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Serena Williams (l.) ließ Dinara Safina im Finale der Australian Open keine Chance © getty

Dinara Safina will bei den US Open ihr erstes Grand-Slam-Turnier gewinnen. Dabei kämpft sie nicht nur gegen ihr schwachen Nerven.

New York - Die Lippen grell geschminkt, die überdimensionale Handtasche stets griffbereit und nie um einen forschen Spruch verlegen:

In punkto Glamour gibt Serena Williams wie üblich auch bei US Open in New York (alle Spiele ab 17 Uhr LIVESCORES) den Ton an.

Ginge es nach der 27-Jährigen, dann müsste sie wegen ihrer drei Siege bei den vergangenen vier Grand-Slam-Turnieren auch in der Weltrangliste ganz vorne stehen.

Doch da thront seit Mitte April die eher unauffällige Russin Dinara Safina, die im Frauentennis eine Endlosdiskussion über die wahre Königin der Courts angestoßen hat.

Seit dem überraschenden Rücktritt von Justine Henin (Belgien) im Mai 2008 gab es unter fünf Spielerinnen bereits achtmal einen Führungswechsel. Trainer-Guru Nick Bollettieri rechnet sogar damit, "dass die Verweildauer an der Spitze künftig noch kürzer wird".

Nummer eins mit Makel

Zeiten, in denen Ausnahmeerscheinungen wie Steffi Graf insgesamt 377 Wochen die Nummer eins waren, gehören mittlerweile der Vergangenheit an.

"Es gibt eben nicht mehr die eine dominante Spielerin. Aber ich hoffe, dass ich bald beweisen kann, dass ich zu Recht ganz oben stehe", sagt die 23-jährige Safina fast entschuldigend.

Ihr großes Manko: Noch immer wartet die "kleine" Schwester des ehemaligen US-Open-Gewinners Marat Safin auf ihren ersten Titel bei einem der vier Grand Slams.

Williams stichelt gegen Safina

Kein Wunder, dass auch im Big Apple fast jedes Gespräch für Safina zum Spießrutenlauf wird. Noch dazu, weil Serena Williams die Russin in den vergangenen Monaten immer wieder verbal attackierte.

"Jeder weiß doch, wer die wahre Nummer eins ist", sagte die Siegerin von Melbourne und Wimbledon und merkte hämisch an:

"Dinara hat einen tollen Job gemacht, um Nummer eins zu werden. Sie hat in Rom und Madrid gewonnen."

Demütigung in Melbourne

In New York hat sich Serena Williams zum Thema Nummer eins selbst einen Maulkorb verpasst. "Ich bereue keines meiner Statements, aber ich will darüber jetzt nicht mehr sprechen", verkündete die Weltranglisten-Zweite genervt.

Ein Schweigen sagt manchmal mehr als tausend Worte - es brodelt in der extrovertierten Amerikanerin. Zumal Williams ihrer Erzrivalin im direkten Duell bereits eine Demütigung der besonderen Art zugefügt hat.

Im Finale von Melbourne zu Beginn des Jahres deklassierte sie Safina mit 6:0, 6:3. "Ich kam mir zwischendurch vor wie ein Ballkind", gestand die nervenschwache Russin, die ihre ingesamt drei Grand-Slams-Finals jeweils deutlich verloren hat.

Punktesystem günstig für Safina

Safinas Sprung auf den Thron wurde ermöglicht durch das Punktesystem der WTA, das konstante Vielspielerinnen wie die Russin belohnt. Williams dagegen wägt ab und konzentriert sich auf die wichtigen Turniere.

"Ich denke auch nicht, dass ich etwas an meinen Planungen ändern werde", kündigte die jüngere Williams-Schwester trotzig an. Als wahre Nummer eins fühlt sie sich sowieso - schnappt sich ihre Tasche und zieht im Blitzlichtgewitter von dannen.

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