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Andy Murray (l.) ist derzeit in der Welrangliste Sechster, Roger Federer Zweiter © getty

Roger Federer ist im Endpiel gegen Andy Murray (Mo., 23 Uhr LIVESCORES) Favorit. Aber einiges spricht auch für den jungen Briten.

Von Andreas Kloo

München - Ganz Großbritannien wird in der Nacht von Montag auf Dienstag Andy Murray die Daumen drücken. Im Finale der US Open fordert der Schotte den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Roger Federer.

Seit 1936 gewann kein Brite mehr ein Grand-Slam-Turnier. Der legendäre Fred Perry war der letzte Spieler, dem dieser Erfolg bei den US Open gelang. 72 Jahre, eine quälend lange Zeit für die britischen Tennis-Fans.

Am liebsten würden sie Murray natürlich im heimischen Wimbledon siegen sehen, aber auch der Triumph bei den US Open wäre für die Briten eine Erlösung von einem jahrzehntelangen "Martyrium".

Einiges spricht dafür, dass Murray dieser historische Triumph durchaus gelingen könnte. Sport1.de präsentiert die Stärken und Schwächen:

Die Statistik:

Im direkten Vergleich liegt Murray bisher mit 2:1 in Führung. Zuletzt besiegte Murray seinen Widersacher Federer Anfang dieses Jahres in Dubai mit 6:7, 6:3 und 6:4 und leitete damit eine kleine Krise beim Schweizer ein.

Die Physis:

Andy Murray ist topfit und scheint mit seinen 21 Jahren auf dem bisherigen Höhepunkt seiner Leistungsfähgkeit zu sein. Er hat in diesem Jahr noch härter trainiert, um genügend Kondition für sein kraftraubendes Spiel zu haben. Der 27-jährige Federer zeigte in diesem Jahr schön öfter Ansätze von Müdigkeit.

Die Nerven:

Im Halbfinalmatch gegen Rafael Nadal bewies Murray darüber hinaus, dass er auch mental mit den Großen des Tenniszirkus mithalten kann. Murray führte mit 2:0-Sätzen, als das Match wegen Regens unterbrochen werden musste.

Nach der Pause gewann Nadal den dritten Satz. Das Blatt schien sich zu wenden. Aber Murray fand im vierten Satz zurück zu seiner Stärke und zog mit einem 6:2, 7:6, 4:6, 6:4 ins Endspiel ein.

Den leichten Vorteil im direkten Vergleich will Andy Murray aber nicht überbewerten: "Ich habe in der Vergangenheit gut gegen ihn gespielt. Aber ein Grand-Slam-Finale ist etwas ganz anderes. Er hat mehr Erfahrung in diesen Situationen und für mich ist etwas völlig Neues."

Damit sind wir bei den Argumenten, die für Federer sprechen.

Die Routine:

Es ist bereits das 17. Grand-Slam-Finale für Roger Federer, bei den US Open gewann er bislang alle seiner vier Endspiele. Für Murray ist es die erste Endspiel-Teilnahme. Etwas nervös wird der 21-Jährige beim ersten Ballwechsel sicherlich sein.

Der richtige Schlag im richtigen Moment:

Zum anderen hat sich Roger Federer mit dem Sieg im Halbfinale gegen Novak Djokovic eindrucksvoll zurückgemeldet. Nach der Final-Niederlage gegen Nadal in Wimbledon hatten viele schon zum Abgesang auf "King Roger" angesetzt.

Aber gegen Djokovic zeigte der Schweizer seine ganze Klasse. Im dritten Satz gelang Federer beim Stand von 6:5 ein Zauberschlag, als er einen Schmetterball des Serben mit einem eigenen Überkopfball konterte. Wenig später sicherte er sich den Satz.

Die Taktik:

Bleibt die Frage nach der richtigen Taktik für das Finale. Der ehemalige Trainer Murrays, Brad Gilbert, gibt bei "ESPN" eine einfache Prognose ab: "Wer besser aufschlägt, wird gewinnen."

Beim letzten Duell in Dubai hat Murray diese Marschroute schon gut umgesetzt. Nach eigenem Aufschlag gewann er 90 Prozent der Punkte und holte sich so den Sieg.

Sollte dem "Braveheart" dies ein weiteres Mal gelingen, hätten die Briten einen neuen Nationalhelden.

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