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Sabine Lisicki knickte beim letzten Ballwechsel um und verletzte sich © imago

Tommy Haas und Philipp Kohlschreiber erreichen Runde drei der US-Open. Die beste Deutsche muss wegen einer Verletzung zittern.

New York - Tommy Haas hakte seinen Drittrundeneinzug bei den US Open nüchtern ab, Philipp Kohlschreiber hatte ebenfalls wenig Mühe und steht erstmals in der dritten Runde des Turniers (DATENCENTER: Ergebnisse Männer).

Sabine Lisicki und Kristina Barrois hingegen waren den Tränen nahe.

Geplagt von den Folgen einer Schulterverletzung verlor Wimbledon-Viertelfinalistin Lisicki 3:6, 6:3, 5:7 gegen die Weltranglisten-139. Anastasia Rodionowa (Australien).

Nach einem grandiosen Jahr erlebte die 19-Jährige aus Berlin, die sogar zwei Matchbälle vergab, zum Ende der Grand-Slam-Saison eine bittere Enttäuschung (DATENCENTER: Ergebnisse Frauen).

Verletzung beim letzten Ballwechsel

Beim letzten Ballwechsel knickte Lisicki zu allem Überfluss um und musste minutenlang behandelt werden. Zunächst wurde bei der Berlinerin ein Bänderriss vermutet, die Entwarnung folgte erst später nach eingehender Untersuchung.

Mit einem Not-Aufschlag kassierte die an 23 gesetzte Lisicki insgesamt sechs Breaks und fabrizierte zehn Doppelfehler.

Haarscharf hatte zuvor die 27-jährige Barrois eine der größten Sensationen der Turniergeschichte verpasst.

Erst nach 2:13 Stunden musste sich Barrois mit 7:6 (7:5), 2:6, 3:6 der Weltranglistenersten Dinara Safina (Russland) geschlagen geben.

Souveräner Haas

Wenige Minuten, nachdem Barrois mit einem Doppelfehler ihre unglückliche Niederlage besiegelt hatte, verwandelte Haas nebenan auf dem Grandstand seinen ersten Matchball.

Haas, der bereits zum 13. Mal in Flushing Meadows an den Start geht und dreimal das Viertelfinale erreichte, untermauerte beim 6:4, 6:4, 7:6 (7:3) gegen Robert Kendrick (USA) seine Ambitionen bei seinem Lieblingsturnier.

Der an Position 20 gesetzte Haas trifft in Runde drei auf den Weltranglisten-Zehnten Fernando Verdasco (Spanien).

"Da muss ich mir noch einiges einfallen lassen. Fernando ist sein sehr guter Spieler, der sich zuletzt enorm verbessert hat", sagte der 31-Jährige.

Kohlschreiber gegen Stepanek

Nach Haas erreichte auch Philipp Kohlschreiber als zweiter Deutscher die dritte Runde. Der 25-Jährige aus Augsburg besiegte den Inder Somdev Devvarman mit 6:3, 6:4, 0:6, 6:2. Am Samstag trifft Kohlschreiber auf den an Nummer 15 gesetzten Tschechen Radek Stepanek.

Barrois indes verpasste gegen Safina den größten Erfolg ihrer Karriere knapp - und haderte nachher mit einer Roger-Federer-Fankappe auf dem Kopf mit der vergebenen Chance.

"Klar denkt man während des Spiels, dass man sie packen kann. Aber am Ende hat Safina gezeigt, dass sie zu Recht die Nummer eins ist", sagte Barrois über die Russin, der 15 Doppelfehler unterliefen.

Diskussionen um Safina halten an

Safina muss sich seit Monaten sagen lassen, sie sei nicht die wahre Nummer eins, weil sie noch kein Grand-Slam-Turnier gewonnen habe.

Die Vorentscheidung fiel, als Barrois im dritten Satz ein Break zum 3:4 hinnehmen musste. Erst einmal in der Geschichte der US Open hat die topgesetzte Spielerin nicht die dritte Runde erreicht:

Im vergangenen Jahr war die damalige Weltranglistenerste Ana Ivanovic (Serbien) vorzeitig gescheitert.

Für die erste Überraschung des Turniers sorgte die erst 17-jährige Melanie Oudin (USA), die die an Position vier gesetzte Jelena Dementjewa (Russland) mit 5:7, 6:4, 6:3 bezwang.

Greul stolz nach Federer-Partie

Mit stolzgeschwellter Brust und um eine motivierende Erkenntnis reicher verließ indes Simon Greul nach seinem Zweitrunden-Aus den Big Apple.

"Auch ein Federer macht Fehler. Das ist schön zu sehen. Er ist schon sehr gut, aber auch menschlich", sagte der 28-Jährige nach seiner 3:6, 5:7, 5:7-Niederlage gegen Titelverteidiger Roger Federer (Schweiz). (zum Artikel)

Vor 22.100 Zuschauern im größten Tennisstadion der Welt verkaufte sich Greul teuer: Im dritten Durchgang führte der Weltranglisten-65. mit 4:1 und 5:4, nachdem er im zweiten zwei Satzbälle vergeben hatte.

"Mit etwas Glück hätte ich einen Satz gewinnen können. Aber ich war am Anfang wegen der Atmosphäre schon nervös. Am Ende bin ich glücklich, dass ich gut gespielt habe", sagte Greul.

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