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Tommy Haas war im Mai 2002 die Nummer zwei der Welt © getty

Tommy Haas ist gegen den fehlerlos spielenden Schweizer ohne echte Chance. Im Finale trifft Federer auf einen US-Amerikaner.

London - Tommy Haas hat gekämpft, glänzend gespielt, 15..000 Zuschauer begeistert und das bislang beste Wimbledon-Turnier seiner Karriere mit einer großartigen Leistung gekrönt - dennoch blieb ihm der Triumph versagt.

Der 31-Jährige ist im Halbfinale der 123. All England Championships in Wimbledon ausgeschieden, aber es musste schon der beste Spieler der Geschichte kommen, um den bravourösen Siegeszug des Deutschen an der Church Road zu stoppen (124117DIASHOW: Die Bilder aus Wimbledon).

Haas unterlag dem fünfmaligen Wimbledon-Champion Roger Federer mit 6:7 (3:7), 5:7, 3:6 und verpasste es auch im vierten Anlauf, das Endspiel eines Grand-Slam-Turniers zu erreichen.

Ziel: Alleiniger Rekordhalter

"Ich bin sehr stolz auf meine Leistung in den letzten Wochen", sagte Haas, der nach dem Match keinesfalls enttäuscht wirkte, "dieses Turnier war großartig für mich, ich könnte nicht glücklicher sein".

Im Endspiel am Sonntag (ab 15 Uhr LIVESCORES) gegen Andy Roddick (USA) greift Federer nun nach seinem sechsten Wimbledon-Titel und dem 15. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier überhaupt.

Er kann damit einen neuen Rekord aufstellen und Rafael Nadal wieder als Nummer eins der Weltrangliste ablösen.

Roddick schaltet Murray aus

Roddick beendete am Nachmittag die hochfliegenden Hoffnungen der Briten auf den ersten einheimischen Sieger seit 1936, als er Andy Murray mit 6:4, 4:6, 7:6 (9:7), 7:6 (7:5) stoppte (DATENCENTER: Ergebnisse aus Wimbledon).

Der Texaner unterlag Federer bereits in den Finals 2004 und 2005.

Haas war er bereits dreimal (1999, 2002, 2007) bei den Australian Open im Halbfinale gescheitert.

Er rückt durch seinen Erfolg an der Church Road in der neuen Weltrangliste ab Montag aber von Rang 34 auf einen Platz unter den Top 20 vor und ist damit wieder bester deutscher Spieler.

Federer will erneut Geschichte schreiben

"Das interessiert mich aber gar nicht mehr", sagte er, "das ist anderen Spielern sicher wichtiger".

"Tommy war stark und ich bin sehr zufrieden damit, wie ich gespielt habe", sagte Federer, für den die Aussicht auf weitere Rekorde ein großer Anreiz ist:

"Für mich ist das Finale eine große Chance, erneut Geschichte zu schreiben".

Er hat zum 20. Mal in seiner Karriere ein Endspiel bei einem Major-Turnier erreicht und damit eine zusätzliche Bestleistung aufgestellt.

Haas hatte sich zwei Stunden vor dem bislang wohl bedeutendsten Spiel seiner Laufbahn mit dem deutschen Junior Alexandros Ferdinandos Georgoudas eingeschlagen.

Haas enttäuscht nicht

Als Haas und Federer um Punkt 13.00 Uhr Ortszeit den Centre Court betraten, waren die Ränge der jetzt 15.000 Zuschauer fassenden Arena bereits fast vollständig besetzt.

"An ein Match gegen Roger auf dem Centre denkt man zurück, wenn man irgendwann mal seine Karriere beendet hat", sagte Haas. Bis dahin soll es aber noch lange dauern: "Natürlich komme ich im nächsten Jahr wieder."

Von Nervosität war bei Haas aber nichts zu spüren.

Das Selbstvertrauen aus den fünf vorherigen Siegen und dem Sieg beim Vorbereitungsturnier in Halle/Westfalen war groß.

"Ich hatte eine gute Strategie"

"Roger hat aber diesen Vorteil, dass er so erfahren in diesen Situationen ist, er trifft die richtigen Entscheidungen", sagte der Deutsche, "ich hatte eine gute Strategie, habe aber die wichtigen Punkte leider nicht gemacht."

Haas servierte solide und sicher, so wie er es bereits während des ganzen Turniers getan hatte.

Auch Federer ließ bei seinen eigenen Aufschlagspielen nichts zu.

Ein Stückchen konzentrierter

Also musste der Tiebreak im ersten Satz die Entscheidung bringen, und da zeigte sich die Extraklasse des 14-maligen Grand-Slam-Champions, der in kritischen Situationen eben noch ein Stückchen konzentrierter ist als seine Kontrahenten.

Im zweiten Satz brachte ein Vorhandfehler von Haas das erste Break des Matches zum 5:7.

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