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Roger Federer will den fünften Triumph in Folge in Flushing Meadows © getty

Bei den US Open stürmt der Schweizer mit einer Gala-Vorstellung gegen Djokovic ins Finale und erinnert an den einstigen Dominator.

New York - Selbst Tropensturm "Hanna" konnte Roger Federer auf dem Weg zurück zu alter Stärke nicht stoppen.

Als Regenfälle und Sturmböen den Spielplan bei den US Open durcheinander wirbelten, war der einstige Dominator längst auf die Sonnenseite zurückgekehrt.

"Ich hatte Momente, in denen ich gedacht habe, so will ich immer spielen. Es ist sehr schön, dieses Gefühl hier wieder zu erleben", sagte der Schweizer.

In der Tat: Bei seiner Halbfinal-Gala gegen den Serben Novak Djokovic erinnerte er sehr stark an den "alten" Federer.

Selbstvertrauen für das verspätete Endspiel

Durch den 6:3, 5:7, 7:5, 6:2-Sieg gegen den an drei gesetzten Djokovic holte der Titelverteidiger auch Selbstvertrauen für das verspätete Endspiel am Montag.

Erstmals seit 1987 müssen die US Open in die Verlängerung, nachdem der "Super Samstag" wegen heftiger Regenfälle und Windböen fast gänzlich ins Wasser gefallen war.

Erst Sonntagnacht kann das am Tag zuvor abgebrochene Halbfinale zwischen dem Briten Andy Murray und dem topgesetzten Spanier Rafael Nadal beim Stand von 6:2, 7:6 (7:5), 2:3 fortgesetzt werden.

Kritik an der Terminplanung

Ein Jahr nach dem letzten Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier hatte Federer, der die Weltranglisten-Spitze vor knapp drei Wochen an Nadal verloren hatte, unabhängig vom Finalgegner nur ein Ziel: "Ich will die Trophäe."

Kritik an der Terminplanung des Veranstalters konnte sich auch der 27-Jährige nicht verkneifen.

"Es wäre sicher besser gewesen, wenn beide Finalisten am Samstag ermittelt worden wären. Da hätte man eine größere Wettbewerbsgleichheit gehabt", meinte Federer in Anspielung auf die inkonsequente Entscheidung des US-amerikanischen Tennis-Verbandes Usta.

Sturm stoppt zweites Halbfinale

Trotz der verheerenden Vorhersagen der Wetterstationen, die allesamt von Samstagmittag bis Mitternacht ununterbrochene und sintflutartige Regenfälle prognostiziert hatten, wollten die Verantwortlichen die beiden Halbfinals zunächst nicht parallel um 11 Uhr Ortszeit stattfinden lassen.

Kein Wunder, der TV-Sender "CBS" lässt sich sein Sechs-Jahre-Engagement geschätzte 145 Millionen Dollar kosten.

Erst als Federer schon anderthalb Stunden spielte, schickte der US-Verband ganz unvermittelt auch Nadal und Murray auf den Court. Zu spät, die Partie musste nach gut zwei Stunden unterbrochen werden, weil, wie exakt vorhergesagt, um 15 Uhr Ortszeit der große Regen kam.

20 Asse zermürben Djokovic

Für Federer schien nach der Revanche gegen Djokovic, der ihn im Halbfinale der Australian Open geschlagen hatte, aber die Sonne.

Mit 20 Assen zermürbte der Schweizer den aufstrebenden Djokovic und ließ sich auch von einem 4:5-Rückstand im dritten Durchgang nicht schocken.

"Mit dem Gewinn des Satzes habe ich Novaks Willen gebrochen. Mein guter Aufschlag war sicher eines der ausschlaggebenden Dinge", meinte Federer zufrieden.

Schafft Federer den 5. Triumph in Folge?

Für den einstigen Weltranglisten-Ersten wäre der fünfte Triumph in Folge in Flushing Meadows sicher ein ganz besonderer.

Glückt er nicht, würde Federer erstmals seit 2002 eine Saison ohne einen einzigen Grand-Slam-Titel beenden.

"Ein Erfolg in New York könnte Roger auch mit Blick auf das neue Jahre enorm beflügeln. Bei ihm ist noch einiges drin", sagte der US-Daviscup-Kapitän Patrick McEnroe, der Federer ständig beobachtet.

Nimbus des Unbesiegbaren verloren

Federer selbst weiß, dass er den Nimbus des Unbesiegbaren in diesem Jahr verloren hat.

Der Niederlage gegen Djokovic in Melbourne folgten jeweils gegen Nadal die Finalschlappen in Paris und seinem "Wohnzimmer" Wimbledon.

Zudem platzte der goldene Olympia-Traum in Peking. Ein Coup im mit 23.700 Zuschauern längst ausverkauften Arthur-Ashe-Stadium könnte das Jahr noch retten.

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