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Kim Clijsters gewann 2005 bei den US Open ihren einzigen Grand-Slam-Titel © getty

Kim Clijsters feiert bei den US Open ein erfolgreiches Grand-Slam-Comeback. Ihre neue Rolle hilft bei der zweiten Karriere.

New York - Kim Clijsters kam zurück auf die ganz große Tennis-Bühne, siegte im Eiltempo und hinterließ den Eindruck, als sei sie nie wirklich weggewesen.

Für die frühere Weltranglisteerste selbst war zum Auftakt der US Open allerdings nicht alles wie immer.

"Ich war ein bisschen nervöser als vor meinem Rücktritt. Da kamen schon einige Emotionen hoch", sagte die 26-jährige Clijsters nach dem 6:1, 6:1-Erstrundensieg gegen Wiktoria Kutusowa (Ukraine) im dritten Turnier seit ihrer Rückkehr auf die Tour.

Williams: "Ich war geschockt"

Für die Konkurrentinnen ist Clijsters trotz ihrer Pause von über zwei Jahren und der Geburt von Tochter Jada im Februar 2008 fast schon wieder die Alte. Auf jeden Fall aber eine Anwärterin auf den Sieg im letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres. (DATENCENTER: Die US Open)

"Ich war geschockt, wie gut Kim schon wieder spielt. Es hatte den Anschein, als sei sie nicht länger als eine Woche weg gewesen", lobte Wimbledon- und Australian-Open-Gewinnerin Serena Williams (USA) die physische Verfassung der Belgierin.

Mitfavoritin auf den Titel

Bei den Buchmachern ist die mit einer Wildcard ausgestattete Clijsters in New York hinter Titelverteidigerin Serena Williams, deren Schwester Venus und der Russin Jelena Dementjewa die Favoritin auf den Turniersieg. Bezeichnenderweise noch vor der Weltranglistenersten Dinara Safina (Russland).

Überhaupt ist die variabel agierende Clijsters für viele die Hoffnungsträgerin im immer mehr von stereotypen Power-Spielerinnen dominierten Circuit. "Es stimmt schon, dass viele Junge ihr Spiel nicht mehr umstellen können, wenn es mal nicht so läuft", kritisierte die einst Weltbeste die Entwicklung.

Die mit dem ehemaligen Basketball-Profi Brian Lynch (USA) verheiratete Clijsters will sich vier Jahre nach ihrem US-Open-Triumph in keinster Weise unter Druck setzen lassen. "Ich habe keine konkreten Erwartungen und schaue von Spiel zu Spiel", sagt sie.

Starke Rückkehr auf die Tour

Ihr gegenwärtiges Potenzial hat Clijsters allerdings bei ihren bisherigen beiden Turnierteilnahmen schon mal angedeutet. Kaum zurück auf der Tour, erreichte sie in Cincinnati das Viertelfinale und eine Woche später in Toronto die Runde der letzten 16.

Einzig Safina ("Ich freue mich über Kims Rückkehr") und die Nummer fünf Jelena Jankovic (Serbien) waren bisher noch zu stark für Clijsters, die in der Vorbereitung auf einige Show-Matches die unbändige Lust auf ein Comeback verspürte.

Was danach folgte, war der zähe Kampf zwischen einem schwachen Körper und einem starken Geist. Clijsters: "Ich wusste, wie ich zum Ball stehen muss. Aber ich musste akzeptieren, dass die nötige Fitness nach einer Geburt nicht so schnell wiederkommt. Mit der Aussicht auf große Matches war ich dennoch bereit, hart für mein Comeback zu arbeiten."

"Meine Tochter hält mich auf Trab"

Im vergangenen Jahr war die Österreicherin Sybille Bammer bei den US Open nach 27 Jahren die erste Mutter im Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Nicht wenige trauen es Kim Clijsters zu, das in der nächsten Woche zu wiederholen.

Und wenn dann doch nichts daraus wird, freut sich die blonde Belgierin trotzdem über die kleinen Errungenschaften in ihrem neuen alten Profi-Leben als Tennis-Mama:

"Ich bin durch die ganze Situation wesentlich organisierter geworden. Meine Tochter hält mich auf Trab."

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