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Anna-Lena Grönefeld hat auf der WTA-Tour bisher neun Doppel-Titel gewonnen © getty

Anna-Lena Grönefeld gewinnt mit einer Internetbekanntschaft von den Bahamas die Mixed-Konkurrenz in Wimbledon und ist außer sich.

London - Bei diesen Komplimenten strahlte Anna-Lena Grönefeld glücklich über das ganze Gesicht (124117DIASHOW: Die Bilder aus Wimbledon).

Mark Knowles konnte sich gar nicht mehr einkriegen vor Begeisterung über seine junge deutsche Partnerin: "Sie hat mich zu meinem ersten Wimbledontitel geführt, sie hat die gesamten zwei Wochen fantastisch gespielt."

7: 5, 6:3 gewann das Duo im Finale auf dem Centre Court gegen die topgesetzte Kombination Cara Black/Leander Paes (Zimbabwe/Indien) und krönte einen Internetkontakt.

Die Kombinationen aus Nordhorn in Niedersachsen und den Bahamas in der Karibik darf sich nun "Wimbledonsieger" nennen (DATENCENTER: Ergebnisse aus Wimbledon).

Zwar "nur" im Mixed, aber das kratzt niemanden: "Das kann mir niemand mehr nehmen, es ist unglaublich", sagte Grönefeld: "Dies ist das Turnier, das man einmal gewinnen will."

Kontakt per Facebook

Und dann machten sie sich spät in der Nacht auf zum Champions Dinner, um im Kreis der ganz Großen zu feiern, zu denen sie jetzt auch ein bisschen dazugehören. "Ich hatte mir vorher schon ein schönes Kleid ausgesucht", sagt Grönefeld.

Irgendwann zu Jahresbeginn kam diese Anfrage auf ihrer Facebook-Seite im Internet.

In diesem quasi öffentlichen Tagebuch kann man Kontakte knüpfen, seine Interessen darstellen oder auch nur mitteilen, dass man seinen Kaffee gerne mit Karamell trinkt.

Enttäuschung getilgt

Mark Knowles, der einer der besten Doppelspieler überhaupt ist, sandte also über Facebook seinen Antrag an Anna-Lena, die er für eine der besten Doppelspielerinnen überhaupt hält. "Ich habe natürlich sofort zugesagt", meint die 24-Jährige.

Im Einzel musste sie an der Church Road erneut eine tiefe Enttäuschung verkraften, als sie zum fünften Mal hintereinander in der ersten Runde scheiterte.

Die ehemalige Top-20-Spielerin hat immer wieder mal den Hang, völlig den Faden zu verlieren, wenn ein, zwei Schläge misslingen. Im Doppel kann sie ein Partner auffangen, das braucht sie anscheinend: "Es ist immer schön, wenn man jemanden an seiner Seite hat, der einen auch mal aufrafft."

Krönung auf "Heiligem Rasen"

Mit dem erfahrenen Knowles stimmt die Chemie auf dem Platz offenbar. Bei den French Open kamen beide bereits miteinander bis ins Halbfinale, in Wimbledon folgte nun die Krönung.

Und wenn man gesehen hat, mit welcher Freude und Erleichterung beide nach ihrem Matchball die Schläger wegwarfen und sich in die Arme fielen, da konnte man ahnen, was dieser Titel bedeutet.

"Ich habe 18 Jahre versucht, hier zu gewinnen, es ist mir nie gelungen", sagte der 37-jährige Knowles: "Das ist das bedeutendste Turnier von allen."

Auf Spuren von Legenden

Deshalb hat auch hat Anna-Lena Grönefeld ab sofort ihren Platz in den Tennis-Geschichtsbüchern sicher.

Deutsche Mixed-Sieger in Wimbledon gab es zuletzt 1933. Damals gewannen Hilde Krahwinkel und Gottfried von Cramm, der am Dienstag 100. Jahre alt geworden wäre, den Titel.

Immerhin zwei deutsche Tennis-Tegenden.

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