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Simon Greuls beste Platzierung in der Weltrangliste ist Rang 64 © getty

Simon Greul zieht als erster Deutscher in die zweite Runde der US Open ein. Nun folgt eine "vielleicht unlösbare Aufgabe".

New York - Simon Greul hat sich seinen Traum vom Duell mit Roger Federer erfüllt und als erster deutscher Tennisprofi die zweite Runde der US Open erreicht.

Nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle bezwang der 28-jährige Stuttgarter den Ecuadorianer Giovanni Lapentti mit 6:3, 4:6, 3:6, 6:0, 7:6 (11:9) und fordert nun in New York auf großer Bühne den Titelverteidiger und Weltranglistenersten aus der Schweiz.

Wenige Stunden vor der glamourösen Eröffnungsfeier im größten Tennis-Stadion der Welt blieben dagegen Davis-Cup-Spieler Mischa Zverev, Rainer Schüttler und Dieter Kindlmann schon in der ersten Runde auf der Strecke und sorgten am Montag für einen schwachen Turnierauftakt der insgesamt 19 deutschen Starter.

Aufgabe ist unlösbar

Bei seiner erst zweiten US-Open-Teilnahme bewies Greul in New York vor allen Dingen im Tiebreak des entscheidenden fünften Satzes kühlen Kopf. Nach der Abwehr von drei Matchbällen riss der Weltranglisten-65. nach seinem Sieg auf Court 16 die Arme erleichtert in die Höhe.

"Die Aufgabe gegen Federer ist schwierig und vielleicht unlösbar, aber ich freue mich schon sehr darauf", erklärte Greul vor dem Spiel gegen den fünfmaligen US-Open-Champion.

Zverev geht im fünften unter

Dagegen enttäuschten Linkshänder Zverev und Routinier Schüttler.

Gut eine Woche nach seinem 22. Geburtstag verlor Zverev nach starkem Beginn 6:2, 5:7, 6:3, 4:6, 0:6 gegen den in der Weltrangliste um 35 Plätze tiefer eingestuften Marcel Granollers (Spanien).

Zverev zeigte im entscheidenden Satz Nerven und schlich enttäuscht vom Außencourt 10.

Kindlmann chancenlos

Der 33-jährige Schüttler schied durch ein 6:1, 6:7 (5:7), 4:6, 6:2, 3:6 gegen Jan Hernych (Tschechien) bereits zum vierten Mal in Folge in der ersten Runde der US Open aus.

Qualifikant Kindlmann hatte beim 3:6, 4:6, 5:7 gegen den an acht gesetzten Nikolai Dawydenko (Russland) keine Chance.

Clijsters meldet sich mit Sieg zurück

Ein erfolgreiches Comeback feierte nach zweieinhalbjähriger Grand-Slam-Abstinenz die Belgierin Kim Clijsters.

Die frühere Weltranglistenerste und US-Open-Siegerin von 2005, die nach der Geburt ihrer Tochter Jada erst Anfang August auf die Tour zurückgekehrt war, hat nach einem 6:1, 6:1 in nur 54 Minuten gegen Wiktoria Kutusowa (Ukraine) die zweite Runde erreicht.

"Ich fühle mich fit, aber ich denke nur von Spiel zu Spiel. Konkrete Ziele habe ich mir hier nicht gesetzt", sagte Clijsters.

Eröffnungsfeier mit Agassi

Am Montagabend steht in dem 22.547 Zuschauer fassenden Arthur-Ashe-Stadium noch die große Eröffnungsfeier an. Gäste waren unter anderem Andre Agassi und New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg.

Am Dienstag dann brauchen bei ihren ersten Einsätzen die restlichen neun der insgesamt 19 im Hauptfeld angetretenen Deutschen gute Nerven (alle Spiele ab 17 Uhr LIVESCORES).

Lisicki nach Zwangspause optimistisch

Am Familientag werden auf der Anlage in Queens tausende Kinder auf den Tribünen erwartet.

Viel vor hat die als beste Deutsche an Position 23 gesetzte Sabine Lisicki, die zuletzt in Wimbledon im Viertelfinale gestanden hatte.

Die 19-jährige Berlinerin konnte nach ihrer mehrwöchigen Zwangspause wegen einer Schulterverletzung wieder voll trainieren und strotzt in New York vor Selbstvertrauen.

Keine Angst vor Niemandem

"Ich muss mich vor niemandem verstecken. Wenn es gut läuft, kann ich auch die Topspielerinnen schlagen", meinte die Charleston-Siegerin vor dem Erstrundenduell mit Aravane Rezai (Frankreich).

Auch ihre Fed-Cup-Teamkollegin Anna-Lena Grönefeld will mindestens die letztjährige Achtelfinal-Teilnahme in Flushing Meadows wiederholen.

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