Die Bilder aus Wimbledon) gegen Dinara Safina am Dienstag (Lisicki zieht den Kürzeren).

Dass dieser Traum gar nicht so unrealistisch ist, hat die 7:6 (7:5), 4:6, 1:6-Niederlage gezeigt. Die Russin ist derzeit die Nummer eins, und die Deutsche war spielerisch kein Stück schlechter.

"Habe nicht erwartet, dass ich so weit komme"

"Wenn man ihr noch ein bisschen Zeit gibt und sie etwas konstanter wird, dann werden wir mit Sabine noch viel Freude haben", meinte Bundestrainerin Barbara Rittner.

Lisicki und ihr Trainer-Vater Richard reisten trotz der verpassten Großchance auf den Einzug ins Halbfinale zufrieden nach Berlin zurück. Sagten sie.

"Ich bin sehr stolz auf Sabine", teilte der promovierte Sportwissenschaftler Lisicki nach dem Ende des Wimbledon-Abenteuers mit.

Auch seine Tochter wollte sich nicht zu sehr über das vermeidbare Aus ärgern: "Es war ein super Turnier für mich. Niemand hat erwartet, dass ich so weit komme, auch ich selbst nicht."

Jetzt aber steht die Analyse der Niederlage im Vordergrund und der Blick nach vorne.

31 Grad sind heiß, aber nicht ungewöhnlich

Das Ziel, unter die Top 30 zu kommen, hat Sabine Lisicki bereits erreicht, bei den US Open ist sie damit gesetzt. Ein Grund zum Zurücklehnen ist das alles aber nicht. Sie hat gegen Safina gemerkt, woran es vor allem gelegen hat: "Ich war nicht fit genug und mir fehlte in einigen Situationen die nötige Erfahrung."

Die zweite Woche bei einem Grand-Slam-Turnier war bislang unbekanntes Territorium für die Blondine.

Da machen sich die vier Spiele zuvor irgendwann doch bemerkbar. Außerdem herrschte auf dem Centre Court (DATENCENTER: Ergebnisse aus Wimbledon) eine Temperatur von 31 Grad, das ist zwar heiß, aber keinesfalls ungewöhnlich auf der Profitour.

Als Lisicki ihren ersten Turniersieg am 19. April in Charleston feierte, herrschten dort 26 Grad.

Zwei bis drei Jahre zum optimalen Level

"Sie hat ja selbst schon zugegeben, dass sie das Match auf Grund schlechterer Fitness verloren hat, das ist schon mal sehr gut", sagte Rittner, "sie sieht ein, dass sie hart daran arbeiten muss."

Die Fed-Cup-Chefin ist sich sicher, dass die Familie Lisicki versuchen wird, diese Defizite abzustellen. Einen Fitnesscoach in Florida, wo die Berlinerin ihre sportliche Basis in der Akademie von Nick Bollettieri hat, wartet bereits.

Rittner fordert aber auch Geduld: "Es dauert zwei bis drei Jahre, bis man sich das optimale Level erarbeitet hat."

"Fitness kann man trainieren"

Dann, glaubt Rittner, steht Lisicki die Spitze spätestens offen.

"Fitness kann sie trainieren und die Erfahrung, in gewissen Matchsituationen auf großen Plätzen die richtige Entscheidung zu treffen, kommt mit der Zeit", meint die Leverkusenerin, "aber die spielerischen Anlagen und die Härte ihres Schlages, die hat sie einfach."

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