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Tommy Haas (r.) bekommt es bei den US Open zunächst mit Alejandro Falla zu tun © getty

Tommy Haas ist vor dem letzten Grand Slam des Jahres "blendend aufgelegt". Michael Stich sieht generell gute deutsche Chancen.

Von Björn Seitner

München - Vor dem Auftakt des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres, den 129. US Open, ist Tommy Haas kaum noch zu bremsen.

"Ich bin blendend aufgelegt. Wenn man hier auf den großen Plätzen spielt, bekommt man eine Gänsehaut", sagte der 31-Jährige im Vorfeld der mit 21,6 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung in New York.

Um den Sieg werden sich wohl andere streiten. 19 deutsche Teilnehmer haben es zwar ins Hauptfeld in Flushing Meadows geschafft - mit Sabine Lisicki, Tommy Haas und Philipp Kohlschreiber sind aber nur drei Spieler gesetzt.

Dass es also nicht einfach wird, weiß auch ein ehemaliger Wimbledon-Sieger. "Tommy Haas und Philipp Kohlschreiber haben da aber sicherlich die besten Chancen. Und auch die anderen deutschen Spieler sind zurzeit immer für eine Überraschung gut", sagt Michael Stich im Gespräch mit Sport1.de.

Lösbare Aufgaben für Haas und Petzschner

"Wir haben immerhin sechs Spieler unter den ersten 60 in der Welt, das ist eine tolle Bilanz. Philipp Petzschner spielt relativ gut im Moment. Der ganz große Wurf fehlt leider noch. Ich glaube, wenn zwei Spieler in die zweite Woche kommen, dann ist das schon ein großer Erfolg", so der 40-Jährige.

Petzschner könnte der Sprung in die nächste Runde auf jeden Fall glücken.

Denn mit dem Ukrainer Sergiy Stakhovsky trifft der Bayreuther auf die Nummer 90 der Welt, der zum ersten Mal ins Hauptfeld der US Open geschafft hat.

Auch Kollege Haas, der an Position 20 gesetzt ist, hat mit dem Qualifikanten Alejandro Falla einen vermeintlich leichten Gegner - der Kolumbianer wird derzeit nur auf Rang 132 der ATP-Weltrangliste geführt.

Thomas Högstedt, der Trainer des Hamburgers, weiß jedenfalls: "Er träumt immer noch davon, dieses Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Der Erfolg von Wimbledon hat Tommy viel Motivation und Selbstvertrauen gegeben."

Phau muss gegen den Lokalmatador ran

Philipp Kohlschreiber aus Augsburg (23) bekommt es mit dem Italiener Andreas Seppi zu tun.

Bedeutend schwerer wird es dagegen für Benjamin Becker (Merzig), Björn Phau (Darmstadt) und den Qualifikanten Dieter Kindlmann (Sonthofen).

Kindlmann, dessen bisher größter Erfolg das Erreichen der zweiten Runde bei den French Open 2006 ist, trifft auf den an Position acht gesetzten Russen Nikolay Davidenko.

Becker wiederum muss gegen den Spanier Fernando Verdasco (10) ran, Phau gegen Lokalmatador Andy Roddick (5).

Murrays Spielweise könnte ihn zum Sieg führen

Für Michael Stich sind die Favoriten indes andere.

Die momentan besten Spieler der Welt, Roger Federer, Andy Murray, Rafael Nadal und Novak Djokovic werden seiner Meinung nach den Sieg wohl unter sich ausmachen.

"Da oben kann man es ja nie sagen. Die drei, vier Weltbesten sind immer alle für einen Sieg gut", erklärt Stich.

Den Schotten Andy Murray, der gerade erst das vier Jahre währende Spitzenduo Federer und Nadal gesprengt hat, "muss man auf jeden Fall auf dem Zettel haben. Er ist ja auch schon länger da oben dabei und ist sicher einer, der die US Open gewinnen kann. Gerade von seiner Spielweise her".

Schweres Los für Görges

Die dritte im Bunde, Sabine Lisicki aus Troisdorf, bei den Damen an 23 einzige gesetzte Deutsche, hat ihr Ziel erneut offen formuliert - sie "will die Nummer eins der Welt sein".

Um dieses Ziel zu erreichen muss sie sich in Runde eins mit Aravan Rezai messen. Die 22-jährige Französin ist die 38. der WTA-Weltrangliste und definitiv nicht zu unterschätzen.

Das schwerste Los wartet auf Julia Görges (Bad Oldesloe). Sie trifft auf Mitfavoritin Swetlana Kusnezowa (6), die Siegerin der diesjährigen French Open.

Das einzige rein deutsche Duell tragen Angelique Kerber aus Bremen und Andrea Petkovic (Griesheim) aus.

Die Spiele der Deutschen in der Übersicht:

Männer:

Mischa Zverev - Marcel Granollers (Spanien)Rainer Schüttler - Jan Hernych (Tschechien)Philipp Kohlschreiber - Andreas Seppi (Italien)Benjamin Becker - Fernando Verdasco (Spanien/Nr. 10)Tommy Haas - Alejandro Falla (Kolumbien)Simon Greul - Giovanni Lapentti (Ecuador)Björn Phau - Andy Roddick (USA/Nr. 5)Andreas Beck - Jewgeni Koroljew (Russland)Nicolas Kiefer - Michael Llodra (Frankreich)Philipp Petzschner - Sergej Stakhowsky (Ukraine)Dieter Kindlmann - Nikolay Davydenko (Russland/Nr. 8)Michael Berrer - Federico Zeballos (Bolivien)

Frauen:

Kristina Barrois - Urszula Radwanska (Polen)Sabine Lisicki - Aravane Rezai (Frankreich)Anna-Lena Grönefeld - Jie Zheng (China/Nr. 21)Julia Görges - Swetlana Kusnetzowa (Russland/Nr. 6)Tatjana Malek - Amelie Mauresmo (Frankreich/Nr. 17)Andrea Petkovic - Angelique Kerber

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