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Sabine Lisicki gewann im April 2009 in Charleston ihr erstes WTA-Turnier © imago

Nach ihrem Zweitrunden-Aus wird Sabine Lisicki verletzt und weinend per Rollstuhl vom Platz gefahren. Die Entwarnung folgt.

New York - Als Sabine Lisicki im Rollstuhl und mit dick bandagiertem linken Knöchel den Ort des Schreckens verließ, winkte sie noch einmal tapfer lächelnd ins Publikum am Court 11.

Wenige Sekunden später brachen dann alle Dämme. Laut schluchzend schlug die deutsche Tennis-Hoffnung die Hände vors Gesicht und beendete nach ihrem Zweitrunden-Aus bei den US Open körperlich stark angeschlagen ihre Grand-Slam-Saison."

Ich bin natürlich enttäuscht. Aber ich bin eine Kämpferin und werde hart dafür arbeiten, so schnell wie möglich auf den Platz zurückzukehren", sagte Lisicki nach dem 3:6, 6:3, 5:7 gegen die Weltranglisten-139. Anastasia Rodionowa (Australien). (DATENCENTER: Ergebnisse Frauen)

Eisbeutel vom Vater

Bezeichnenderweise beim letzten Ballwechsel war die 19-Jährige, die zuvor zwei Matchbälle vergeben hatte, umgeknickt und danach 20 Minuten an der Grundlinie behandelt worden. Ihr besorgter Vater Richard reichte immer wieder eilig Eisbeutel.

Die Entwarnung kam ein paar Stunden später bei der Untersuchung im Krankenhaus. "Die Röntgenaufnahmen haben nichts Ernstes gezeigt, der Knöchel ist nur verstaucht. Um sicherzugehen, werden wir aber noch eine Kernspintomografie machen lassen. Danach werde ich mit meinem Team beraten, wie es weitergeht", sagte die Wimbledon-Viertelfinalistin.

Fragezeichen im Gepäck

Lisicki verließ ihr geliebtes New York nach einer grandiosen Saison reichlich geknickt und mit einigen Fragezeichen im Gepäck.

Nach Flushing Meadows, wo sie erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier gesetzt war, reiste die Weltranglisten-25. bereits mit einer großen Hypothek an. Wegen einer Schulterverletzung hatte Lisicki nach einer knapp dreiwöchigen Pause ihren Aufschlag umstellen müssen:

"Das war schon eine Behinderung. Ich hatte überhaupt kein Gefühl, der ganze Rhythmus war verändert."

Wie lange Lisicki beim Aufschlag noch auf Plan B zurückgreifen muss, wollte sie nicht sagen. Die Ursache des Problems sei "aus dem Weg geschafft", irgendwann wolle sie wieder zu ihrem "gewohnten Aufschlag zurückkommen".

Schulter als Achillesferse

Allerdings ist bei Tennisspielern die Schulter sozusagen die Achillesferse. Die frühere Weltranglistenerste Maria Scharapowa (Russland) musste mit Schulterproblemen neun Monaten pausieren, auch Tommy Haas kann ein Lied davon singen.

Doch Sabine Lisicki denkt positiv, sie will sich bei ihrem Aufstieg in der Weltrangliste nicht aufhalten lassen: "Ich möchte einmal die Nummer eins der Welt werden."

Geht es nach Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner, dann sprechen vor allem die Kämpferqualitäten für Lisicki. "Sie kann fighten wie eine Löwin. Das hebt sie von der Masse ab", sagt Rittner.

Haas gegen Top-Ten-Spieler

Im Gegensatz zu Lisicki darf Tommy Haas, der bereits drei Schulter-Operationen hinter sich hat, bei seinem Lieblingsturnier weiter auf die zweite Woche hoffen. Am Samstag trifft der Wimbledon-Halbfinalist im Kampf um einen Platz im Achtelfinale auf den Weltranglisten-Zehnten Fernando Verdasco (Spanien). "Er spielt im Moment sehr gut. Das wird ein hartes Stück Arbeit", sagte Haas. (DATENCENTER: Ergebnisse Männer)

Seit 2004 hat Haas bei den US Open dreimal das Viertelfinale erreicht. "Tommy träumt immer noch davon, dieses Turnier zu gewinnen. Der Erfolg von Wimbledon hat ihm viel Motivation und Selbstvertrauen gegeben", sagte Haas-Trainer Thomas Hogstedt.

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