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Nicolas Kiefer gewann in seiner Karriere bisher sechs ATP-Turniere © getty

Andreas Beck muss bei seinem Match über die volle Distanz gehen. Nicolas Kiefer setzt sich locker in drei Sätzen durch.

New York - Erleichterung bei Andreas Beck; Philipp Petzschner und Nicolas Kiefer, Aus für Simon Greul. Sabine Lisicki muss bangen, und bei Kristina Barrois herrscht Vorfreude: Die deutschen Tennisprofis erleben bei den US Open in New York derzeit ein Wechselbad der Gefühle.

Mit einem Kraftakt qualifizierte sich Davis-Cup-Spieler Beck als siebter DTB-Starter für die zweite Runde. Der Weltranglisten-40. aus Stuttgart besiegte in seinem hart umkämpften Auftaktmatch am Mittwoch Jewgeni Korolew (Russland) mit 6:3, 6:4, 2:6, 2:6, 6:4.

"Ich bin überglücklich, dass ich das Spiel noch umgebogen habe", sagte Beck. Beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres bekommt es Beck jetzt mit dem an 13 gesetzten Gael Monfils (Frankreich) zu tun.

Kiefer locker weiter

Kiefer gab sich beim 6:3, 6:4, 6:4 gegen den Franzosen Michael Llodra keine Blöße und darf in der nächsten Runde auf eine ganz besondere Herausforderung hoffen.

Der in der Weltrangliste auf Platz 129 abgerutschte 32-Jährige trifft jetzt auf die frühere Nummer eins Rafael Nadal (Spanien).

"Ich werde mein Spiel durchziehen", kündigte Kiefer an.

Kraftakt für Petzschner

Philipp Petzschner hat seine Auftakthürde bei den US Open in New York nach einem Kraftakt erfolgreich genommen.

Der 25-Jährige aus Bayreuth zog durch ein 7:6 (7:3), 6:7 (6:8), 6:4, 4:6, 6:3 gegen Sergei Stakhowski (Ukraine) in die zweite Runde ein.

Dort wartet auf den Weltranglisten-39. nun am Freitag der einstige French-Open-Gewinner Juan Carlos Ferrero, der an Position 24 gesetzt ist.

Aus gegen Federer

Simon Greul dagegen hat eine Überraschung gegen den Weltranglisten-Ersten Roger Federer verpasst und ist in der zweiten Runde ausgeschieden.

Der 28-Jährige aus Stuttgart verlor in 1:58 Stunden mit 3:6, 5:7, 5:7 gegen den Titelverteidiger aus der Schweiz.

Der Weltranglisten-65. Greul verkaufte sich vor rund 22.000 Zuschauern im Arthur-Ashe-Stadium teuer und vergab im zweiten Durchgang sogar zwei Satzbälle.

Im dritten Satz lag Greul sogar mit 4:1 in Führung. In der dritten Runde trifft Federer, der in Flushing Meadows nach seinem sechsten US-Open-Titel in Folge greift, auf den Australier Lleyton Hewitt.

Beck muss über fünf Sätze gehen

Nach starkem beginn brach Beck in seinem Match gegen Korolew völlig ein und offenbarte vor allen Dingen beim Aufschlag große Schwächen. Erst im entscheidenden Durchgang fand der Linkshänder wieder in die Erfolgsspur.

Die Vorentscheidung fiel, als Beck im fünften Satz das Break zum 4:3 gelang. Kiefer, der in Flushing Meadows vor neun Jahren im Viertelfinale stand, bestach bei seinem ersten Auftritt durch sein konstantes Spiel.

Lisicki mit Schulterverletzung

Dagegen ist die Stimmung bei Hoffnungsträgerin Lisicki vor ihrem zweiten Spiel am Donnerstag gegen die Qualifikantin Anastasia Rodionowa (Australien) ein wenig getrübt.

Die 19-Jährige, die erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier gesetzt ist, schlägt sich mit den Folgen einer Schulterverletzung herum und musste deshalb ihren Aufschlag umstellen

"Das verändert den ganzen Rhythmus. So habe ich überhaupt gar kein Gefühl", klagte Lisicki, die nach ihrem Turniersieg in Charleston im Frühjahr jüngst mit ihrem Viertelfinal-Einzug in Wimbledon für Aufsehen gesorgt hatte.

Viele Doppelfehler

Bezeichnend für die Problematik, dass die Weltranglisten-25. in ihrem 2:21 Stunden langen Auftaktspiel 16 Doppelfehler produzierte. Nur 50 Prozent der ersten Aufschläge kamen ins Feld.

"Anstatt die Ausholbewegung zu machen, habe ich den Schläger gleich nach oben genommen. Das tut nicht weh. Aber wenn man es ein Leben lang anders gemacht hat, ist es schwer. Der Schlag fühlt sich langsamer an", berichtete Lisicki über die Zwangsmaßnahme.

Barrois gegen Safina

Besserer Stimmung ist Lisickis Fedcup-Kollegin Barrois, die am Donnerstag auf großer Bühne auf Branchenführerin Dinara Safina (Russland) trifft. "Sie ist die Favoritin, aber natürlich will ich gewinnen", kündigte die 27-Jährige an.

Eine Chance für sich sieht die Weltranglisten-67. auch wegen der momentanen Diskussion um Safina. Die Nummer eins hat bislang noch kein Grand-Slam-Turnier gewonnen und muss sich deshalb immer wieder rechtfertigen.

In ihrem Auftaktmatch lag Safina gegen die unbekannte Olivia Rogowska (Australien) im letzten Satz bereits mit 0:3 und 15:40 zurück, gewann dann doch noch. "Dinara sieht ein bisschen angespannt aus. Vielleicht ist das die Chance, die man nutzen muss", meinte Barrois.

Kerber scheitert

Unterdesseb ist Qualifikantin Angelique Kerber in der zweiten Runde ausgeschieden. Die 21-jährige Linkshänderin unterlag der Weltranglisten-43. Maria Jose Martinez Sanchez (Spanien) mit 5:7, 3:6.

Scharapowa souverän

Standesgemäß mit einem silbernem Stirnband und einem schwarzen Kleid betrat indes Glamourstar Maria Scharapowa die große New Yorker Bühne und erreichte locker die zweite Runde.

Die 22-jährige Russin, die nach neunmonatiger Pause wegen einer Schulterverletzung erst im Frühjahr auf die Tour zurückgekehrt war, setzte sich mit 6: 3, 6:0 gegen Zwetana Pironkova (Bulgarien) durch.

Die bestverdienende Sportlerin der Welt, die pro Jahr 22 Millionen Euro an Werbeeinnahnmen einstreichen soll, genoss den Jubel der 22.547 Zuschauern im Arthur-Ashe-Stadium.

Zweite Woche als Ziel

"Ich bin glücklich und will in die zweite Turnierwoche. Aber das wird schwierig genug", meinte "die Königin der Nacht", die in Flushing Meadows 2006 triumphiert hatte.

Bei den Männer zogen der letztjährge Finalist Andy Murray (Großbritannien) und Mitfavorit Novak Djokovic (Serbien) ohne Probleme in die zweite Runde ein.

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