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Trotz 2:0-Satzführung konnte Philipp Petzschner seinen Gegner nicht bezwingen © getty

Trotz klarer Führung verliert Philipp Petzschner gegen Ferrero. Ein anderer Deutscher glaubt an New Yorks übernatürliche Kräfte.

New York - Philipp Petzschner verlor auf Court 13 nach wundersamem Start seinen Zauber, Tommy Haas darf derweil weiter auf die Magie des Big Apple hoffen: Deutschlands Tennisprofis erleben bei den US Open in New York weiter Höhen und Tiefen.

Am fünften Turniertag unterlag Davis-Cup-Spieler Petzschner trotz einer phasenweise überragenden Leistung mit 6:1, 6:3, 4:6, 2:6, 4:6 dem einstigen French-Open-Gewinner Juan Carlos Ferrero (Spanien).

Der 25-jährige Bayreuther verpasste es damit, seinen Kollegen Haas und Philipp Kohlschreiber (Augsburg) in die dritte Runde zu folgen (DATENCENTER: Ergebnisse Männer).

Petzschner mit Oberschenkelproblemen

Gegen den früheren Weltranglistenersten Ferrero brillierte Petzschner zunächst mit einem starken Aufschlag und unglaublich präzisen Grundschlägen. In der Folge warf der Spanier dann aber seine ganze Erfahrung in die Waagschale.

Petzschner wurde zudem von Oberschenkelproblemen geplagt und musste sich mehrfach behandeln lassen. "Ich war eine Zeit lang auf einem guten Weg. Aber wenn man am Ende so viele Bälle so weit ins Aus spielt, hat man den Sieg auch nicht verdient", haderte "Petzsche".

Die Entscheidung fiel, als er im entscheidenden Durchgang nach 4:1-Führung ein Break zum 4:5 kassierte und nach drei Stunden mit hängendem Kopf den Platz verließ.

"Die US Open sind das geilste Turnier"

Haas indes schwärmte an seinem spielfreien Tag von seiner Lieblingsveranstaltung. "Die US Open sind das geilste Turnier der Welt. Mein Herz schlägt hier immer einen Takt schneller", sagte der 31-Jährige, der am Samstag auf den Weltranglisten-Zehnten Fernando Verdasco (Spanien) trifft.

Haas genießt seinen dritten Tennis-Frühling nach der Halbfinal-Teilnahme in Wimbledon und dem Turniersieg in Halle in vollen Zügen.

"Ich habe richtig Spaß momentan und fühle mich gut. Hier muss man mich erst einmal schlagen", meinte der Wahl-Amerikaner voller Zuversicht. Immerhin hat Haas bisher beide Duelle gegen den frischgebackenen New-Haven-Gerwinner Verdasco gewonnen.

13. Teilnahme der deutschen Nummer eins

Das Pflaster Flushing Meadows behagt dem Rechtshänder: Seit 2004 hat der an Position 20 gesetzte Haas dort bereits dreimal das Viertelfinale erreicht.

Schon zum 13. Mal ist die deutsche Nummer eins beim letzten Grand Slam des Jahres am Start.

Kein Wunder, dass die Liebeserklärung an das Hartplatz-Spektakel im Stadtteil Queens deutlich ausfällt.

"Es ist das Turnier, an dem ich am meisten hänge. Hier habe ich viele tolle Erlebnisse gehabt. So viel Spaß macht Tennis eben nur hier." 1996 war Haas erstmals bei den US Open angetreten - und hatte als 18-Jähriger in Runde eins gegen Michael Stich immerhin einen Satz gewonnen.

Schwerer Brocken für "Kohli"

13 Jahre und drei Schulter-Operationen später ist Haas immer noch ehrgeizig, hält sich aber mit allzu gewagten Prognosen zurück.

"Mein erstes Ziel ist es, gesund zu bleiben. Außerdem will ich mich weiter verbessern. Das ist immer noch möglich. Alles andere wird man sehen", erklärte der gebürtige Hamburger, der vor sieben Jahren schon einmal die Nummer zwei der Welt war.

Kohlschreiber indes will am Samstag zum ersten Mal in seiner Karriere das Achtelfinale bei den US Open erreichen. Allerdings wartet im Weltranglisten-16. Tschechen Radek Stepanek ein harter Brocken auf den an 23 gesetzten "Kohli".

"Das ist eine unangenehme Aufgabe. Radek spielt sehr aggressiv und ziemlich flach. Aber ich habe schon öfter mit ihm trainiert. Ich weiß, was auf mich zukommt", berichtete der 25-Jährige.

Lisicki verlässt Court im Rollstuhl

Sabine Lisicki verließ New York als letzte deutsche Teilnehmerin dagegen stark angeschlagen mit einem verstauchten Knöchel, will aber gestärkt zurückkehren (DATENCENTER: Ergebnisse Frauen).

"Ich bin eine Kämpferin und werde hart dafür arbeiten, so schnell wie möglich wieder auf dem Platz zu stehen", betonte Lisicki nach dem 3:6, 6:3, 5:7-Zweitrundenaus gegen Anastasia Rodionowa (Australien).

Im Rollstuhl hatte die deutsche Hoffnungsträgerin Court 11 verlassen müssen, nachdem sie während des letzten Ballwechsels böse umgeknickt war.

Nach einer ersten Untersuchung im Krankenhaus konnte die 19-Jährige aber Entwarnung geben: "Die Röntgenaufnahmen haben nichts Ernstes gezeigt, der Knöchel ist nur verstaucht." Wann sie wieder trainieren kann, steht noch nicht fest.

Titelverteidigerin Serena Williams (USA) steht dagegen schon im Achtelfinale. Die 27 Jahre alte Weltranglistenzweite besiegte Maria Jose Martinez Sanchez (Spanien) mit 6:3, 7:5.

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